Bismarck: »Meine Herren, ich sage Ihnen, ich bin todesmüde — — —«

Kikeriki: »So? Na, da möcht’ ich den Herrn erst seg’n, wann er

ausg’rast’t is!«

(»Kikeriki«, Mai 1880)]

Der Krieg brach aus. Das Schicksal ging seinen Weg. Der König aber

durfte seinen Preußen zurufen: »Nicht mein ist die Schuld, wenn mein

Volk schweren Kampf kämpfen und vielleicht harte Bedrängnis wird

erdulden müssen: Aber es ist uns keine Wahl mehr geblieben! Wir müssen

fechten um unsere Existenz! ... Flehen wir den Allmächtigen, den Lenker

der Geschicke der Völker, den Lenker der Schlachten an, daß er unsere

Waffen segne!«

* * * * *

Schon im April hatte Roon an seinen Freund Perthes geschrieben:

»Ich zweifle nicht, daß unsere Wege zu erwünschten Zielen führen

unter der Voraussetzung, daß Graf Bismarcks Gesundheit ihn nicht

lahmlegt. Das freilich heißt nach meiner Überzeugung die Schlacht von

Kollin zum zweitenmal verlieren.« Aber Bismarck blieb gesund, sein

Körper versagte nur dann, wenn seiner rastlosen Energie und seiner

dämonischen Leidenschaftlichkeit sich die Zaghaftigkeit als Hindernis

entgegenstellte. Der Schlaflose konnte jetzt »zwei Nächte hindurch gut

und viel schlafen«.

[Illustration: ~Die Legende vom Menschenfresser und vom Däumling~

Eine französische Verdächtigung Bismarcks, der angeblich die Aufsaugung

der kleineren deutschen Staaten im Auge hat. (»=Le philosophe=«,

September 1865)]

Bismarck war von vornherein entschlossen, seinen König ins

Hauptquartier zu begleiten. Am Abend noch, ehe er abreiste, wurde ihm

von den einst so feindlich gesinnten Berlinern eine begeisterte Ovation

gebracht. Die ersten Siegesnachrichten waren bereits eingetroffen, der

preußische Elan war erwacht, und in den Gehirnen begann es zu dämmern,

daß tatsächlich jetzt durch Blut und Eisen das ersehnte Ziel erreicht

werden könne. Und so wandelte sich auch sonst im ganzen preußischen

Volke die Stimmung. Am 30. Juni reiste Bismarck mit dem König ab. Spät

abends traf er mit dem Hauptquartier in Reichenberg ein. Schon hier war

das Hauptquartier und mit ihm der König von ernster Gefahr bedroht.

Noch nach Jahrzehnten erzählte der Staatsmann:

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 152 / 334 题