84. DER FROSCH.

_Berta_: Geschwind, geschwind, Mama!

_Mutter_: Was fehlt dir? Wer hat dir etwas zuleide getan?

_Berta_: Sieh nur, was mir unser Spitz in den Schoß fallen ließ!

_Mutter_: Einen kleinen Frosch! Und deshalb bist du so

erschrocken? Rasch, nimm den kleinen Burschen und setze ihn in das

Gemüsebeet!

_Berta_: Tragen soll ich das häßliche Tier? Ich würde es um

alles in der Welt nicht in die Hand nehmen!

_Mutter_: Nun, dann muß ich es tun! Schau, wie ich jetzt das

Tierchen anfasse und es ins Beet hüpfen lasse. Hopp, da sitzt es

schon drinnen.

_Berta_: O, Mama, was tust du? Warum hast du den Frosch nicht

getötet?

_Mutter_: Weil er ein sehr nützliches Tier ist. Freust du dich

nicht, wenn es im Garten die zarten Rübchen und die süßen Erbsen

gibt, die Papa jedes Frühjahr pflanzt?

_Berta_: Gewiß, Mama! Ich esse beides sehr gerne; aber was hat

das mit dem Frosch zu tun?

_Mutter_: Höre nur, du wirst es gleich erfahren. Den Raupen und

Käfern schmecken diese Gemüse auch gut, gerade wie dir. Im Frühlinge

stellen sich diese Insekten ein und fressen die Blättchen ab, so daß

die Pflänzchen sterben müßten, wenn der Frosch nicht zur Hand wäre.

Der glatte Bursche hüpft dann durch den Garten, fängt die Raupen,

Fliegen und Käfer, und die Pflänzchen wachsen wieder. Soll ich den

Frosch zum Dank dafür töten, Berta?

_Berta_: Nein, liebe Mama; und wenn ich wieder sehe, daß ein

Knabe einen Frosch quält, will ich ihm sagen, was ich heute von dir

gelernt habe.

[Illustration]

Hin und Her: Ein Buch für die Kinder · 第 90 / 106 题