=*Charitas Bischoff*, Amalie Dietrich.= Ein Leben. Mit 8 Bildnissen.
Achtundvierzigstes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Bilder aus meinem Leben.= Mit sechzehn Vollbildern und fünf
Textillustrationen. Zwanzigstes Tausend. Geb. 5,50 M.
=*Victor Blüthgen*, Gedichte.= Neue, verm. Ausgabe. Geb. 4,50 M.
=*Walther Burk*, Der versunkene Herrgott.= Roman. Geb. 4,50 M.
=*Gustaf Dickhuth*, Wie der Leutnant Hubertus von Barnim sich
verloben wollte und anderes.= Novellen. Geb. 4 M.
=*Ernst Eckstein*, Murillo=. Dritte Auflage. Geb. 3 M.
-- --, =Hertha.= Roman. Dritte Auflage. Geb. 8 M.
-- --, =Themis.= Roman. Zwei Bände. Geb. 9,60 M.
-- --, =Der Mönch vom Aventin.= Novelle. Vierte Auflage. Geb. 4 M.
-- --, =Familie Hartwig.= Roman. Zweite Auflage. Geb. 8 M.
-- --, =Kyparissos.= Roman. Zweite Auflage. Geb. 8 M.
-- --, =Roderich Löhr.= Roman. Zweite Auflage. Geb. 8 M.
-- --, =Adotja.= Novellen. Geb. 6,50 M.
-- --, =Die Hexe von Glaustädt.= Roman. Dritte Auflage. Geb. 8 M.
=*A. von der Elbe*, Der Bürgermeistersturm.= Ein Roman aus dem
fünfzehnten Jahrhundert. Zweite Auflage. Geb. 7 M.
-- --, =In seinen Fußstapfen.= Roman aus Lüneburgs Vorzeit. Zweite
Auflage. Geb. 5,50 M.
=*Gustav Falke*, Die Stadt mit den goldenen Türmen.= Die Geschichte
meines Lebens. Fünfzehntes Tausend. Geb. 5,50 M.
=*Heinrich Federer*, Lachweiler Geschichten.= Fünf Erzählungen.
Siebzehntes Tausend. Geb. 5 M.
-- --, =Berge und Menschen.= Roman. Zweiundvierzigstes Tausend. Geb.
6,50 M.
-- --, =Pilatus.= Eine Erzählung aus den Bergen. Neunzehntes Tausend.
Geb. 4,50 M.
-- --, =Jungfer Therese.= Eine Erzählung aus Lachweiler. Achtzehntes
Tausend. Geb. 5 M.
-- --, =Das Mätteliseppi.= Eine Schweizer Erzählung.
Fünfundzwanzigstes Tausend. Geb. 6,50 M.
=*Gustav Frenssen*, Die Sandgräfin.= Roman. Achtundsiebzigstes
Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Die drei Getreuen.= Roman. Hunderteinundzwanzigstes Tausend.
Geb. 5,50 M.
-- --, =Jörn Uhl.= Roman. Zweihundertneunundvierzigstes Tausend. Geb.
5,50 M.
-- --, =Hilligenlei.= Roman. Hundertneunundvierzigstes Tausend. Geb.
6,50 M.
-- --, =Peter Moors Fahrt nach Südwest.= Ein Feldzugsbericht.
Hundertsechsundachtzigstes Tausend. Geb. 3,50 M.
-- --, =Klaus Hinrich Haas.= Roman. Neunundachtzigstes Tausend. Geb.
6,50 M.
-- --, =Der Untergang der Anna Hollmann.= Eine Erzählung.
Sechsundsechzigstes Tausend. Geb. 3,50 M.
-- --, =Bismarck.= Epische Erzählung. Geb. 5 M.
-- --, =Die Brüder.= Eine Erzählung. Fünfundachtzigstes Tausend. Geb.
6,50 M.
=*Ludwig Ganghofer*, Doppelte Wahrheit.= Neue Novellen. Sechstes
Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Fliegender Sommer.= Novellen. Einundzwanzigstes Tausend. Geb.
5 M.
-- --, =Das Schweigen im Walde.= Roman. Neue Ausgabe.
