Am Abend vor Weihnachten kam Else zur Mutter gelaufen und rief:
"Denke nur, Anna Maurer hat mir heute ins Ohr gesagt, sie hätten seit
gestern kein Holz, kein Brot und keine Milch. Und sie haben doch ein
kleines Kind, und die Großmutter ist krank. Darf ich der Anna heute
Abend mein Brot geben?"
"O, gewiß," sagte die Mutter, "geh nur gleich hin. Bringe ihnen auch
diese Kanne voll Milch. Robert soll seinen kleinen Schlitten voll
Holz laden und es hinfahren." Wie freuten sich die Kinder, daß sie
den armen Leuten helfen durften.
Aber Robert wollte noch mehr tun. Er bat den Vater um ein ganz
kleines Tannenbäumchen. Das schmückte er mit farbigen Sternen und
Lichtlein. Dann suchte er seine warme Kappe für Maurers Karl und nahm
ein Säcklein voll Nüsse. Else holte eine ihrer Puppen. Alles das
packten sie in einen Korb.
Als es dunkel war, nahm Robert das Bäumchen und Else den Korb. Sie
gingen hin und stellten die Sachen leise vor Maurers Tür. Dann
klopften sie und eilten davon.
Wie sich da die armen Leute freuten! Aber auch Robert und Else
meinten, noch nie so schöne Weihnachten gehabt zu haben, wie diesmal.