Die Hunde schlugen jetzt an und rannten heulend und bellend

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Kreuz und Quer.

Neue gesammelte Erzählungen

von

Friedrich Gerstäcker.

Dritter Band.

Leipzig,

Arnoldische Buchhandlung.

1869.

Inhaltsverzeichniß.

Seite

1. Jay-hawkers 1

2. König Zambiri 198

3. Der Mexikaner 284

4. Ein =prize-fight= oder Boxerkampf in Cincinnati 358

Jay-hawkers.

Erstes Kapitel.

In Perryville.

Das kleine Städtchen Perryville in Arkansas, das, während der Krieg in den

östlichen Staaten der Union wüthete, nun über zwei Jahre fast wie todt und

verlassen gelegen hatte, schien heute, am ersten October des Jahres 1862,

seinen friedlichen Charakter abgelegt und sich in einen militärischen

Tummelplatz verwandelt zu haben.

Daß von allen Seiten Reiter, die lange Büchse auf der Schulter, die

schweren Messer an der Seite, heransprengten, würde weniger aufgefallen

sein, denn ohne diese Waffen ging überhaupt kein Backwoodsman nur von Farm

zu Farm, aber dazwischen sah man auch eine Anzahl von Männern in grauen

uniformartigen Röcken und doch auch wieder nicht uniform, denn Mancher von

ihnen trug einen alten Filzhut, Mancher einen Strohhut auf dem Kopfe, aber

alle auch einen Gurt um den Leib und neben dem Messer einen, manchmal sogar

zwei Revolver.

Perryville ist keine regelmäßige Stadt, wenn auch schon seit langen Jahren

regelmäßig ausgelegt. Arkansas selber hatte aber die in den schönen Staat

gesetzte Hoffnung, daß er sich rasch und entschieden bevölkern würde, nicht

bewährt. Viele seiner Bewohner, unstätes Volk alle zusammen, waren nach

Californien gezogen, als der erste Ruf des Goldes von dort herübertönte,

Andere nach Texas, weil sich vielleicht ein Fremder in ein oder zwei Miles

Entfernung von ihnen angesiedelt hatte und die »zu nahe« Nachbarschaft

ihnen unbequem wurde, und wenn sich dann auch mancher neue Einwanderer

von den östlichen Staaten her in das Land zog, hielt sich die Bevölkerung

trotzdem so ziemlich auf dem alten Stand.

Nur an den kleinen Fluß hinauf, den Fourche-la-Fave, wie er genannt wird,

hatten sich die Farmen, aber auch nur mit weiten Unterbrechungen gezogen;

das innere Land lag noch in jungfräulicher Wildniß, von keiner Axt,

höchstens einmal von dem Beil des Jägers berührt, der sich dort junge

Stämme zu Lagerstangen abhieb, und das Städtchen, was so nach und nach am

Fourche-la-Fave entstanden, war eigentlich gar nicht nöthig. Die Farmer

und Jäger brauchten es nicht, hätten wenigstens recht gut ohne dasselbe

bestehen können, und benutzten es nur zu gelegentlichen Zusammenkünften.

Bis hierher war auch der eigentliche Krieg noch nicht gedrungen und drang

überhaupt nicht hin. Truppenkörper der verschiedenen Armeen schickten wohl

später dann und wann einmal einen Streifzug durch den Wald, aber der

mußte die Straße halten und verweilte auch nicht gern lange in den dichten

Wäldern, wo er sich nie sicher davor fühlte, von einem anderen, vielleicht

stärkeren Corps überfallen zu werden.

Little Rock, die Hauptstadt des Staates, hatte sich allerdings zu Gunsten

der Secession erklärt, denn Arkansas war ein echter Sclavenstaat, wenn

es auch im Verhältniß nur wenig Negersclaven aufweisen konnte. Die

eigentlichen Farmer und Jäger hatten sich aber bis jetzt, wie nach

stillschweigendem Uebereinkommen, noch nicht am Kriege betheiligt. Sie

waren weder angegriffen, noch belästigt worden und mit der geringen

Bevölkerung ihres Staates, warfen sie ja doch kein Gewicht in die

Wagschaale des Krieges. Ueberdies verkündeten die seltenen Nachrichten,

die wirklich zu ihnen drangen, nur immer neue Siege der Secessionisten, die

sogar das Capitol in Washington bedrohen sollten; sie wurden also dort

gar nicht gebraucht, während sie hier unumgänglich nöthig blieben, um

ihre Familien zu erhalten. Was hätten die einzelnen Frauen und Kinder hier

mitten im Walde anfangen wollen, wenn die Männer und jungen Leute

weit hinweg in andere Staaten gezogen wären, um sich mit den Yankees

herumzuschlagen.

Außerdem standen fast alle _alten_ Leute in dem ganzen District, im

_Herzen_ auf Seite der Union. Am ganzen Fourche-la-Fave war auch nicht ein

einziger Sclavenhalter, kein einziger Neger zu finden. Am Petite-Jeanne

drüben gab es allerdings ein paar, aber ihretwegen wäre es wahrlich nicht

der Mühe werth gewesen, einen blutigen Krieg anzufangen und die große und

mächtige Union in zwei Hälften zu reißen.

Einzelnen jungen Leuten zuckte es allerdings in den Gliedern, Theil an

dem Kampf zu nehmen und einen Tanz mit den »verdammten Abolitionisten« zu

haben, wie die Yankees damals genannt wurden und welchen Namen sie auch in

der That noch zum großen Theil jetzt führen; die große Mehrzahl war indeß

entschieden _gegen_ eine Betheiligung am Krieg, denn die Südstaaten, zu

denen sie allerdings ihrer Lage nach gehörten, hatten die Flagge der Union

beschimpft, die Constitution gebrochen und den Bürgerkrieg entzündet. _Sie_

wollten keine Hand in solchen Dingen haben.

Nur die Frauen neigten sich sonderbarer Weise der Secession zu, und aus

welchem Grunde?

Im Herzen trugen sie alle den Wunsch, es einmal dahin zu bringen, daß sie

sich ein Hausmädchen -- natürlich eine Sclavin -- anschaffen konnten, denn

Dienstboten, wie wir solche bei uns gewohnt sind, gab es ja nicht in der

Union, und was man =a help= nannte, eine »Hülfe,« und worunter sich eine

Nachbarstochter verstand, die einmal auf kurze Zeit oder weil bei ihnen

selber das Brot knapp wurde, herüberkam und eine Weile aushalf -- konnte

natürlich nicht genügen, da diese jungen »=ladies=« wie die rohen

Eier behandelt sein wollten und bei dem ersten rauhen Wort das Haus

augenblicklich und indignirt verließen. Eine junge Negersclavin blieb also

ihr heimlicher, aber dafür desto innigerer Wunsch, und daß sie sich --

unter solchen Umständen -- nicht für Abschaffung der Sclaverei begeistern

konnten, versteht sich wohl von selbst.

