1
Mein Frauenhimmel zerstürzt,
Mein Freundeswille erstickt,
Unnatur ist der Kampf.
Und war doch einst ein Fließen
Und Händereichen
Und Hingeben.
Meine Tage verstreut,
Mein Blut zu Ende,
Meine Zärtlichkeit tot.
Schwäche besteigt das Haupt,
Darauf ruht keine Hand.
2
Die Nächte stehen leer von Tanz,
Die höchsten Feste sind versäumt,
Die Kette der Freundschaft ist einender Haß,
Der macht unseliger noch verloren.
Die Männer sind vor Scham verwüstet,
Sie wagen nicht, sich zu erkennen,
Überall sind Freunde einzeln
Ohne Frau, Gewalt und Inbrunst.
Der Mensch ist entzweigeteilt!
Er will Erniedrigung,
Aber ich lasse den Himmel nicht los.
Ein hohes Feuer ist meine Not,
Es hüllt die Erde ein
In edle Trunkenheit!
Hohler Spalt, offner Schlaf
Hört den Wind der Reise,
Wo er Traumeskreise traf
Rauschen Ähren leise.
Meine Hand führt Deine Hand
Feuerfluß der Sterne,
Rings ist still ein Wellenland
Lockung in die Ferne.
Stadtgesicht schwillt wüst empor
Maul bis zu den Ohren,
Fürchterlich erdröhnt ein Chor:
Du auch bist verloren.
In der schweren gelben Luft
Hängt ein Meer von Armen,
Steine fallen, Stimme ruft
Gellend um Erbarmen.
Welche Reise muß ich tun?
Selig sei Du, weine,
Traum zerreiße, Nacht will ruhn,
Weiße Sonne, scheine!