Wie eines armen Schächers Nacken
vor dem verfluchten Beil des Henkers friert,
das schrecklich nah und immer näher rückt,
daß er in schlaflos schlimme Nächte stiert
und hört im Traum, schrill, seine Knochen knacken,
und geht durch den Gefängnishof verzerrt, gebückt:
so ängstet mich die Stunde, da ich von dir scheiden muß
und ganz allein durch fremde Straßen streifen soll
ins Schreckhaft-Leere nach deinen Händen greifen soll,
und recht verlassen Sehnsucht leiden muß -- -- --
Du mußt mir deine Sterne schicken
und deine Gedanken mir zu Gerten geben,
die mein zages, verzärteltes Zögern züchtigen,
du mußt mich mit Träumen von dir zu tüchtigen
Taten tauglich machen und mit deinen Blicken,
die mir kommen, wenn meine Augen sich zum Himmel heben,
trösten, daß die Freude auf meine Wiederkehr
und auf das neue Glück mit dir mich nicht verzweifeln läßt,
wenn ich in fremder Kammer tränenübernäßt
nachts zum bestirnten Firmamente bete --
(denn ich bin allzu sehr
verschüchtert, wenn ich feindliche Triften betrete.)
Dann aber macht mich deine Liebe entschlossen
und hält mein Herz hoch und meinen Mut! -- -- --
Und plötzlich ist die bange Zeit verflossen,
und ich bin wieder bei dir,
und du wiegst den heimgekehrten Odysseus auf deinem Blut.