Vor kaum acht Tagen nun war die Nachricht hier in den stillen Wald

gedrungen, daß die »Südlichen« wieder einen neuen und großen Sieg über

den Norden davongetragen hätten und dieser jetzt die verzweifeltsten

Anstrengungen mache, um den immer mächtiger werdenden Feind zu verhindern,

sich selbst in Besitz des Capitols zu setzen. Eine Aushebung von

Hunderttausenden sollte unter den Yankees ausgeschrieben sein, und es war

deshalb nöthig geworden, auch die Kräfte des Südens zusammenzurufen, um die

»Abolitionisten« nicht wieder zu Athem kommen zu lassen, sondern womöglich

gleich mit einem Schlage zu vernichten. Derartige Phrasen durchliefen ja

fortwährend die weit abgelegnen Territorien sowohl, als auch die einzelnen

Rebellenstaaten selber, und fanden in den letzteren vielleicht Wiederklang

-- in Arkansas aber nicht. Als deshalb auf den heutigen Tag Emissaire vom

anderen Ufer des Mississippi eine Versammlung in Perryville ausgeschrieben

hatten, um den Stand der Verhältnisse zu besprechen, fanden sich wohl die

jungen und auch die älteren Leute dazu ein, weil sie etwas Bestimmtes über

den Stand des Krieges zu erfahren hofften, aber begeistert für die Sache

selber waren sie nicht, ja die alten Backwoodsmen sogar fest entschlossen,

einer möglichen Anwerbung entschieden entgegenzutreten.

Den jungen Burschen aber kam ein solcher »Frolic,« wie sie es nannten,

gerade recht. Der Krieg dauerte nun schon Jahre, und eine todte,

erdrückende Schwüle hatte indessen auf dem ganzen Land gelegen. Wer sollte

auch Lust gehabt haben sich zu vergnügen, während nur immer eine Nachricht

nach der anderen kam, wie bald da bald dort Tausende im gegenseitigen

Bruderkampf erschlagen waren und ihr Herzblut die zerstörten Felder

röthete.

Die Meisten sammelten sich auch bei dem alten Bockenheim, denn obgleich

in den letzten fünf Jahren noch zwei andere kleinere =groceries= oder

Kaufläden geöffnet worden, hatte man sich doch an den Deutschen, einen der

ältesten Ansiedler der Fourche la Fave, gewöhnt, und außerdem sollte

auch die eigentliche Versammlung in der unmittelbaren Nähe seines Hauses

stattfinden, zu der sogar ein Major der Secessionisten herüber gekommen.

Man lebte einmal wieder in dem bisher so todten Städtchen und der Whisky

floß. Allerdings war es nicht mehr möglich, diesen von Norden herunter zu

beziehen, woher sonst der beste Mohongahela kam, denn der Strom war sowohl

von den Nord- als Südstaaten blokirt worden und selbst auf jedes kleine

Boot wurde geschossen, das den Versuch machen wollte, sich hindurch

zu schleichen. Aber in Arkansas wußten sie sich, was wenigstens diesen

Gegenstand betraf, zu helfen, denn überall entstanden kleine Brennereien,

wobei noch die Heintzesche den besten Stoff lieferte. Von diesem war ein

frisches Faß angezapft worden, und die jungen Leute vom Fourche-la-Fave

hatten sich schon darum gesammelt, als die County-Straße herunter, von

zwei »Sesesch«-Officieren (Secessionisten) begleitet, der Major auf einem

prächtigen Rappen angesprengt kam, und vor Bockenheim's Thür sein muthiges

Roß einzügelte.

»Hallo Major!« rief ihm Einer der jungen Burschen zu, indem er ihm zugleich

den vollen Becher entgegenhielt -- »=how do you swop horses= (wie wollt

Ihr Euer Pferd vertauschen) gegen den Grauen dort, der an den Hickory

angebunden steht?«

»Mein junger Freund,« sagte der Major, nicht im Geringsten durch die Frage

beleidigt, denn sie war etwas zu Allgewöhnliches -- »wir brauchen jetzt

alle unsere guten Pferde selber, denn die verdammten Abolitionisten laufen

so rasch, daß man sie mit alten Kracken gar nicht einholen kann.«

»Oho Major,« lachte Jim Jenkins, ein Farmerssohn, dessen Vaters kleine

Ansiedelung unmittelbar am Arkansas lag -- »so sehr schnell können sie doch

nicht laufen, wenigstens nicht so weit, denn Washington liegt doch dicht

bei Virginien, und bis dahin haben sie Euch noch nicht gelassen.«

»Weil wir dort Nichts zu holen hatten, Jim,« rief Hendricks, ein junger

Mann vom Petite Jeanne, der aber auch schon die Uniform der Secessionisten

trug und -- wie er Anderen erzählte -- nicht blos ein paar der blutigsten

Schlachten mitgemacht, sondern auch ein paar Dutzend Abolitionisten mit

eigener Hand erschlagen hatte. »Was sollten wir in Washington? Das leere

Weiße Haus besetzen? Das Lumpenvolk hat es ja schon vollständig ausgeräumt,

und selbst die Bevölkerung der Stadt ihre beste Habe in Sicherheit

gebracht. Wohin wir kommen wollen, dahin kommen wir auch -- und wenn wir

jetzt Alle richtig zusammenhalten, rücken wir ihnen im nächsten Monat

nach New-York hinein, und da giebts nachher Beute, denn Lee hat uns fest

versprochen, daß wir dort plündern sollen.«

»Bah, wir sind keine Räuber,« sagte Jim finster, »daß man suchen sollte,

uns damit anzulocken. Wer hier her kommt zu uns, um uns zu belästigen,

gegen den stehen wir zusammen -- was kümmern uns die Kaufläden in

New-York?«

»Muß eine verwünscht gemeine Seele sein,« rief da ein anderer, John Wells,

der Sohn eines der besten Jäger am Fourche, der sich aber an politischen

Dingen nie betheiligte und still und zurückgezogen auf seiner Farm lebte

-- »der in einem solchen Krieg von Plündern spricht -- verdient daß man ihm

die Uniform vom Leib risse.«

»Dazu gehört ein _Mann_!« rief Hendricks, zornig auffahrend.

»Gott verdamm Dich, hier steht er!« schrie John, in dem Augenblick auch

sein eigenes Jagdhemd abwerfend, um die Arme frei zu bekommen, indem er

Hendricks gegenüber sprang -- »stell' Dich bereit, mein Junge, und wahr'

Deine Nase --«

»Ich bin nicht hergekommen um mich hier zu prügeln,« rief Hendricks

abwehrend --

»Feigling!« höhnte ihn John, und schien nicht übel Lust zu haben, trotz

alledem auf ihn einzuspringen; der Major aber, der sich indessen mit

einigen der alten Backwoodsmen unterhalten hatte, trat rasch dazwischen und

sagte abwehrend:

»Boys, um Gottes Willen, fangt untereinander keinen Streit an. Wir haben

da draußen alle Hände voll zu thun, um mit den verwünschten Abolitionisten

fertig zu werden, und wenn Ihr denen die Fäuste zeigen wollt, ist's ja

recht, aber nicht hier Freund gegen Freund. Das wäre den Yankees gerade

recht, wenn sie uns hier im Süden selber gegeneinander hetzen könnten.« --

»Dann muß uns so ein hergelaufener Lump aber auch nicht mit Plündern

anlocken wollen!« trotzte John, der noch immer gar nicht übel Lust zu haben

schien, den Kampf aufzunehmen.

