Caspar Bernauer (tritt mit einem Buch ein, das in ein rotes Tuch
gewickelt ist; zu Agnes). Ja, ja, ja! Wenn ich nur nicht mit soll!
Nun geh hinauf und lege dein Kettlein an. Sie blasen schon am
Fronhof.
Agnes. Nein, Vater, ich bleibe zu Hause!
Caspar Bernauer. Wie? Was? Warum wartest du hier denn auf mich?
(Zu Theobald.) An den Destillierkolben! Das Feuer wird zu schüren
sein!
Theobald (geht ab).
Caspar Bernauer. Nun?
Agnes. Vater, all die Augen--es ist mir, als ob mich geradesoviel
Bienen stächen! Und Er weiß ja, sie sehen alle nach mir!
Theobald (tritt wieder ein).
Caspar Bernauer. Sieh du sie wieder an! Nun, wenn du lieber deinen
Rosenkranz abbetest, meinetwegen! (Sieht sich um, zu Theobald.) Noch
keine Salben abgerührt? Hat der Hahn heut morgen nicht gekräht?
Theobald (geht ans Geschäft).
Agnes. Barbara war hier, alle hassen mich, ich verderb ihnen den Tag,
wenn ich komme.
Caspar Bernauer. Und darum willst du ausbleiben? Nichts da! Dann
dürfte der beste Ritter ja auch nicht kommen, denn der verdirbt den
übrigen ja auch den Tag. Und der nächstbeste ebensowenig, und wer
noch, bis auf den letzten, der nur zum Umpurzeln da ist! Torheit und
kein Ende! Hinauf! (Zu Theobald.) Und du hole die Flasche mit dem
Wundwasser herunter!
Beide (ab).