Einundsechzigstes Tausend. Geb. 6,50 M.
-- --, =Die Trutze von Trutzberg.= Eine Geschichte aus Anno Domini
1445. Sechsundvierzigstes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Das große Jagen.= Roman aus dem 18. Jahrh. Geb. 7,50 M.
=*Hans Ferdinand Gerhard*, In der Jodutenstraße.= Roman. Drittes
Tausend. Geb. 4,50 M.
=*Ola Hansson*, Der Schutzengel.= Roman. Geb. 4 M.
=*Hermann Heiberg*, Reiche Leute von einst.= Roman. Geb. 4 M.
=*Hans Hopfen*, Gotthard Lingens Fahrt nach dem Glück.= Roman. Geb.
5,50 M.
=*F. Hugin*, Durch den Nebel.= Roman. Viertes Tausend. Geb. 4,50 M.
=*Johannes Jegerlehner*, Marignans.= Eine Erzählung. Fünftes Tausend.
Geb. 4,50 M.
-- --, =Petronella.= Roman aus dem Hochgebirge. Fünftes Tausend. Geb.
4,50 M.
-- --, =Grenzwacht der Schweizer.= Eine Erzählung. Siebentes Tausend.
Geb. 2,50 M.
=*Wilhelm Jordan*, Zwei Wiegen.= Ein Roman. Neue Ausgabe. Zwei Bände.
Fünftes Tausend. Geb. 7 M.
=*Adam Karrillon*, Michael Hely.= Roman. Neuntes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Die Mühle zu Husterloh.= Roman. Siebentes Taus. Geb. 5,50 M.
-- --, =_O domina mea._= Roman. Sechstes Tausend. Geb. 5.50 M.
-- --, =Im Lande unserer Urenkel.= Drittes Tausend. Geb. 5 M.
-- --, =Bauerngeselchtes.= Sechzehn Novellen aus dem Chattenlande.
Drittes Tausend. Geb. 4,50 M.
-- --, =Adams Großvater.= Roman. Siebentes Tausend. Geb. 5,50 M.
=*Joseph von Lauff*, Kärrekiek.= Roman. Zehntes Taus. Geb. 5,50 M.
-- --, =Pittje Pittjewitt.= Ein Roman vom Niederrhein. Zwanzigstes
Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Frau Aleit.= Roman. Siebzehntes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Die Tanzmamsell=. Roman. Siebzehntes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Sankt Anne.= Roman. Fünfzehntes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Revelaer.= Roman. Sechzehntes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =_Lux aeterna._= Roman. Elftes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Die Brinkschulte.= Roman. Zwölftes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Anne-Susanne.= Roman. Zweiundzwanzigstes Tausend. Geb. 5,50 M.
-- --, =Sergeant Feuerstein.= Ein Roman aus großer Zeit.
Vierundzwanzigstes Tausend. Geb. 6 M.
=*Hermann Lingg*, Schlußsteine.= Neue Gedichte. Geb. 4 M.
=*Fritz Philippi*, Adam Notmann.= Ein Leben in der Zelle. Roman. Geb.
4,50 M.
=*Wilhelm Rabe*, Die Chronik der Sperlingsgasse.= Achtundneunzigste
Auflage. Geb. 4 M.
-- --, =Horacker.= Zweiunddreißigstes Tausend. Geb. 4 M.
-- --, =Unruhige Gäste.= Ein Roman aus dem Säkulum. Siebente Auflage.
Geb. 4 M.
-- --, =Im alten Eisen.= Eine Erzählung. Siebente Auflage. Geb. 4 M.
-- --, =Nach dem großen Kriege.= Eine Geschichte in zwölf Briefen.
Fünfte Auflage. Geb. 3,50 M.
-- --, =Die Kinder von Finkenrode.= Achte Auflage. Geb. 4 M.
-- --, =Halb Mär, halb mehr.= Erzählungen, Skizzen, Reime. Zweite
Auflage. Geb. 4 M.
=*Otto Rodehorst*, Und wenn die Welt voll Teufel wär!= Eine
Erzählung. Achtes Tausend. Geb. 2,50 M.