»Ich habe nur gesagt, daß von Plündern gesprochen ist,« rief Hendricks,

»ich denke nicht daran, selber so 'was zu thun.«

»Frieden! haltet Frieden!« riefen jetzt auch Einige der älteren Leute. »Es

fließt Blut genug im Lande, Jungens, laßt uns das Elend nicht auch an den

Fourche-la-Fave verpflanzen und erst einmal hören, was der Major zu sagen

hat. Sprecht Major, Ihr habt uns ja hierhergerufen, was soll's eigentlich.«

»Ja, Gentlemen,« begann der Major, indem er seine Militärmütze abnahm und

sich mit der Hand durch die Haare fuhr, »die Sache ist höllisch einfach und

nicht viel darüber zu sagen. Ihr habt bis jetzt hier gelebt, als ob Euch

der Krieg, der da draußen geführt wird, gar nichts anginge, aber das muß

eben ein Ende nehmen. In Missouri sammeln die verdammten Yankees mehr und

mehr Truppen an, weil es ihnen unbequem ist, daß wir den Mississippi

hier haben und besetzt halten. Die also können jeden Augenblick bei Euch

einbrechen und dann sitzt Ihr da, Nichts ist organisirt, kein Commando,

keine Ordnung und Alles zerstreut im Busch, wo man Euch nachher einzeln

aufsuchen und gefangen in die Yankeestaaten hinaufschleppen kann.«

»Aber, Major,« sagte der alte Klingelhöffer, ein Deutscher, der seit

30 Jahren in diesen Wäldern lebte, »red't keinen Unsinn. Wenn die

Unionstruppen wirklich einmal hier durchmarschirten, und Streifcorps sind

schon ein paar Mal in der Nähe gewesen, so haben sie genug für sich selber

mitzuschleppen, als daß sie sich auch noch Gefangene aufladen sollten. Daß

sie uns Rinder schlachten werden, um was zu leben zu haben, ja, das ist

möglich, aber weiter geschieht auch Nichts, und wenn wir unsere jungen

Leute in den Krieg schicken, können sie nachher erst recht machen, was sie

wollen.«

»Daraus wird Nichts,« sagte der alte Jenkins, ebenfalls ein treuer

Unionsmann, der finster daneben auf einer Wagendeichsel gesessen und an

einem Spahn herumgeschnitzt hatte. »Unsere jungen Leute dürfen nicht fort

von hier; nachher ist der Wald leer und unsere Kinder können hungern

und verderben. Laßt es die ausfechten, die das Blutvergießen verschuldet

haben.«

»Ist auch meine Meinung,« nickte der alte Hogau, der oben vom

Fourche-la-Fave heruntergekommen war, »wir oder die Unseren haben Nichts

draußen zu thun, wir gehören hier in die Range, und wenn uns dann Jemand

belästigen will, ei zum Wetter, dann haben wir auch noch unsere Büchsen und

hier zwischen den Bäumen drinn, soll ihnen der Platz bald zu warm werden.«

»Aber Gentlemen!« rief der Major, »es spricht ja kein Mensch davon, daß

die jungen Leute hier den Staat verlassen sollen. General Lee selber ist

dagegen und stimmt ganz mit Ihrer Ansicht überein, daß es eben gefährlich

wäre, die Wälder hier von ihren Vertheidigern zu entblößen. Nur organisiren

sollen Sie sich und eine sogenannte Landwehr bilden, um im Fall eines

Angriffs im Stand zu sein, sich augenblicklich unter ihren Führern zu

sammeln, und ich glaube, das ist doch nur in Ihrem eigenen Interesse und zu

Ihrem eigenen Besten gehandelt.«

»Ich sehe den Grund nicht ein,« rief Klingelhöffer; »zum Henker auch, wir

haben die Mittel und Wege, unsere jungen Leute auf den Fleck zu bekommen,

wenn sie nothwendig gebraucht werden sollten, und in Reih' und Glied können

wir hier im Walde doch nicht kämpfen. Uebrigens« -- setzte er langsamer

hinzu -- »weiß ich auch gar noch nicht einmal gegen wen wir fechten und wer

von den beiden Partheien unser schlimmster Feind ist.«

»Aber Mister -- entschuldigen Sie, ich kann Ihren Namen nicht behalten,«

rief der Major, »Sie reden gerade, als ob Sie noch nicht einmal wissen, ob

Sie auf Seite der Südstaaten oder der Abolitionisten treten sollten.«

»Weiß ich auch nicht,« brummte der alte Mann störrisch, indem er seinen

Hosengürtel in die Höhe zog, »denn einverstanden bin ich mit der ganzen

Geschichte nicht, weil sie eben Lügen braucht, um sich fortzuhelfen.«

»Lügen, Mister?«

»Jawohl, Lügen,« brummte der Alte, »denn, wenn die Berichte alle wahr

wären, die wir hier hergeschickt kriegen, so könnten die Yankees schon gar

keine Soldaten oder überhaupt noch Menschen haben, so viele sind in jeder

Schlacht gefallen und so geschwind sind die Anderen gelaufen. Dabei wird

aber der ganze Krieg eben nur in den Südstaaten geführt; nicht einmal über

dem Ohio drüben haben sich die Südlichen halten können, und uns wollen sie

jetzt auch noch mit hineinziehen.«

»Aber das verlangt ja Niemand.«

»Gut, dann überlaßt das Andere auch uns selber, wir wollen die Sache schon

hier in Ordnung halten. Hat sich überhaupt Niemand sonst darum zu kümmern.«

»Wär' auch etwa meine Meinung,« nickte Jenkins. -- »Wir alten Colonisten

hier haben jetzt herangewachsene Jungen, die selber schon Männer geworden

sind und können es denen ruhig überlassen.«

»Und dann wohnen wir hier auch in keiner Stadt,« fiel Hogan ein, »wo in der

Zeit der Noth ein Nachbar dem anderen beispringen kann, und wenn Einen

was bedroht, der Andere ebenfalls davon wissen muß, weil er dicht daneben

sitzt. Wenn hier in unsere einzelnen Farmen eine Bande einbricht, so können

sie thun und lassen, was sie wollen, nicht einmal das Knallen der Gewehre

hört man beim Nachbar. Wenn die Südstaaten deshalb etwas für uns thun

wollen und überhaupt die Yankees, wo sie sich blicken lassen, vor sich

hertreiben, weshalb räumen sie denn da nicht unseren Nachbarstaat Missouri

von den Abolitionisten? nachher hätten wir hier gewiß Frieden.«

»Das kann aber nur geschehen, wenn wir selber mit dazu helfen,« rief jetzt

Hendricks -- »was sagt Ihr Boys -- wär' das nicht gerade das Rechte für uns

hier, aus dem Wald gen Norden aufzubrechen und die Wälder vor uns, wenn wir

mehr hinaufzögen, rein zu fegen von dem Gesindel, das sich darin versteckt

hält.«

»Das Gesindel,« lachte der junge Wells, »gehört aber so viel ich weiß, nur

zu Eurer Parthei, denn die Unionstruppen klagen genug über die südlichen

»Bushhawker«, die einzeln oder in kleinen Banden im Wald liegen und ihren

Feind nur feige aus dem Hinterhalt niederschießen.«

»Und wißt Ihr einen Guerilla-Krieg, der anders zu führen wäre?« fragte

Hendricks, mit einem finsteren Blick auf den Sprecher. »Hätten sich die

wackern Burschen dort nicht in den Wald geworfen und setzten sie nicht

jeden Tag noch ihr Leben ein, so wären die verdammten Blauröcke lange schon

zu Euch hier herunter marschirt. Freilich ist es bequemer und sicherer,

hier auf der Farm zu sitzen und dann und wann einmal nach einem armen

Hirsch zu feuern. Der kann nicht wieder schießen.«

»Lump Du -- verbrannter!« fuhr der junge Wells empor -- aber Klingelhöffer

sprang jetzt selber dazwischen und rief:

»Frieden hier! wir wollen keinen Streit, wir wollen aber auch keine

südländischen Werber unter uns, die uns die Jungen vom Hause fortlocken.

