Ich denke: »Herrgott, was ist denn mit ihm los?« Trotz meiner Angst
beginne ich zu horchen, und es scheint mir, als höre ich tief im Wald
etwas knistern. »Gnadenreicher Herr!« denke ich mir: »Das ist gewiß ein
wildes Tier, das uns gleich zerreißen wird!« Lewontij kann ich schon
nichts mehr zurufen, denn ich sehe, daß er gleichsam aus sich selbst
herausgeflogen ist und mir enteilt, und so bete ich nur noch: »Engel
Christi, beschütze uns in dieser schrecklichen Stunde!« Das Knistern
kommt immer näher und ist schon dicht bei uns. Ich muß Ihnen hier, meine
werten Herren, eine große Gemeinheit gestehen: ich war so verzagt, daß
ich den kranken Lewontij an der Stelle, an der er lag, zurückließ,
schneller als eine Eichkatze auf einen Baum kletterte, mich auf einen
Ast setzte, mein Säbelchen zog und, mit den Zähnen wie ein erschreckter
Wolf klappernd, wartete, was da kommen würde.
Plötzlich sehe ich aus der Dunkelheit, an die sich meine Augen bereits
gewöhnt haben, etwas heraustreten, aber ich kann durchaus nicht
erkennen, ob es ein Tier oder ein Räuber ist. Aber wie ich genauer
hinschaue, kann ich genau unterscheiden, daß es weder das eine, noch das
andere ist, sondern ein kleiner Greis in einer Kutte; ja, ich kann sogar
das Beil erkennen, das er im Gürtel stecken hat, und das große
Holzbündel auf seinem Rücken. Er kommt auf die Lichtung heraus, atmet
hastig, als wolle er die Luft von allen Seiten her einsammeln, wirft
dann mit einem Male sein Bündel zur Erde und geht sofort, als habe er
die Nähe eines Menschen gewittert, gerade auf meinen Gefährten zu. Er
tritt an ihn heran, beugt sich über ihn, schaut ihm ins Gesicht, nimmt
ihn dann bei der Hand und sagt: »Steh auf, Bruder.« Und was glauben Sie?
Ich sehe, wie er Lewontij aufstehen hilft, ihn zu seinem Bündel führt,
es ihm auf die Schultern legt und sagt: »Trag es hinter mir her!« Und
Lewontij trägt es.