=*Erich Scheurmann*, Ein Weg.= Roman. Geb. 5 M.
-- --, =Abseits.= Sechs Erzählungen. Geb. 3 M.
=*Gustav Schröer*, Die Flucht von der Murmanbahn.= Eine Erzählung.
Achtes Tausend. Geb. 2,50 M.
-- --, =Der Heiland vom Binsenhof.= Roman. Geb. 5,50 M.
=*Ernst Schudert*, Ruhm.= Ein Novellenkranz um Friedrich den Großen.
Fünfzehn Novellen. Drittes Tausend. Geb. 4,50 M.
-- --, =Der Sturmwind Gottes.= Zwei Erzählungen. Geb. 5 M.
=*Heinrich Wolfgang Seidel*, Der Vogel Tolidan.= Neun Erzählungen.
Geb. 4,50 M.
-- --, =Die Varnholzer.= Ein Buch der Heimat. Geb. 5,50 M.
=*Heinrich Steinhausen*, Heinrich Zwiesels Ängste.= Eine Spießhagener
Geschichte. Geb. 5,50 M.
=*Konrad Telmann*, Bohémiens.= Roman. Geb. 6,50 M.
=*Johannes Trojan*, Auf der anderen Seite.= Streifzüge am
Ontario-See. Geb. 3 M.
-- --, =Berliner Bilder.= Hundert Momentaufnahmen. Zweite Auflage.
Geb. 4 M.
=*Ernst von Wildenbruch*, Das schwarze Holz.= Roman. Sechzehntes
Tauend. Geb. 5.50 M.
-- --, =Lukrezia.= Roman. Siebzehntes Tausend. Geb. 6,50 M.
=*Julius Wolff*, Till Eulenspiegel redivivus.= Ein Schelmenlied.
Sechsundzwanzigstes Tausend. Geb. 4,80 M.
-- --, =Der Rattenfänger von Hameln.= Eine Aventiure.
Siebenundsiebzigstes Tausend. Geb. 4 M. 80 Pf.
-- --, =Der wilde Jäger.= Eine Weidmannsmär. Hundertundachtes
Tausend. Geb. 4 M. 80 Pf.
-- --, =Tannhäuser.= Ein Minnesang. Zwei Bände. Vierundvierzigstes
Tausend. Geb. 8 M.
-- --, =Lurici.= Eine Romanze. Einundsiebzigstes Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Die Pappenheimer.= Ein Reiterlied. Fünfundzwanzigstes
Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Renata.= Eine Dichtung. Dreiunddreißigstes Taus. Geb. 6 M.
-- --, =Der fliegende Holländer.= Eine Seemannssage.
Siebenunddreißigstes Tausend. Geb. 5 M.
-- --, =Assalide.= Dichtung aus der Zeit der provençalischen
Troubadours. Siebzehntes Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Der Landsknecht von Cochem.= Ein Sang von der Mosel.
Dreiundzwanzigstes Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Der fahrende Schüler.= Eine Dichtung. Vierzehntes Tausend.
Geb. 6 M.
-- --, =Der Sülfmeister.= Eine alte Stadtgeschichte. Zwei Bände.
Vierundsechzigstes Tausend. Geb. 8 M.
-- --, =Der Raubgraf.= Eine Geschichte aus dem Harzgau.
Dreiundsiebzigstes Tausend. Geb. 7 M.
-- --, =Das Recht der Hagestolze.= Eine Heiratsgeschichte aus dem
Neckartal. Vierundvierzigstes Tausend. Geb. 7 M.
-- --, =Das schwarze Weib.= Roman aus dem Bauernkriege.
Sechsundzwanzigstes Tausend. Geb. 7 M.
-- --, =Die Hohkönigsburg.= Eine Fehdegeschichte aus dem Wasgau.
Vierunddreißigstes Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Zweifel der Liebe.= Roman aus der Gegenwart.
Einundzwanzigstes Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Das Wildfangrecht.= Eine pfälzische Geschichte. Neunzehntes
Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Der Sachsenspiegel.= Eine Geschichte aus der
Hohenstaufenzeit. Achtzehntes Tausend. Geb. 6 M.