Laßt uns abstimmen darüber. Wir haben hier fast den ganzen Fourche-la-Fave

versammelt. Laßt die Leute selber entscheiden, ob sie Soldaten spielen

wollen oder nicht. Ich meinestheils bin dagegen; wir sind außerdem schlimm

genug daran, denn mit Little Rock haben wir fast gar keinen Verkehr mehr;

zu kaufen ist Nichts im Land und was wir nothwendig zur Unterhaltung

unserer Familien brauchen, müssen wir uns selber ziehen. Was sagt Ihr,

Jenkins?«

»Beim Alten soll's bleiben,« erwiderte der alte Mann mürrisch. »Wir

brauchen keine Zwischenträger, die uns hier sagen wollen, was wir zu thun

oder zu lassen haben. Ich stimme dagegen.«

»Ich auch -- ich ebenfalls,« tönte es von den meisten Seiten, und nur

einige der jüngeren Leute versuchten eine kleine Opposition, wurden aber so

vollkommen überstimmt, daß sie gar nicht in Betracht kommen konnten. Major

Rollok hatte mit finster zusammengezogenen Brauen daneben gestanden und das

Resultat beobachtet, aber er war auch klug genug einzusehen, daß hier und

in _dieser_ Versammlung, in der überhaupt ein dem Süden nichts weniger als

freundlicher Geist zu herrschen schien, kaum etwas würde auszurichten sein.

Er mußte deshalb seine Zeit abpassen, und -- war auch gerade der richtige

Mann dazu.

»Gentlemen,« sagte er, als er flüchtig den Blick umhergeworfen und sich die

von den jungen Leuten, die auf seiner Seite standen, rasch gemerkt hatte,

»die Frage hier kommt mir nicht mehr zweifelhaft vor. Wie ich sehe, sind

Sie fest entschlossen, ihre eigene Heimath zu vertheidigen, und das Land

in Betracht gezogen, in dem Sie nun einmal leben, kann ich Sie kaum

deshalb tadeln. Lassen wir das also. -- Mr. Bockenheim, Ihr Whisky ist

ausgezeichnet, ich bitte um eine andere Flasche, denn wir haben vom vielen

Reden Durst bekommen.«

»Meiner ist gelöscht,« erwiederte Klingelhöffer, indem er seine Büchse über

die Schulter warf und hinüber zu seinem Poney ging -- »ich denke Boys, wir

sind hier fertig und um eine »=Spree=«[1] zu halten, ist die Zeit zu ernst.

_Ich_ gehe heim.«

[1]: =Spree= (=sprie= gespr.) ein lustiges Trinkgelag -- ein vergnügter

Abend.

»Ich auch -- wir Alle,« rief es von verschiedenen Seiten und wenn auch

manche der jungen Leute noch gern den Nachmittag dort geblieben wären,

folgten doch die Meisten den älteren. Nur zehn oder zwölf etwa, von denen

die Meisten in Perryville selber wohnten, blieben noch zurück, um, wie sie

sagten, von dem Major Näheres über den Krieg zu hören, und da diese jetzt

eine verhältnißmäßig kleine Gruppe bildeten, war die kleine Stadt bald

wieder so still und öde als vorher.

Zweites Kapitel.

Der Korb.

Für den Augenblick war die Gefahr, die dem stillen Frieden dieser Gegend

drohte, abgewehrt; denn wenn auch der Major noch sein Bestes versuchte, die

Zurückgebliebenen wenigstens, von denen noch dazu die Meisten auf seiner

Seite standen, zu einem directen Vorgehen in diesem Sinne zu bewegen, so

hatte sich doch die Meinung des Fourche-la-Fave kurz vorher zu entschieden

ausgesprochen, um auf einen Erfolg hoffen zu können. Der Samen war aber

einmal ausgestreut und von diesem Tag an begann eine Art von Unruhe in der

ganzen Range, die man bis jetzt und so lange der Krieg währte, noch nicht

gekannt hatte.

Allerdings verließ Major Rollock mit den übrigen Sesesch-Soldaten die

Ansiedlung, um drüben am Petite Jeanne sein Glück und wie sich später

zeigte mit besserem Erfolg zu probiren; Hendricks aber, der eine Menge

Bekannte am Fourche-la-Fave hatte, blieb zurück und schien dabei auch nicht

besonders durch den Wortstreit eingeschüchtert zu sein, den er mit einigen

der jungen Leute gehabt. Er war ihm ungelegen gekommen, ja -- noch dazu mit

_einem_ der jungen Backwoodsmen, aber er wußte auch recht gut, daß

deren Blut rasch aufbrauste, jedoch auch eben so rasch wieder durch ein

freundliches Wort beruhigt werden konnte.

Acht Tage waren nach der, im vorigen Kapitel beschriebenen Versammlung

etwa verflossen. Der alte Jenkins stand vor seinem Haus und hieb mit seinem

kleinen Beil einen Axtstiel zurecht, sein Sohn James oder Jim, wie er

kurzweg genannt wurde, war nicht weit davon beschäftigt, eine neue

Corncrib oder einen Verschlag, in dem der Mais eingelegt werden sollte,

aufzurichten, und Betsy, seine Schwester, ein blühendes junges Mädchen

von etwa achtzehn Jahren, mit frischer Gesichtsfarbe -- etwas nicht sehr

gewöhnliches am Fourche, und gar so lieben, kastanienbraunen Augen, quälte

sich eben in einer benachbarten Umzäunung mit einer etwas störrischen Kuh

ab, die sich nicht wollte melken lassen, aber doch zuletzt der ruhigen

Entschlossenheit des Mädchens nachgeben mußte. Bill, ihr jüngster Bruder,

kam eben mit einem Eimer Wasser vom Fluß herauf.

»=Hallo the house!=« rief da eine Stimme von außerhalb der Fenz die

Männer an und ein Reiter hielt dort, den Niemand der mit ihrer Arbeit

Beschäftigten hatte herankommen sehen.

Die Hunde schlugen jetzt an und rannten heulend und bellend gegen die Fenz,

an der sie hinaufsprangen, die Gänse schnatterten, die Hühner durch die

zwischen ihnen hinfahrenden Hunde erschreckt, gakerten und es war für den

Augenblick ein Skandal, in dem man nicht einmal sein eigenes Wort hören

konnte.

»Ruhe, Ihr Bestien,« schrie der alte Jenkins, indem er ein Stück Holz

aufgriff und zwischen die Köter hin schleuderte; »wollt Ihr Frieden geben!

