1 Wattsekunde ist aber gleichwertig 0,239 cal. Daher

96540 . E . 0,239 = 34200 oder

23070 . E = 34200.

E ist also ungefähr gleich 1,5 Volt. Man sollte nun erwarten, daß eine

Zersetzung des Wassers mit einer geringeren Spannung als 1,5 Volt nicht

möglich ist. Von verschiedenen Forschern wurde aber nachgewiesen, daß

man bei geeigneter Versuchsanordnung mit elektromotorischen Kräften in

der Nähe von 1,1 Volt Gasentwickelung beobachtet[11]. Die von uns

gezogenen Schlüsse entsprechen demnach nicht den Erfahrungstatsachen;

wir müssen uns daher noch eingehender mit der Beziehung zwischen der

chemischen und elektrischen Energie beschäftigen.

~Thomsonsche Regel.~ In den galvanischen Elementen, zu denen wir auch

den Akkumulator zu rechnen haben, entsteht die elektrische Energie, die

das Element abgibt, aus chemischer Energie. Wir wählen als Beispiel das

Daniell-Element: Zn in ZnSO₄ + aq und Cu in CuSO₄ + aq, weil bei ihm die

Vorgänge leicht zu übersehen sind. Gibt das Element Strom ab, so geht

Zink in Lösung, und Kupfer schlägt sich auf der positiven Elektrode

nieder.

~Beide~ Vorgänge kann man durch ~eine~ Gleichung ausdrücken

Zn + CuSO₄ = Cu + ZnSO₄ (7).

Der durch die Gleichung (7) dargestellte Vorgang ist mit

Wärmeentwicklung verbunden; dies kann man dadurch leicht nachweisen, daß

man auf Zinkspäne Kupfervitriollösung gießt. Dann löst sich Zink, und

Kupfer wird abgeschieden. In der Daniell-Kette gehen die Lösung des

Zinks und die Fällung des Kupfers an ~verschiedenen Stellen~ vor sich.

Das Element möge 96540 Coulomb abgegeben haben. Es hat sich dann 1

Grammäquivalent[12] Zink (65/2 Gramm) gelöst und 1 Grammäquivalent =

63,5/2 g Kupfer hat sich niedergeschlagen. Die dem ganzen chemischen

Umsatze entsprechende Wärme, die man die ~Wärmetönung des Elementes~

nennt, werde mit q bezeichnet. Man nahm früher an, daß die

elektromotorische Kraft eines galvanischen Elementes durch die

Wärmetönung allein bestimmt sei. Bei dieser Annahme gelangt man zu der

vorhin entwickelten Gleichung

q

e = -----,

23070

die man die ~Thomsonsche Regel~ nennt. Diese liefert, auf das

Daniell-Element angewandt, einen mit der Erfahrung gut übereinstimmenden

Wert, weil, wie wir später sehen werden, seine elektromotorische Kraft

von der Temperatur unabhängig ist. Bei anderen Elementen findet man aber

einen Unterschied zwischen der berechneten und gemessenen

elektromotorischen Kraft; ganz versagt die Thomsonsche Regel bei den

Konzentrationsketten[13].

Thomson ging von der Voraussetzung aus, daß die ~ganze~ dem chemischen

Umsatze entsprechende Energie und ~nur diese~ im Elemente in

elektrische Energie umgewandelt werde, daß sich also das Element während

der Stromabgabe weder erwärme noch abkühle. (Wenn übrigens hier und im

folgenden von der Erwärmung eines Elementes die Rede ist, so soll die

betreffende Wärme nicht als Joulesche Wärme aufgefaßt werden. Wir nehmen

an, daß diese durch die Wahl sehr großer Elektroden, die einen kleinen

Abstand haben, verschwindend klein gemacht sei.) Diese Voraussetzung

trifft aber im allgemeinen, wie durch experimentelle Untersuchungen von

~Braun~, ~Raoult~ u. a. nachgewiesen wurde, nicht zu.

Durch Anwendung des zweiten Hauptsatzes der mechanischen

Wärmetheorie[14] auf die galvanischen Elemente gelangte ~Helmholtz~ zu

der Gleichung

q

E = ----- + c . T.

23070

w ist wieder die Wärmetönung, entsprechend dem chemischen Umsatz bei

einer Stromentnahme von 96540 Coulomb, T ist die absolute Temperatur[15]

und c der „~Temperaturkoeffizient~‟. Um diesen neuen Begriff zu

erklären, wählen wir als Beispiel den Akkumulator. Die Säure eines

geladenen Akkumulators habe das spezifische Gewicht 1,15. Durch sehr

genaue Messungen findet man, daß die elektromotorische Kraft mit der

Temperatur wächst und zwar für 1° um 0,0004 Volt. Die Zahl 0,0004 ist

der Temperaturkoeffizient unseres Akkumulators; c gibt also hier an, um

wieviel Volt die elektromotorische Kraft steigt, wenn die Temperatur der

Substanzen des Akkumulators um 1° Celsius erhöht wird.

Bei dem gewählten Beispiele ist c positiv. In dem Akkumulator wird also

nicht nur die dem chemischen Umsatz entsprechende chemische Energie

(Wärmetönung) in elektrische Energie umgewandelt, sondern auch noch

Wärme, die zunächst den Substanzen des Elementes und dann der Außenwelt

entzogen wird. -- Bei 17° Celsius ist die elektromotorische Kraft des

Akkumulators bei der angenommenen Säuredichte um 290 . 0,0004 = 0,116

Volt größer, als sie nach der Thomsonschen Regel sein müßte.

Für die Daniellsche Kette ist der Temperaturkoeffizient gleich Null, so

daß die Helmholtzsche Relation in die Gleichung E = q/23070 übergeht.

Wenn einer Erhöhung der Temperatur eine Abnahme der elektromotorischen

Kraft eines Elementes entspricht, so ist der Temperaturkoeffizient

negativ. In diesem Falle liefert die Thomsonsche Regel einen zu großen

Wert für die elektromotorische Kraft, und das Element erwärmt sich

während der Stromabgabe, indem ein Teil der Wärmetönung als Wärme zum

Vorschein kommt.

Die ~Helmholtzsche Relation gilt nur für umkehrbare~ oder reversibel

arbeitende ~Elemente~; kann man umgekehrt nachweisen, daß für ein

Element die Helmholtzsche Relation gilt, so ist es ein umkehrbares.

Wir sind hier auf die ~Einteilung der galvanischen Elemente in

umkehrbare und nichtumkehrbare~ gestoßen, die kurz besprochen werden

soll: Zu den umkehrbaren Elementen gehört das uns schon bekannte

Daniell-Element. Den stromliefernden Prozess können wir durch die

Gleichung

Die Akkumulatoren: ihre Theorie, Herstellung, Behandlung und Verwendung. · 第 26 / 66 题