88. DAS FÜNKCHEN.

Das Kind hatte mit dem Fünkchen gespielt, obgleich seine Mutter es

schon oft verboten hatte. Da war das Fünkchen fortgeflogen und hatte

sich ins Stroh versteckt. Das Stroh fing an zu brennen, und es

entstand eine Flamme, ehe das Kind daran dachte. Da wurde es dem

Kinde bange, und es lief fort, ohne jemandem etwas von der Flamme zu

sagen. Und da niemand Wasser darauf schüttete, ging die Flamme nicht

aus, sondern breitete sich im ganzen Hause aus. Als sie an die

Fenstervorhänge kam, wurde sie noch größer, und das Bett, worin die

Leute nachts schliefen, brannte hell auf, und die Tische und die

Stühle und die Schränke und alles, was der Vater und die Mutter

hatten, das wurde vom Feuer erfaßt, und die Flamme wurde so hoch wie

der Kirchturm. Da schrieen die Leute vor Schrecken, die Glocken

läuteten; es war fürchterlich zu hören, und die Flamme war

schrecklich zu sehen. Nun fing man an zu löschen, indem man Wasser in

das Feuer schüttete und spritzte; aber es half nichts; das Haus

brannte ganz ab, und nur noch ein wenig Kohlen und ein bißchen Asche

blieben übrig. Da hatten nun die Eltern des Kindes kein Haus mehr und

kein Plätzchen, wo sie wohnen und wo sie schlafen konnten, und auch

kein Geld, um sich ein neues Haus und neue Betten und Tische und

Stühle zu kaufen. Ach, wie weinten die armen Eltern! Und das Kind,

das mit dem Fünkchen gespielt hatte, war schuld daran.

Hin und Her: Ein Buch für die Kinder · 第 94 / 106 题