Bürgermeister Hermann Nördlinger kommt mit Nothhafft von Wernberg.
Bürgermeister. Ja, Herr Ritter, so läuft nun alles seit jenem
unseligen Katharinen-Abend, wo wir den Pöbel mit in den Rat aufnehmen
mußten, bei uns durcheinander! Perlen und Erbsen in einem Sack, der
Herzog wird das Ausklauben mühsam finden, mich wundert, daß er kommt!
Nothhafft von Wernberg. Ihr habt Euch noch immer nicht gewöhnt? Es
ist doch schon lange her.
Bürgermeister. Noch nicht lange genug, daß die Hoffnung auf die
Rückkehr der guten alten Zeit schon ganz erstickt sein sollte. Seht
den Dicken da, das ist der Zunftmeister der Bäcker, der macht die
Ehre der Stadt. Seht doch hin! Wenn er dem ankommenden Gast, den er
zu begrüßen hat, nicht mit seinem Stierkopf den Brustkasten einstößt,
so zerschmettert er einem schon anwesenden ganz sicher durch den
Kratzfuß das Schienbein! Was sagt Ihr? Ist's nicht, als wenn ein
Pferd ausschlüge? Und das sollte man gewöhnen!
Nothhafft von Wernberg. Ihr hättet Euch besser wehren sollen!
Bürgermeister. Wir wurden überrumpelt! Kaiser und Reich hätten uns
besser beistehen sollen! Was nötigte die Majestät, den vermaledeiten
Zunftbrief, der uns abgezwungen wurde, hinterher mit Ihrem Siegel zu
versehen? Wir hatten genug zu tun, daß wir uns nur nicht selbst
unter die Metzger und Handschuhmacher aufnehmen lassen und unsere
alten Namen mit neuen vertauschen mußten. Denn das wurde verlangt.