Lisette. Der Reisende. Christoph.
Lisette. O mein Herr, was stiften Sie bei uns für Unruhe! Was hat
Ihnen denn unser Vogt getan? Sie haben den Herrn ganz rasend auf ihn
gemacht. Man redt von Bärten, von Dosen, von Plündern; der Vogt weint
und flucht, daß er unschuldig wäre, daß Sie die Unwahrheit redten.
Der Herr ist nicht zu besänftigen, und jetzt hat er sogar nach dem
Schulzen und den Gerichten geschickt, ihn schließen zu lassen. Was
soll denn das alles heißen?
Christoph. Oh! das ist alles noch nichts, hör Sie nur, hör Sie, was
er jetzt gar mit mir vorhat--
Der Reisende. Ja freilich, meine liebe Lisette, ich habe mich
übereilt. Der Vogt ist unschuldig. Nur mein gottloser Bedienter hat
mich in diese Verdrüßlichkeiten gestürzt. Er ist's, der mir meine
Dose entwandt hat, derenwegen ich den Vogt im Verdacht hatte; und der
Bart kann allerdings ein Kinderspiel gewesen sein, wie er sagte. Ich
geh, ich will ihm Genugtuung geben, ich will meinen Irrtum gestehn,
ich will ihm, was er nur verlangen kann--
Christoph. Nein, nein, bleiben Sie! Sie müssen mir erst Genugtuung
geben. Zum Henker, so rede Sie doch, Lisette, und sage Sie, wie die
Sache ist. Ich wollte, daß Sie mit Ihrer Dose am Galgen wäre! Soll
ich mich deswegen zum Diebe machen lassen? Hat Sie mir sie nicht
geschenkt?
Lisette. Ja freilich! und sie soll Ihm auch geschenkt bleiben.
Der Reisende. So ist es doch wahr? Die Dose gehört aber mir.
Lisette. Ihnen? das habe ich nicht gewußt.
Der Reisende. Und also hat sie wohl Lisette gefunden? und meine
Unachtsamkeit ist an allen den Verwirrungen schuld? (Zu Christophen.)
Ich habe Euch auch zuviel getan! Verzeiht mir! Ich muß mich schämen,
daß ich mich so übereilen können.
Lisette (beiseite). Der Geier! nun werde ich bald klug. Oh! er wird
sich nicht übereilt haben.