Hallo Hendricks, _Ihr_ seid's? Ich glaube, Ihr wäret schon lange wieder

bei der Armee, rücktet mit ihr gegen New-York vor. Kommt herein, Mann, und

bleibt nicht da draußen auf Euerem Pferd halten.«

»Dank Euch, Mr. Jenkins,« sagte der junge Mann, indem er von der Einladung

ohne Weiteres Gebrauch machte. Die Hunde hatten ja auch gesehen, daß ihr

Herr mit dem Fremden sprach, sie also Nichts mehr drein zu reden hatten,

und als dieser jetzt sein Thier draußen angebunden hatte und die kleine

Pforte öffnete, zogen sie sich, wohl immer noch knurrend, aber doch keine

offene Feindseligkeit mehr zeigend, unter das Haus zurück.

Jim Jenkins hatte Hendricks eigentlich erstaunt und mit nicht besonders

freundlichen Blicken betrachtet. Nach dem, was neulich zwischen ihnen

vorgefallen, mochte er seinen Besuch nicht erwartet haben. Aber was ging er

_ihn_ an. Sein Vater hatte ihn aufgefordert, in's Haus zu kommen, er nicht,

und ohne sich deshalb weiter um ihn zu kümmern, fuhr er auch ruhig in

seiner Arbeit fort. Hendricks schien aber anders zu denken, denn nachdem er

dem alten Jenkins die Hand geschüttelt, ging er ohne Weiteres auf Jim

zu, so daß sich der junge Mann verlegen aufrichtete, und sagte mit

freundlicher, ja fast herzlicher Stimme:

»Komm Jim. Die Politik hat schon manche Freunde entzweit, sie soll es aber

hier nicht im Walde thun. Wir waren Beide damals aufgeregt und heftig.

Jetzt haben wir kaltes Blut und ich wenigstens habe die Sache vergessen.«

Er streckte ihm dabei die Hand entgegen und wenn Jim auch wohl selber

schwerlich ein erstes freundliches Wort zu ihm gesagt hätte, war er

doch auch wieder viel zu offener, ehrlicher Natur, eine gebotene Hand

zurückzuweisen. Er schlug ein und nickte.

»Gut Bob, so soll's sein. Du hast Recht, die Zeit ist danach angethan, daß

wir hier Alle zusammenhalten, und ich werd' es wahrhaftig nicht sein, der

den ersten Streit in die »Range« würfe. Sei willkommen.«

»So recht Jungens,« nickte der Alte, der schweigend der kleinen

Versöhnungsscene zugeschaut. »Wir können hier in der That keine Uneinigkeit

gebrauchen, denn wer weiß wie bald wir Einer den Andern nöthig haben,

wenn das Unglück auch über uns hereinbrechen sollte. Und nun kommt herein

Hendricks; das Frühstück wird gleich fertig sein, die Betsy bettelt sich

nur noch da drüben die Milch von der Kuh, die ebenfalls halsstarrig zu sein

scheint. Kommt Mann und drin könnt Ihr uns sagen, was Euch zu diesem Winkel

von Arkansas hergeführt, denn Besuch bekomme ich verwünscht selten, wenn

nicht einmal ab oder zu ein einzelnes Canoe bei mir anlegt.«

Hendricks dankte freundlich, schien aber doch noch keine rechte Lust zu

haben der Einladung ohne Weiteres zu folgen, denn Betsy trat eben mit ihrem

kleinen Melkkübel aus der Umzäunung und kam auf sie zu.

»Wie geht's Miß Betsy,« sagte Hendricks, ihr ein Paar Schritt

entgegengehend und ihr die Hand reichend -- »Sie sehen wohl und munter aus,

und die Arkansas-Niederung scheint Ihnen vortrefflich zu bekommen.«

»Danke Sir,« sagte das junge Mädchen, leicht erröthend, »ich habe ja auch,

Gott sei Dank, noch kein Fieber hier gehabt; Pa und Ma aber desto mehr.«

»Bah, das richtet sich Alles ein,« brummte der Alte, »wenn man sich nur

erst einmal ein Bischen an die warme feuchte Luft gewöhnt hat. Das Land

hier ist aber desto besser. Seht einmal die Maiskolben an, Hendricks, ob

Ihr je in Euerem Leben größere getroffen habt. So lange ich und mein Junge

leben bleiben, hält auch der Boden aus; in dem ist kein Vergang.«

Das Gespräch kam jetzt auf die Fruchtbarkeit der verschiedenen Distrikte,

in dem die Farmer unerschöpflich sind, und Betsy war indessen in das Haus

gegangen, um den Frühstückstisch zu bestellen, denn die Mutter hatte wieder

einen »Anfall« des ewigen kalten Fiebers und saß, sich schüttelnd, am Camin

in der Ecke, die offenen zitternden Hände gegen die Flamme ausgebreitet.

Bei dem Frühstück, das übrigens frugal genug aus etwas gebratenem Speck,

warmem Weisbrod und einem Becher Kaffee oder Milch bestand, erzählte nun

auch der Gast seinen Wirthen, daß er gesonnen sei, den Petite Jeanne zu

verlassen, denn man wohne dorten gewissermaßen aus der Welt. Er wollte

deshalb herüber an den Fourche ziehen, wo er sich schon, ein Stück weiter

oben einen Platz ausgesucht habe, um eine Dampfsägemühle aufzustellen. Er

hatte, wie er bemerkte, eine Masse Vieh im Walde herumlaufen, das jetzt

einen nie dagewesenen hohen Preis in Little Rock brachte. Dorthin wollte er

es nun, ehe er wieder zur Armee ging, treiben und verkaufen und dafür eine

auf Speculation nach der Stadt gebrachte Sägemühle erstehen, die in der

jetzigen Zeit natürlich kein Mensch haben wollte noch auch gebrauchen

konnte, und die er unter solchen Umständen -- wie er sich auch schon

erkundigt -- zu einem Spottpreis bekam.

Der alte Jenkins nickte dazu beistimmend vor sich hin, denn was der junge

Mann da vorrechnete, hatte Hand und Fuß, während sie Nichts nothwendiger in

der =range= brauchten, wie gerade eine schon lang ersehnte Sägemühle, die

auch wahrscheinlich vortreffliche Geschäfte machen würde. Das nur war ihm

dabei etwas Neues, daß Hendricks so viel Vieh haben sollte, denn der alte

Hendricks, der eine kleine Farm am Petite Jeanne angelegt hatte und fast

gar Nichts selber arbeitete, denn er saß den ganzen geschlagenen Tag im

Hause und las in der Bibel, war blutarm -- so wenigstens erzählte man sich

am Fourche-la-fave. Uebrigens bestand nicht viel Verbindung zwischen den

beiden kleinen Flüssen. Nicht einmal ein Weg führte vom unteren Theil der

Fourche-la-fave hinüber, und irrige Nachrichten konnten deshalb wohl recht

gut verbreitet sein.