-- --, =Singuf.= Rattenfängerlieder. Siebzehntes Tausend. Geb. 4 M.
80 Pf.
-- -- =Aus dem Felde.= Gedichte. Vierte, vermehrte Auflage. Geb. 2 M.
50 Pf.
=*Heinrich Federer*, Das Mätteliseppi.= Eine Erzählung. 25. Tausend.
Geh. 5 M., geb. 6.50 M.
Vor zwölf Jahren habe ich diese unvergeßliche Figur in einer Novelle
behandeln wollen, und damals entstanden die Kapitel in der Webstube
und im Pfarrexamen in einem mehr humoristischen Fadenschlag. Ich
legte jedoch den unbefriedigenden Entwurf in die Schublade. Aber im
Herbst 1915, im Süden und im Heimweh nach den Buchen und Äpfeln und
Herzlichkeiten meines lieben Nordens, nahm ich die Papiere wieder
vor und arbeitete sie nun zu einem ... ach freilich so dicken! ...
Romane aus ... In die Schicksale des Ländleins und besonders der
Spichtigerfamilie ist nun das Mätteliseppi so verstrickt und hält
den Faden so stramm in der Faust, daß ich statt des ersten Titels
»Die Spichtiger« lieber seinen klassischen Namen »Das Mätteliseppi«
setzte. Es stört die Einheit der Erzählung keineswegs, stärkt sie
eher und gleicht in seiner rauhen und massiven Gewalt einem Berge,
in dessen wechselndem Schatten sich eine kleine Menschheit und
Menschheitsgeschichte entwickelt und bald behindert, bald gehoben ans
ordentliche Ziel gelangt.
So hat es denn wirklich ein solches Mättelisepi gegeben? Seinen
Webstuhl und harten Flachsscheitel, seinen langen Stecken, sein
Unterrichtsgenie und seinen mörderlichen Kleiderkasten als Arrest?
Seine Helgen und Mären? wie? ... Ich antworte: all das auf den letzten
Tupf! Viele hundert Obwaldner werden euch das mit einem aus Respekt und
Schalkheit gemischten Lächeln bestätigen und noch reichlich glossieren
können. Und auf dem Friedhof von Sachseln findest du die Horat und
Molin und Herri und Tonoli, indessen der damalige Helfer Ludowig noch
heute, im Silber von fünfundsiebzig Jahren, als geistliche Spitze des
Kantons tapfer seines Amtes waltet ... Von all den vielen Knaben und
Mädchen, dem seltsamen Josef Tonoli zum Beispiel, der kalten, eitlen
Orla, dem kühnen, wilden Herri und dem glücklichern von Aar bis zum
Trunzibub hinauf und zur Botin Trunz selber und den Spichtigerleuten
als den Hauptpersonen des Romanes, von all dem ist keine Faser eitle
Phantasie dabei. Sie alle sind genau so in Fleisch und Blut und
starken Knochen an mir vorbeigegangen. Ich habe nur Namen geändert und
Örtlichkeiten verschoben. Viele leben noch, die meisten ruhen.
Soll ich sagen, ob auch die tiefen Leiden und Zweifel und seelischen
Erhebungen im Buche historisch sind? Da erlasset mir das Wort. Das
sollet nun ihr sagen, die ihr das Buch leset!
Heinrich Federer (in Grote's Weihnachtsalmanach 1916).
=*Ludwig Ganghofer*, Die Trutze von Trutzberg.= Eine Geschichte aus
anno Domini 1445. 46. Tausend. Geh. 4 M., geb. 5,50 M.
Ganghofer hat mit seinem neuesten Roman dem deutschen Volke eine
prächtige Gabe beschert. Er führt seine Leser um ein paar Jahrhunderte
zurück in jene Zeit, da politische Forderungen die schöne Agnes
Bernauerin von der Seite des Bayernherzogs rissen. Wie ein düsterer,
unheimlicher Ton klingt dieses Ereignis durch die Wirrnisse der Fehde,
die die Trutze von Trutzberg mit ihren Burgnachbarn auszufechten haben.
