VERBRÜDERUNG

Bruder, gehst Du auch den Pfad,

Daß er steil uns aufwärts trage

Aus dem Rauschen dieser gleichen Tage,

Bis wir Gott genaht?

Um mich dröhnt die tiefe Stille.

Wir zersprengten in der Dunkelheit:

Hörst Du mich, wenn meine Seele schreit?

Wie ein Weg ist mir Dein Wille,

Wie ein Stab sei Dir, o Bruder, meine Tat,

Bis wir Gott genaht.

Warum, Bruder, muß ich oft nicht weinen,

Wenn Du letzte Qual der Seele weinst?

Weißt Du auch, ob wir dasselbe meinen,

Wenn Du Sehnsucht oder Gnade meinst?

Bruder, sind wir noch so weit?

Zwischen uns ist Welt und Taggeschehen.

Sieh mich an. Und gib mir Deine Hand.

Laß mich nah an Deiner Seite stehen:

Ja, wir sind.

Immer, Bruder, hab ich dich gekannt.

Hergewandert sind wir durch die sausende

Heiligalte Stille der Jahrtausende.

Tage wehen wie ein Wind.

Ich sehe steil Dein Antlitz aufgewandt:

Sonne stürzt sich jauchzend ins Gestein,

Menschen strömen jubelglänzend ein,

Greifen, Bruder, nach meiner und nach Deiner Hand.

Gott hat seine brausende Stimme nach uns ausgesandt.

Die Dinge, die unendlich uns umkreisen · 第 31 / 34 题