Vierzehnte Szene

Albrecht (zu Frauenhoven). Und nun, du lieber, lieber Herzensfreund,

schnell, schnell! Oder besser: ihr alle! Du die eine Straße

hinunter, du die andere, du die dritte!

Frauenhoven. Ihr gabt mir heut morgen den Auftrag, dem Werdenberg

nachzureiten! Er hat Euch Eure Braut, die Gräfin von Württemberg,

entführt, wißt Ihr's noch?

Albrecht. Nenne sie nicht mehr!

Nothhafft von Wernberg. Ja, und ich sollte dem Württemberger die

Schlüssel von Göppingen abfordern, weil die Heirat durch die Flucht

seiner Tochter unmöglich geworden sei, und also das Reugeld

herausgezahlt werden müsse!

Törring. Und ich sollte nach München zu Hof und Eurem Vater beides

melden!

Albrecht. Das ist vorbei, das ist, als ob's nie gewesen wäre! Ich

jauchze, daß Elisabeth eine Kette zerbrochen hat, die ich sonst

selbst zerbrochen haben würde. Ich will nicht einen Dachziegel von

Göppingen oder einen Pfenning zur Auslösung, denn ich könnte mir das

Leben, das Atemholen, ebensogut bezahlen lassen, wie meine neue

Freiheit, und was meinen Vater betrifft, so steht mir seit lange eine

Bitte an ihn zu, und das soll die sein: daß er es ganz so verhalten

möge, wie ich!

Törring. Dieser Wechsel ist rasch!

Nothhafft von Wernberg. Und kostet Bayern fünfundzwanzigtausend

Gulden!

Albrecht. Ich kenn euch nicht mehr! Knapp', schäl mich ab, ich will

selbst fort, und in diesem Aufzug schlepp ich einen Schweif von

Hunderten hinter mir her.

Ein Knappe (entkleidet den Herzog des Panzerhemdes usw.).

Albrecht. Da liegt der Herzog!--Habt ihr Augen? (Schnallt sein

Schwert ab.) Und da der Ritter! Blumen her, daß ich sie vor ihr

ausstreuen kann, wo ich sie finde! (Setzt ein Barett auf.) Wird mich

nun noch jemand erkennen?

Törring. Ohne Schwert? Jeder wird sich zu täuschen glauben!

Agnes Bernauer · 第 40 / 108 题