=Leipziger Illustrierte Zeitung=: Von den vielen neueren Romanen,
die dieses Thema (die unverstandene Frau) ausführlich behandeln
oder doch streifen, erscheint mir „+Eine irrende Seele+“, bei
weitem als der echteste und glücklichste, weil er bei der Feinheit
der psychologischen Zeichnung absolut keine Verteidigung dieses
unglücklichen Frauentypus darstellt, sondern im Titel wie in der
Handlung klar die tragische Schuld der Heldin in sich selbst legt. Es
ist ein trauriges Buch, aber eines, das man voll innerer Läuterung aus
der Hand legt. Ein Buch, das einen solche Frauen verstehen lehrt, uns
aber auch die Krankheit ihrer Seelen nicht beschönigt. (Inhalt.) Alles
in allem ist das Werk seiner ehrlichen Wahrhaftigkeit und des Erkennens
einer Zeitkrankheit wegen ein ungewöhnlich gutes und lobenswertes Buch.