Es sind auch nicht all, o Gott, deine Gedanken
Nur Lämmer, von gütlicher Wärme beschneite,
Und dehnen nicht all sich
Nach seligem Tanz an Hängen von Klee
In süßen Schalmeiton des schläfrigen Monds.
In Pfauen auch denkst du
Und starrst in gespreizter Eitelkeitsgier
Aus Augen, in Fächern,
Vom Tempelteppich gewirkten Allsehens
In ewige Brunst des Lichts hinein.
In Tigers Kraft selbst dunkelt dein Groll,
Entflammt im Zinnober des Rachens noch Gier.
In Schlangen wirft Hinterlist metallischen Schimmers
So giftigen Ring vor ein ärmer Geschöpf.
Auch bist du ja Flamme und Lohe und Feuersbrunst,
Getümmelte Wogenherde, Zentaurenschar, Schlund,
Bist Zickzack und Blitz, Erdbeben, Vulkanausbruch,
Zusammenprall der Planeten, bist Untergang.
Doch wie du es bist, Gott: auch ich muß es sein.
O wandle mich denn in schwindenden Formen ab!
Denn Flamme schon war ich und Lohe und Feuersbrunst,
Erd-Erbeben -- Vulkanausbruch -- Untergang.
Als Tiger der Dschungeln ich trug
Im Nacken gefiederte Pfeile hinab,
Schweifte als Pfau an Tempelsäulen der Juno vorbei,
Lag lauernd geschmiegten Schlangenleibs
Im Schatten der lehmigen Diele zur Nacht. --
Gib Güte nun endlich,
Wärme des schneeigen Lämmerkleids!
Hülle mein Herz, o Gott,
In Sehnsucht der Hirtenschalmei!