Die Ahnherren

Keiner seiner Vorväter, so erzählte einmal Fürst Bismarck, habe

seit den Hugenottenkriegen gelebt, der nicht den Degen gegen

Frankreich gezogen hätte: »Mein Vater und drei seiner Brüder.

Dann war mein Großvater mit bei Roßbach, mein Eltervater gegen

Ludwig =XIV.=, und dessen Vater ebenfalls gegen Ludwig =XIV.= in

den kleinen Kriegen am Rhein 1672 oder 1673. Dann fochten mehrere

von uns im Dreißigjährigen Kriege auf kaiserlicher Seite, andere

freilich bei den Schweden. Zuletzt noch einer, der unter den

Deutschen war, die als Mietvölker auf der Seite der Hugenotten

standen. — Einer — ’s ist der auf dem Bilde in Schönhausen — das

war ein origineller Mensch. Ich habe da noch einen Brief von ihm

an seinen Schwager, da heißt es: ›Das Faß Rheinwein hat mir selber

achtzig Reichstaler gekostet; wenn der Herr Schwager das zu teuer

findet, so will ich, so Gott mir das Leben läßt, es selbsten

austrinken.‹ Dann: ›Wenn der Herr Schwager das und das behauptet,

so hoffe ich, daß ich ihm, so Gott mir das Leben läßt, einmal noch

näher an den Leib kommen werde, als ihm lieb ist.‹ Und an einer

anderen Stelle: ›Ich habe zwölftausend Reichstaler auf das Regiment

verwendet, und die verhoffe ich, so Gott mir das Leben läßt, mit

der Zeit wieder herauszuwirtschaften.‹ — Das Herauswirtschaften,

damit meinte er vermutlich, daß man sich damals auch für die

Beurlaubten und für die sonst nicht vorhandenen Mannschaften den

Sold bezahlen ließ. Ja, ein Regimentskommandeur stand sich zu jenen

Zeiten anders wie heute.«

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 280 / 334 题