Der alte Jenkins dachte auch gar nicht daran, über die Verhältnisse eines

Nachbars nachzugrübeln. Das war dessen Sache, und wenn sich der Sohn Geld

erworben oder Vieh gezogen hatte, desto besser. Jenkins war wahrlich nicht

neidischer Natur, um es ihm zu mißgönnen. Seine eigene Arbeit durfte er

aber dabei nicht versäumen, und wie sie nun das Frühstück beendet, ging er

wieder hinaus, um seinen Axtstiel fertig zu schnitzen und dann dem eigenen

Sohn mit der =corncrib= zu helfen.

Jim Jenkins und sein Bruder Bill standen ebenfalls auf, aber es war in

den Backwoods auch Gebrauch, daß ihnen der Gast nicht zu folgen brauchte,

sondern noch eine Zeitlang zurück und bei den Frauen blieb, um sich mit

diesen ein wenig zu unterhalten. Besuch kam ja so selten, und hatte dann

jedesmal einen so weiten Weg zurückzulegen, daß man ihn doch nicht gut auf

eine halbe Stunde beschränken konnte.

Die Mutter war aber kränker geworden und hatte sich auf das Bett in

die entfernteste Ecke des Hauses gelegt, wo sie sich im Fieberfrost die

Steppdecke über den Kopf zog. Betsy stand am Kamin und wusch das Geschirr

auf. Hendricks, den Ellnbogen gegen den Simms gestützt, stand daneben. Die

Unterhaltung war aber in's Stocken gerathen und selbst ein paar Fragen,

die das junge Mädchen an ihn richtete, wurden so kurz und zerstreut

beantwortet, daß sie endlich von ihrer Arbeit auf und ihn ansah.

Hendricks mochte in diesem Augenblick fühlen, daß er sich ungeschickt

benommen, denn das Blut schoß ihm in die Schläfe -- aber es war auch

wirklich nur ein Augenblick, denn schon im nächsten sagte er, wenn auch mit

nur halblauter und fast unterdrückter Stimme:

»Miß Betsy, entschuldigen Sie mich -- meine Gedanken waren mit mir

durchgegangen, und ich glaube ich habe mich etwas albern benommen.«

»Sie haben gewiß nicht verstanden, was ich Sie frug,« lächelte das Mädchen.

»Nein -- in der That nicht, aber erlauben auch Sie mir eine Frage --«

»Gern, wenn ich sie beantworten kann.«

»Nun gut,« sagte Hendricks, und wie sich vorher sein Antlitz rasch und wie

mit einem Schlag röthete, eben so schnell erbleichte es auch jetzt, so

daß ihn Betsy, die sich sein wunderliches Betragen nicht erklären konnte,

erstaunt und fast erschreckt ansah. Hendricks ließ ihr aber nicht lange

Zeit, und nach einem halb scheuen Blick auf das Bett hinüber, wo er aber

keinen Horcher zu fürchten brauchte, fuhr er leidenschaftlich, aber nicht

laut fort: »Sie haben vorhin gehört, Betsy, daß ich mir in allernächster

Zeit eine Heimath zu gründen gedenke -- der Krieg kann kaum sechs Monat

mehr dauern, dann kehre ich zurück und baue mir meine Cabin -- wollen Sie

mein Weib sein? Wollen Sie Ihr künftiges Loos in meine Hände legen? Ich

gebe Ihnen die feste Versicherung, daß ich --«

»Halten Sie ein, Mr. Hendricks,« unterbrach ihn aber Betsy, und es war

jetzt an ihr, zu erbleichen. Das Mädchen war in den wenigen Secunden so

weiß geworden wie Schnee. »Ihr Antrag hat mich allerdings überrascht --

ich war nach unserer flüchtigen Bekanntschaft nicht darauf vorbereitet

-- konnte es nicht sein, aber ich -- muß Ihnen auch erklären, daß jedes

weitere Wort unnöthig sein würde, denn -- ich bin schon Braut.«

»Betsy?« rief Hendricks, und krampfhaft faßte er das Simms, an dem er bis

jetzt gestanden, »das ist nicht möglich. -- Vor kaum vierzehn Tagen war

ich hier und ich weiß, daß Sie da noch frei waren. Sie wollen nur Zeit

gewinnen, aber ich dränge Sie ja nicht -- nur die Möglichkeit will ich von

Ihren Lippen --«

»Und selbst die Möglichkeit kann ich Ihnen nicht geben,« sagte Betsy leise,

aber auch fest und entschlossen. »Ob ich glaube mit Ihnen glücklich leben

zu können oder nicht, kommt hier nicht mehr in Betracht. Ich habe dem

jungen Wells mein Wort gegeben, und sobald John sein neues Haus fertig

hat, wird die Hochzeit sein. Die Zeiten sind so unruhig, daß ich meine

Zustimmung zu einer so raschen Verbindung gab.«

Hendricks hatte seine Unterlippe fest mit den oberen Zähnen gefaßt, und

sein Blick bohrte sich dabei so scharf in Betsy's Augen, daß diese ihn

nicht ertragen konnte. Aber in diesem Blick lag keine Liebe, kein Schmerz,

sondern nur Haß, und während sich ein höhnisches Lächeln über seine Züge

legte, sagte er ruhig:

»Wenn die Sachen so stehen, Miß, dann möchte ich einer so glänzenden

Verbindung allerdings nicht im Wege sein -- der Sohn eines

Halb-Indianers --«

»Mister Hendricks,« blitzte ihn aber jetzt das wieder voll auf ihn

gerichtete Auge des Mädchens an -- »Sie würden nicht den Muth haben,

das meinem Bräutigam in's Gesicht zu sagen. Entfernen Sie sich jetzt

augenblicklich oder ich rufe meinen Vater.«

»Ich werde Sie nicht länger belästigen, Miß,« sagte Hendricks kalt;

»vielleicht habe ich einmal später die Freude, dem jungen glücklichen Paar

meine Glückwünsche zu bringen. Mr. Wells zieht ja wohl nicht mit aus, um

sein Vaterland zu vertheidigen -- was ich ihm auch unter solchen Umständen

nicht verdenken kann.«

Betsy's Blut kochte -- ihre Lippen öffneten sich halb, ihre kleine Faust

ballte sich. Hendricks aber dachte nicht daran, sie noch mehr zu reizen,

die Nähe der Männer vor dem Haus war ihm auch vielleicht unbequem, und sich

nur mit spöttischer Ehrfurcht vor ihr tief verneigend, drehte er sich ab,

ging zu seinem Pferd, band es los, schwang sich in den Sattel, und den bei

ihrer Arbeit beschäftigten Männern einen kurzen Gruß zurufend, sprengte

er gleich darauf den schmalen Pfad entlang, der nach dem Fourche-la-fave

hinüberführte.