Gleichzeitig beleuchtet es die Liebesgeschichte des Romans, die sich
zwischen dem Fräulein von Puechstein und dem Schäfer Lienhart abspinnt.
Hierbei ist Ganghofer die schwierige Aufgabe restlos zu lösen gelungen,
seine Leser für das ungleiche Liebespaar einzunehmen. Von der ersten
Bekanntschaft mit dem Schäfer Lienhart an muß man diesem Naturburschen
gut sein, so kernfest und treu-deutsch ist der junge Träumer und Held
gezeichnet. Deshalb versteht man das junge Edelfräulein, wenn es sein
Herz an den verachteten Schäfer verliert und einem verderbten Junker
den Laufpaß gibt. In treffenden Gegensätzen entrollt der Dichter ein
Bild vom Leben und Treiben in der vom Feinde belagerten Burg. Sein
köstlicher, echter Humor kommt dabei in vollem Umfang zur Geltung. --
Ganghofers Buch kommt gerade zur rechten Zeit. Es wird vielen, unter
der Gegenwart Mühseligen und Beladenen, eine rechte Erquickung sein,
denn der Quell, der es genährt hat, heißt Gesundheit.
Dresdner Nachrichten.
=*Ludwig Ganghofer*, Das Schweigen im Walde.= Roman. Neue Ausgabe.
60. Tausend. Geh. 5 M., geb. 6,50 M.
Hinauf auf die Berge und in den Hochwald führt der Dichter seinen
im Getriebe der Großstadt flügellahm gewordenen Helden und läßt
ihn gesunden am immer frischen Born reiner, hehrer Gottesnatur und
inmitten ihrer kernfesten, urwüchsigen Menschen. Charakteristisch
und scharf gezeichnet treten sämtliche Gestalten der interessanten,
reichbewegten Handlung gleichsam leibhaftig vor uns und erregen unsere
warme Sympathie bei allen ihren Leiden und Freuden. Den Mittel- und
Glanzpunkt der Dichtung aber bildet die herrliche Gebirgsnatur der
Tiroler Alpen, deren äußere Erscheinungen in edler, von poetischem
Zauber durchwobener Sprache mit einer plastischen Anschaulichkeit
geschildert sind, die Herz und Sinn des Lesers unwiderstehlich gefangen
nimmt.
=*Adam Karrillon*, Adams Großvater.= Roman. 7. Tausend. Geh. 4 M.,
geb. 5.50 M.
Adam Karrillon gehört zu den im deutschen Schrifttum nicht seltenen
Dichtern, die erst im gereiften Mannesalter aus einem im vollen
Leben tätigen Beruf in die Literatur gekommen sind. Im Odenwald,
in einem kleinen Waldnest geboren, war er von Jugend an mit Land
und Leuten seiner Heimat vertraut, später als Landarzt hatte er in
jahrzehntelanger Praxis im näheren und weiteren Bezirk Gelegenheit,
Herz und Nieren zu prüfen, seine Menschenkenntnis zu erweitern und zu
vertiefen. Als Karrillon als 47jähriger seinen ersten Roman herausgab,
merkte man gleich, daß da ein Eigener auftrat, einer, der aus dem
vollen schöpfte, der nicht in der Schreibstube nach einer landläufigen
Mode oder den Geboten einer »Richtung« einen Roman zusammenbastelte,
sondern die Erfahrungen eines Lebens vor uns ausbreitete, mit einem
grimmigen Humor, mit innerer Heiterkeit, oft mit Wehmut, knorrig,
kraus, sehr deutsch von Leben und Schicksalen seiner Leute erzählte.
So gab er in seinem ersten Buche, dem »Michael Hely«, ein Bild des
Odenwälder und Schwarzwälder Bauernvolkes, nicht verschönert und
verniedlicht, wie weiland Auerbach und Defregger es taten, auch nicht
so einseitig verzerrt und verroht, wie viele Moderne, sondern etwa
so wie Leibl gemalt hat, so stark, so wahr, so unerbittlich und doch
liebevoll. Dann kam die »Mühle zu Husterloh«, ein bei aller Komik
tiefernstes Buch, das die Erwürgung eines patriarchalischen ländlichen
Mühlenbetriebes durch ein modernes »Etablissement« zum Gegenstand hat,
endlich der Roman »_O domina mea_«, welcher mit einem heiteren, einem
nassen Auge das Geschick und die Liebe eines Bauernarztes erzählt.
