Perez Gonsalo. --

~Almes.~

Wohl gut, denn seine schlechte Seel' ist käuflich;

Für hundert feine Pesos ist er unser.

~Linares.~

Almes, du holst sogleich das Geld bei mir.

~Almes.~

Ihr kommt zu spät. Er zählet schon den Götzen,

Und prüft ihn wägend in der falschen Hand.

Als ich das Geld erst los war, nun bei Gott!

Mir war's als fiel' ein Stein von meinem Herzen.

Kein Kapital verzins't sich mir so schön.

~Suligo.~

Ich habe hier und da ein Wort gesprochen.

Es faßte Zunder. Pedrarias hat

Längst all' der Seinen Haß auf sich geladen.

Will Balboa, so hat sein Reich ein Ende.

~Almes.~

Wann soll es brechen? Sprecht! -- Die Unsern werden

Sich auf die Galerie bewaffnet drängen.

Wir wären stark genug, um vor Gericht

Statt Balboa den Stolzen vorzurufen.

~Linares.~

Erst muß die Tyranney ihr Haupt enthüllen,

Zum Mörderschlag den frechen Arm erheben,

Eh' wir zum off'nen Kampf die Fahne schwingen.

Dann erst erscheinet unsre That gerecht,

Vor aller Welt, und vor des Königs Augen.

Was über ihn nun auch gesprochen werde;

Bleibt stille, ruhig, noch ist's nicht zur Zeit.

~Suligo.~

Wir fügen uns.

~Linares.~

Zerstreut euch einzeln.

Sprecht euch geheim, vertraulich, nichts in's Ohr.

Die Späher lauschen. Nur die Klugheit siegt.

(gehen auf verschiedenen Wegen ab.)

Zweiter Auftritt.

Maria tritt eilig auf. Medina folgt ihr nach.

~Maria.~

Laß mich, Medina!

~Medina.~

Donna, kehrt zurück.

~Maria.~

(bleibt an dem Tische stehen.)

Hier hält sich das Gericht. Entsetzlich! Schaut!

Das Tuch ist blutig, wie der Richter Sinn.

Schaut her!

~Medina.~

Ach, fliehet diesen Schreckensort.

~Maria.~

Ich seh' sie überall. Ihr nicht, Medina?

Hohläugig, finster, schwarz! --

(sieht auf zum Throne.)

Dort auf der Höhe!

O großer Gott! Ha, stille! Weh! mir däucht,

Ich höre meinen Vater. Ist er's nicht?

~Medina.~

Ihr tödtet euch. O kommt.

~Maria.~

Und wenn ich denke,

Daß einst auch sie gerichtet werden. Schrecklich!

Wenn dann sein Blut -- -- Mein Vater! Gute Seele!

Für meinen Vater bete! -- Sieh, mich würgt

Die Angst! O bete du! Ich müßte schreien!

~Medina.~

Bezwinget euch! Wenn Balboa euch hörte;

Nicht seine Richter, ihr nur würdet ihm

Sein fühlend Herz mit euerm Weh durchschneiden.

~Maria.~

Es brauste lang in diesem armen Herzen,

Nun strömt es über.

~Medina.~

Folget mir, Maria.

~Maria.~

O führet mich hinauf. Die Pfeiler dort

Verhüllen uns.

~Medina.~

Unseliger Gedanke!

~Maria.~

Kein Ton, kein Laut soll meinem Mund' entschlüpfen. --

Versteinen will ich! Kennt mich erst, Medina!

~Hier~ lernt' ich viel! Das Beispiel weckt die Helden.

Ich bin nicht schwächer als die Wilden sind.

Ach, unter Geisselhieben, Höllenqualen,

Sie schweigen noch, wenn ihre Seel' entflieht!

~Medina.~

Nicht euch, nicht ihm kann euer Hierseyn frommen.

~Maria.~

Er bat, es sey ein offenes Gericht!

Und ich, sein Weib, ich sollte fehlen? -- Nein!

~Medina.~

Balboa: Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen · 第 10 / 19 题