»Na?« sagte Jim, der ihm erstaunt nachgesehen hatte, »der hat's ja auf

einmal verdammt eilig. Was ist denn dem in die Krone gefahren, daß er

davonschießt, als ob die Regulatoren hinter ihm her wären.«

Der Alte hatte sich ebenfalls aufgerichtet, und wie von einem plötzlichen

Gedanken ergriffen, fuhr sein Blick nach der eigenen Hausthür hinüber, ob

er dort vielleicht eine Erklärung fände. Die Thür blieb aber leer; Betsy

ließ sich nicht blicken und Jenkins, sich den einen Balken zurecht rückend,

den er eben behauen wollte, sagte kopfschüttelnd:

»Laß ihn laufen. Es ist mir recht, daß Ihr Euch nicht in den Haaren liegt,

denn Nachbarn sollen in Frieden beieinander wohnen. Sonst liegt mir aber

an dem Umgang auch nicht gerade besonders viel; denn der alte Hendricks ist

ein alter Heuchler, so viel ist sicher, und von dem jungen weiß ich eben

Nichts. Komm Jim, faß einmal hier mit an, daß wir den Block da ein wenig

mehr bei Seite schieben; komm Du auch her, Bill. Ich weiß nicht, mir ist es

in's Kreuz hinein gefahren und die alten Knochen wollen nicht mehr so recht

mit! Betsy mag auch eine Hand reichen; das Stück Holz ist mordmäßig schwer

und wir wollen uns gerade keinen Schaden damit thun. He Betsy -- oh Betsy

-- komm einmal einen Augenblick her, Schatz, und nimm die Stange hier. --

Wenn sie die nur immer unterstemmt, daß er nicht wieder zurückfällt, können

wir es schon machen.«

Betsy kam aus dem Haus, dem Ruf Folge leistend, aber das Mädchen sah so

merkwürdig blaß aus, daß Jim erschreckt rief:

»Hallo Betsy, was fehlt Dir? Du bist krank, Schatz -- siehst ja käseweiß im

Gesicht aus. Geh nur wieder hinein, Dich können wir hier nicht gebrauchen.«

»Sagt mir nur, wo ich anfassen soll,« erwiederte das Mädchen ruhig, »mir

fehlt Nichts, wenn ich auch vielleicht ein Bischen blaß aussehe.«

»Dir fehlt Nichts?« rief aber auch jetzt der Alte, der sie aufmerksam

betrachtete, und dann unwillkürlich nach dem Weg hinübersah, auf dem

Hendricks vor wenig Minuten davon geritten. -- »Hat Dir der -- =gentleman=

etwa was gesagt?«

»Welcher =gentleman=, Pa?«

»Nun, der Mister Hendricks.«

»Das ist kein Gentleman,« sagte das junge Mädchen finster und fuhr nach

einer kurzen Zögerung fort: »Ja -- er hat mir seine Hand angeboten.«

»Hm,« brummte der Alte, »merkwürdig geschwind muß es gegangen sein, das ist

wahr, aber als eine Beleidigung kann man das doch nicht eigentlich nehmen.«

»Ich hab's aber so genommen Vater, doch -- laßt den -- Burschen. Sagt

mir wo ich mit anfassen kann, denn ich muß wieder zur Mutter hinein. Das

Schütteln ist vorüber und sie bekommt jetzt ihr Fieber.«

Die beiden Männer wußten recht gut, daß aus der Betsy -- wenn sie nicht

reden wollte, Nichts herauszubringen sei. Der Alte betrachtete sie

allerdings wohl noch eine Minute lang scharf und forschend, aber sie

erwiederte den Blick nicht, und da war es denn das Beste, daß man sie

eben ruhig zufrieden ließ. Er zeigte ihr deshalb jetzt, wie sie die Stange

einsetzen und halten solle, und Betsy, nicht zum ersten Mal bei der Arbeit

verwandt, brauchte auch keine lange Erklärung. In kurzer Zeit war der Stamm

auf seinem Platz, und sie schritt dann wieder, ohne weiter ein Wort zu

sagen, nach dem Haus zurück.

Jim wollte die Sache freilich nicht aus dem Kopf und als er gegen Mittag

noch einmal wieder zu ihr in's Haus kam, frug er sie:

»Höre, Betsy, was hat Dir der Bursche denn eigentlich gesagt? es wäre mir

lieb, wenn ich's erfahren könnte.«

»Laß ihn nur, Jim,« meinte aber die Schwester, »er wird uns hier nicht

wieder in's Haus kommen,« setzte dann ihr Bonnet auf, nahm ihren kleinen

Korb und ging hinaus in's Maisfeld, um dort Bohnen für das Mittagsessen zu

pflücken.

Drittes Kapitel.

Der erste Schlag.

Am Fourche-la-fave änderte sich in der nächsten Zeit wenig und die Bewohner

desselben wußten eigentlich gar nicht, wie glücklich und unbelästigt sie

bis jetzt von den Schrecken des Krieges verschont lebten, während im Osten

die Brandfackel in friedliche Hütten geschleudert wurde und in Virginien

besonders der Boden das darauf vergossene Blut kaum mehr einsaugen konnte.

Insofern befanden sie sich aber auch am Fourche in einer peinlichen Lage,

als sie die _Ungewißheit_ quälte: denn was nur an abenteuerlichen, oft

unmöglichen Dingen von der einen oder anderen Partei erfunden werden

mochte, fand doch sicher seinen Weg hier her in den Wald, und hielt die

Bewohner, besonders die Frauen, in einem steten Grad peinlicher Aufregung.

Uebrigens rückte ihnen der Kampfplatz auch näher, denn der Norden fing an

einzusehen, daß er den Süden nie würde bezwingen können, wenn er nicht den

Mississippi, die Hauptstraße des Westens und Südens, vollständig in die

Hand bekam. Aber der Süden wußte das ebenfalls, und wenn auch New-Orleans

genommen und in den Händen der Yankees war, den oberen Mississippi,

Vicksburg und Memphis hielten die Südländer fest besetzt, und waren

von hier aus im Stande ihre Heere im Osten leicht mit dem im Westen

aufgekauften Vieh zu verproviantiren. Fuhr ihnen dann auch einmal

ein Kanonenboot des Northerners an der Nase vorüber und bedrohte die

Communication, so konnte es sich doch nie lange dort halten, und die

Nord-Armee fing deshalb auch schon an ihre Macht besonders gegen Vicksburg

zu entwickeln, um den Feind dadurch von allen Seiten einzuschließen.

Indessen waren die Secessionisten aber auch in diesem Theil von Arkansas

gerade besonders thätig gewesen, um die Backwoodsmen zu einer compacten

Masse zu organisiren und mit ihnen, wie sie recht gut wußten, eine

Hauptmacht in's Feld zu stellen. Das aber scheiterte anfangs, wie wir

gesehen haben, aber nicht allein daran, daß hier im südlichen Wald die

meisten alten Farmer und Jäger wirklich gute Unionisten waren und von einem

Krieg gegen ihre alte Verfassung gar nichts wissen wollten, sondern auch

an ihrem Widerwillen, den Wald und ihre Heimath zu verlassen. Daß ein Mann

westlich ziehen konnte, weiter in die Wildniß hinein, ja, das schien ihnen

faßlich und kam auch oft genug vor, daß er aber zurück in die Ost-Staaten

geführt werden sollte, wäre keinem auch nur im Traum eingefallen.

Der Süden mußte demzufolge anders manöveriren, und ein paar junge Officiere

wurden abgesandt, die in den verschiedenen Counties den alten Plan wieder

aufnehmen und eine Art Landwehr organisiren sollten -- nur vor der Hand zum

Schutz des Staates selber, und das gelang ihnen denn auch endlich, obgleich

sich die alten Backwoodsmen noch immer aus Leibeskräften dagegen sträubten.

