Trost

Es sind auch nicht all, o Gott, deine Gedanken

Nur Lämmer, von gütlicher Wärme beschneite,

Und dehnen nicht all sich

Nach seligem Tanz an Hängen von Klee

In süßen Schalmeiton des schläfrigen Monds.

In Pfauen auch denkst du

Und starrst in gespreizter Eitelkeitsgier

Aus Augen, in Fächern,

Vom Tempelteppich gewirkten Allsehens

In ewige Brunst des Lichts hinein.

In Tigers Kraft selbst dunkelt dein Groll,

Entflammt im Zinnober des Rachens noch Gier.

In Schlangen wirft Hinterlist metallischen Schimmers

So giftigen Ring vor ein ärmer Geschöpf.

Auch bist du ja Flamme und Lohe und Feuersbrunst,

Getümmelte Wogenherde, Zentaurenschar, Schlund,

Bist Zickzack und Blitz, Erdbeben, Vulkanausbruch,

Zusammenprall der Planeten, bist Untergang.

Doch wie du es bist, Gott: auch ich muß es sein.

O wandle mich denn in schwindenden Formen ab!

Denn Flamme schon war ich und Lohe und Feuersbrunst,

Erd-Erbeben -- Vulkanausbruch -- Untergang.

Als Tiger der Dschungeln ich trug

Im Nacken gefiederte Pfeile hinab,

Schweifte als Pfau an Tempelsäulen der Juno vorbei,

Lag lauernd geschmiegten Schlangenleibs

Im Schatten der lehmigen Diele zur Nacht. --

Gib Güte nun endlich,

Wärme des schneeigen Lämmerkleids!

Hülle mein Herz, o Gott,

In Sehnsucht der Hirtenschalmei!

Gedichte(#52219) · 第 26 / 30 题