Viel eigenes Leben und Leid des Dichters klingt hier schon auf. Nach
zwei kleineren Büchern, der launigen Schilderung einer Afrikafahrt und
einem Bande lustiger Bauernhistörchen tritt Karrillon nun wieder mit
einem größeren Bauernroman hervor, in dem er sein eigenes Geschlecht,
sein eigenes Jugendland darstellt. Ganz unverfälscht ist wieder
das Bauernvolk vorgeführt, der echte urwüchsige Bauer, das noch
ungebrochene deutsche Volkstum. Gestalten, wie den hartschädeligen, auf
seinen ererbten und mühsam vergrößerten Besitz stolzen Großvater, den
sie wegen seines Reichtums den »Kurfürsten« nennen, seinen windigen,
arbeitsscheuen Sohn, der jeder Schürze nachläuft und das väterliche
Erbe in Saus und Braus durchbringt, vergißt man nicht. Wieder leuchtet
Karrillons herzhafter Humor mildernd und versöhnend durch Leid und
Leidenschaft, wieder erfreut eine markige, in ihrer Bilderpracht oft an
Shakespeare gemahnende Sprache.
=*Gustav Schröer*, Der Heiland vom Binsenhofe.= Roman. Geh. 4 M.,
geb. 5,50 M.
Ein starkes, gutes und schönes Werk, aus der Tiefe und Fülle
menschlicher Empfindung und Erkenntnis geschöpft, edel im Gegenstand,
frei und maßvoll in der Gesinnung, geradlinig in der Führung,
einheitlich und geschlossen in der Erfindung und Darstellung, ohne
bilderreichen Überschwang und doch dichterisch beseelt, lebendige
Menschen und wirkende Natur, überzeugend und ergreifend. Es ist nur
eine einfache Bauerngeschichte, aber sie umspannt in ihrer kleinen
Welt den ganzen ewigen Kampf der Schwachen gegen die Mächtigen, der
Vernunft gegen den Aberglauben, der Güte gegen die Gemeinheit, der
Selbstlosigkeit gegen die Leidenschaft. Und als symbolischer Vertreter
dieses Kampfes erscheint der Schicksalsmensch, dem gerade seine besten
Eigenschaften einen tragischen Untergang bereiten und dem, wie seinem
göttlichen Vorgänger, im Leben zum Spott, im Tode zum Ruhm der Name des
»Heilands« zuteil wird.
Gustav Schröer hat bereits durch die im vorigen Jahre in unserer
»Sammlung« erschienene Erzählung »Die Flucht von der Murmanbahn« und
andere Werke starke Talentproben abgelegt; durch dies neue Werk, das
einen bedeutenden Stoff in bedeutender Weise behandelt und in seinen
Folgerungen eine ernste Mahnung für vielleicht bevorstehende Tage ist,
hat er Anspruch, in weitesten Kreisen des deutschen Volkes gehört zu
werden.
=*Gustav Schröer*, Die Flucht von der Murmanbahn.= Nach den Berichten
eines Torgauer Husaren. 8. Tausend. Geh. 2 M., in Pappband geb. 2,50
M.
»Dieser Roman eines Torgauer Husaren ist wahrhaftig die beste
Abenteuergeschichte, die ich kenne: ganz einfach erzählt und dabei doch
fabelhaft eindrucksvoll.«
Fedor v. Zobeltitz.
»Das schöne Buch hat alle Anwartschaft, ein Volksbuch zu werden.«
Carl Busse.
»Am herrlichsten seit langem dünkt mich >Die Flucht von der
Murmanbahn<. Wie frisch, wahr, tüchtig! wie ist man dabei und leidet
und hofft und bangt mit! Und wie ist einem das Fensterlicht tief
unten an der norwegischen Küste dann selbst eine wahre Erlösung! Eine
ähnliche Natürlichkeit in Nerv und Seele findet man fast nie in den
ähnlichen abenteuerlichen Werken.«
Heinrich Federer.
