Albrecht (zu Frauenhoven). Und nun, du lieber, lieber Herzensfreund,
schnell, schnell! Oder besser: ihr alle! Du die eine Straße
hinunter, du die andere, du die dritte!
Frauenhoven. Ihr gabt mir heut morgen den Auftrag, dem Werdenberg
nachzureiten! Er hat Euch Eure Braut, die Gräfin von Württemberg,
entführt, wißt Ihr's noch?
Albrecht. Nenne sie nicht mehr!
Nothhafft von Wernberg. Ja, und ich sollte dem Württemberger die
Schlüssel von Göppingen abfordern, weil die Heirat durch die Flucht
seiner Tochter unmöglich geworden sei, und also das Reugeld
herausgezahlt werden müsse!
Törring. Und ich sollte nach München zu Hof und Eurem Vater beides
melden!
Albrecht. Das ist vorbei, das ist, als ob's nie gewesen wäre! Ich
jauchze, daß Elisabeth eine Kette zerbrochen hat, die ich sonst
selbst zerbrochen haben würde. Ich will nicht einen Dachziegel von
Göppingen oder einen Pfenning zur Auslösung, denn ich könnte mir das
Leben, das Atemholen, ebensogut bezahlen lassen, wie meine neue
Freiheit, und was meinen Vater betrifft, so steht mir seit lange eine
Bitte an ihn zu, und das soll die sein: daß er es ganz so verhalten
möge, wie ich!
Törring. Dieser Wechsel ist rasch!
Nothhafft von Wernberg. Und kostet Bayern fünfundzwanzigtausend
Gulden!
Albrecht. Ich kenn euch nicht mehr! Knapp', schäl mich ab, ich will
selbst fort, und in diesem Aufzug schlepp ich einen Schweif von
Hunderten hinter mir her.
Ein Knappe (entkleidet den Herzog des Panzerhemdes usw.).
Albrecht. Da liegt der Herzog!--Habt ihr Augen? (Schnallt sein
Schwert ab.) Und da der Ritter! Blumen her, daß ich sie vor ihr
ausstreuen kann, wo ich sie finde! (Setzt ein Barett auf.) Wird mich
nun noch jemand erkennen?
Törring. Ohne Schwert? Jeder wird sich zu täuschen glauben!