Sie sahen weiter, als das junge Volk, und trauten den Versicherungen nicht

besonders, die jetzt fortwährend ausgestreut wurden: daß nämlich der Norden

in den letzten Zügen läge und jetzt nur auf eine Gelegenheit warte, um

den Süden anzuerkennen und einen halbweg ehrenvollen Frieden mit ihm

abzuschließen.

Der Süden hatte allerdings in vielen Schlachten, von tüchtigen Feldherrn

angeführt, gesiegt, aber man schien doch die Spannkraft des Nordens

unterschätzt zu haben, und im Frühjahr 63 gewann die Lage der Staaten schon

ein anderes Aussehen. Memphis fiel, die nördlichen Truppen waren gegen

»das Gibraltar des Südens«, gegen Vicksburg vorgerückt und hatten eine

regelmäßige Belagerung begonnen, und Lee wurde im Norden so von neuen

anwachsenden Heeren bedrängt, daß er der bedrohten Stadt am Mississippi

nicht einmal zu Hülfe und zum Entsatz kommen konnte.

Die jungen Leute vom Fourche-la-Fave, obgleich sich Viele von ihnen noch

immer zurückhielten, kamen nun schon ziemlich regelmäßig, wenigstens einen

Tag in der Woche, in Perryville zusammen, um ordentlich einexercirt zu

werden; denn wenn man dort im Walde auch keine »Feldschlacht« liefern

konnte, mußten sie doch nothwendigerweise die verschiedenen Signale und

Commandorufe kennen lernen, um eben auf alle Fälle gerüstet zu sein. Diese

Uebungen wurden auch den ganzen Sommer hindurch fortgesetzt, als plötzlich

ein dumpfes, freilich noch unbegründetes Gerücht durch den Wald lief:

Vicksburg sei gefallen, wie sich Memphis selber schon lange in den Händen

der Unionstruppen befand.

Allerdings widersprachen die südlichen Agenten dem auf das Entschiedenste

und brachten selbst Zeitungen aus Vicksburg -- freilich von etwas früherem

Datum, in welchen aber die Belagerten noch eine vollkommen übermüthige, ja

fast höhnende Sprache gegen den Norden führten. Aber die Zeitungen selber

-- das Papier nämlich, auf dem sie gedruckt waren, stimmte nicht recht

zu der darin enthaltenen Behauptung, daß die Yankees noch nicht einmal

im Stand gewesen wären, selbst ihre Communication mit dem Inland zu

unterbrechen, denn man war schon in Vicksburg gezwungen gewesen, die

Lettern nicht mehr auf Papier, sondern auf Tapeten zu drucken, da es an

dem ersteren in der eng eingeschlossenen Stadt vollkommen fehlen mußte. Die

Zeitungen hatten deshalb auch, blos auf einer Seite gedruckt und auf dem

Rücken mit irgend einem Tapetenmuster, ein höchst wunderliches Ansehen und

stimmten nicht zu dem Uebermuth, der sich noch immer in ihnen aussprach.

Die Musterungen im Wald wurden aber desto eifriger betrieben, und plötzlich

kam sogar der Befehl, daß in Randolf, einer kleinen Stadt in Tennessee

aber an der andern Seite des Mississippi und also außerhalb Arkansas,

eine Hauptmusterung abgehalten werden solle, um der Zahl der waffenfähigen

Männer sicher zu sein.

Das war allerdings gegen die erste Abrede, nach der eine Verwendung der

»Landwehr« nach Außen, gar nicht beabsichtigt worden. Die Verwendung

selber wurde auch jetzt noch geleugnet; es sollte, den Versicherungen der

Officiere nach, nur eben eine Musterung und nichts weiter sein, aber man

wünsche sehr, daß sich alle jungen Leute dabei betheiligen möchten, um

einen bestimmten Ueberblick zu gewinnen.

Das gab große Aufregung am Fourche-la-Fave, und wenn auch bei Vielen die

Lust, sich an dem Krieg da draußen zu betheiligen, nicht besonders groß

sein mochte, weil es eben gegen den eigenen Stamm ging, und die meisten

der hiesigen Ansiedler gerade von den nördlichen Staaten, von Indiana und

Illinois, hierher gezogen waren, so arbeitete doch auch wieder der Ehrgeiz,

nicht zurückzustehen, zu Gunsten der Südstaaten, und brachte dadurch viel

Leid in einzelne Familien, ohne den Gang der Ereignisse wenden, ja nur

aufhalten zu können.

In Klingelhöffer's Familie herrschte ebenfalls tiefe Trauer. Der alte Mann,

eine lange eherne Gestalt mit großem rothen Bart und hellblauen Augen, ging

mit untergeschlagenen Armen und fest zusammengezogenen Brauen in seiner

Stube auf und ab. In der Ecke saß die Mutter, ein Bild tiefer Betrübniß,

die Hände im Schooß gefaltet, die guten Augen voller Thränen, die ihr

unbewußt an den Wangen niedertroffen, neben ihr die Töchter, ebenfalls

bedrückt, während am Fenster, den Blick auf den breiten Strom gerichtet,

der einzige Sohn, ein hochaufgeschossener, kräftiger Bursch stand und wohl

bleich und erregt, aber auch festentschlossen aussah.

»Ich kann nicht anders, Vater,« sagte er endlich, nach einer langen Pause,

in der Niemand gewagt hatte, die Stille zu unterbrechen -- »ich bin

mit ihnen zusammen aufgewachsen, ich kann mich jetzt nicht von ihnen

ausschließen oder ich dürfte mich ja nicht einmal mehr in den Ansiedlungen

blicken lassen, ohne von den Frauen selbst verhöhnt zu werden.«

Der Alte zerbiß einen Fluch. »Und was das Weibervolk über Dich sagt, liegt

Dir mehr am Herzen, als der eigene Vater, die eigene Mutter.«

»Sie werden mich Memme schelten und das willst Du doch auch nicht.«

»Nein, bei Gott nicht!« rief der alte Mann, »und wenn Du mir heute sagtest,

ich halt's nicht mehr länger daheim aus -- ich will hinauf in den Norden

ziehn und gegen Sklaverei und für die Verfassung kämpfen, ich gäbe Dir,

wenn auch mit blutendem Herzen, meinen Segen: aber daß Du mit den Sesesch

die Hand an das Palladium unserer Freiheiten legen willst, daß das mein

eigener, mein einziger Sohn thun will -- das thut weh.«

»Und _könnt'_ ich in den Reihen des Nordens fechten,« sagte der junge Mann

wehmüthig, »wo alle meine Freunde und Schul- und Spielkameraden in den

Reihen der Feinde stünden? Es wäre zu furchtbar.«

»Darum bleib. Die Musterung ist nur eine faule Lüge, um Euch erst einmal

von hier fortzulocken. Sie lassen Euch nie wieder in den Wald zurück.«

»Ich kann nicht Vater. -- Sie gehen Alle.«

»Sie gehen nicht Alle,« rief der Alte heftig. »Jim Jenkins denkt nicht

daran, für den Süden zu fechten, ebensowenig Jim Cook und die beiden Wells,

und daß Hogan geht, glaub' ich ebensowenig, und denen wirst Du doch gewiß

nicht vorwerfen, daß sie feige sind.«

Kreuz und Quer, Dritter Band Neue gesammelte Erzählungen · 第 1 / 18 段