=*Heinrich Wolfgang Seidel*, Die Varnholzer.= Ein Buch der Heimat.
Geh. 4 M., geb. 5,50 M.
Heinrich Wolfgang Seidel, der Sohn des Leberecht Hühnchen-Dichters, der
sich durch seine Novellen »Der Vogel Tolidan« und »Ameisenberg« bereits
einen anerkannten Namen in der Literatur erworben hat, tritt hiermit
mit seinem ersten Roman hervor, einem sehr liebenswürdigen Buche, voll
von Reizen der Stimmung und dichterischer Anschauung, voll Witz und
Laune und liebevollem Eingehen auf das Seelenleben der betrachteten
Menschen.
Die Varnholzer sind der Freundeskreis des Anwaltes Varnholz, der mit
seiner Frau und seinen beiden Kindern im Mittelpunkt dieses Buches
steht. Er zieht in den Kampf gegen Rußland, wird gefangen und gewinnt
nach abenteuerlicher Irrfahrt die Heimat aufs neue. Dennoch ist die
Erzählung weniger eine Darstellung kriegerischer Vorgänge, als der
Versuch, in anschaulichen Bildern die Erlebnisse der deutschen Seele
widerzuspiegeln. Eine Fülle von Gestalten erlebt Frieden und Krieg,
und jede offenbart ein Stück deutschen Wesens. Heitere und tragische
Züge sind miteinander ausgeglichen, der Schauplatz wechselt vielfach,
und der Leser wird geführt durch Weltstadt und ländliche Gemeinschaft,
nach Weimar ebenso wie in die polnische Öde. Das Erleben der
Kleinstadtbürger und der Künstler, der dumpfen Masse und des einzelnen
Kulturträgers, der Wagemut des Mannes und die betende Geduld der Frau,
Kinder-Weihnachten und die Irrwege der in Selbstsucht Strauchelnden,
die grenzenlose Liebe zum Vaterland, aber auch die Vision Christi,
dessen Erbarmen den *Menschen* sucht, -- alles das vereinigt sich in
einem Akkord und läßt doch jeder Erscheinung ihre eigene leidvolle oder
triumphierende Stimme.
==Heinrich Wolfgang Seidel=, Der Vogel Tolidan.= Neun Novellen. Geh.
3 M., geb. 4,50 M.
*Inhalt*: Der Vogel Tolidan -- Engelmann -- Advent -- Die Königsprobe
-- Arm Wendelin und die schöne Susanne -- Die Bibliothek des möblierten
Herrn -- Ein Ferientag -- Herrn Honolts Abenteuer -- Die Ballspielerin.
=*Heinrich Wolfgang Seidel*, Ameisenberg. Die spanische Jacht.= Zwei
Novellen. Kart. 1,80 M., geb. 2 M.
Bei der Transkription vorgenommene Änderungen und weitere Anmerkungen:
Der Abschnitt "Bücher von Ludwig Ganghofer:" wurde vom Anfang des Buchs
an das Ende verlegt, vor die sonstigen Verlagsanzeigen.
In "Sonst hätt ich doch nit die zwei weißen Fähnlein deiner Torheit
aufgesteckt, wo du sie sehen hast müssen auf den ersten Blick." stand
"Fähnlen" statt Fähnlein.
In "Ihr wollt doch wohl nicht sagen: >In der ersten<?" fehlte
das schließende einfache Anführungszeichen. Dies wurde nach
Sinnzusammenhang hinter "ersten" ergänzt.
Im Abschnitt "Grote'sche Sammlung v. Werken zeitgenöss. Schriftsteller"
stand im Original, wenn die Liste der Werke eines Schriftstellers über
einen Seitenumbruch ging, am Anfang der neuen Seite noch einmal dessen
Name. Dies wurde ersetzt durch die Form "-- --," welche auch sonst
anzeigt, dass das nächste Werk von demselben Autor stammt.