H₂O = H· + H· + O′′ (2).

Aus der von ~Kohlrausch~ und ~Heydweiller~ bestimmten Leitfähigkeit des

Wassers kann man den Dissoziationsgrad berechnen. Man findet, daß bei 0

Grad 1 g Wasserstoffionen (und dementsprechend 17 g Hydroxylionen, wenn

wir von der Dissoziation nach Gleichung 2 absehen) in etwa 14 Millionen

Liter Wasser enthalten sind, bei 18° schon in 6,25 . 10⁶ l. Die

Leitfähigkeit nimmt also mit der Temperatur schnell zu. Nach neueren

Messungen enthält 1 g Wasserstoff 0,352 . 10²⁴ Atome. Ein Gramm Wasser

enthält also trotz der sehr geringen Dissoziation viele Millionen

Wasserstoffionen.

Die Anzahl der Wasserstoffionen, die sich in 1 cm³ Wasser befindet,

wollen wir die Konzentration der Wasserstoffionen nennen, entsprechendes

gilt für die anderen Ionen. Da die Leitfähigkeit des Wassers (wie aller

Elektrolyte) mit der Temperatur stark wächst, so müssen wir schließen,

daß entweder die Ionenkonzentrationen mit der Temperatur größer werden,

oder daß die Reibung zwischen den Ionen und den Wassermolekülen kleiner

wird oder daß beides zugleich stattfindet. So viele Ionen nun bei einer

bestimmten Temperatur in einem cm³ existieren ~können~, so viele

existieren auch wirklich. Wenn also aus einem gegebenen Volumen Wasser

ein Wasserstoff- und ein Hydroxylion auf irgend eine Weise entfernt

werden, so dissoziiert sich sofort ein neues Molekül Wasser -- das

gestörte chemische Gleichgewicht wird sofort wieder hergestellt.

Es sei hier wieder auf eine Analogie aufmerksam gemacht. Befindet sich

in einem abgeschlossenen Raume, etwa unter einer Glasglocke (Rezipient

einer Luftpumpe) eine hinreichende Menge Wasser, so verdampft bei

einer bestimmten Temperatur eine bestimmte Menge Wasser. Entfernen wir

auf irgend eine Weise einen Teil des Wasserdampfes, so erfolgt neue

Verdampfung; der Gleichgewichtszustand wird gestört und bildet sich

von neuem. Wie bei diesem Vorgange ~eine gewisse Zeit vergeht~, ehe

sich der Gleichgewichtszustand von neuem gebildet hat, so auch bei der

elektrolytischen Dissoziation.

Setzen wir reinem Wasser Schwefelsäure zu -- es genügt eine ganz kleine

Menge --, so wächst das Leitungsvermögen sehr stark, und wir schließen

daraus, daß sich eine große Menge von neuen Ionen gebildet haben. Diese

entstehen durch die Dissoziation der Schwefelsäure, die bei den für uns

in Betracht kommenden Konzentrationen eine sehr weitgehende ist, und

zwar verläuft der Zerfall nach den beiden Reaktionsgleichungen[6]

Die Akkumulatoren: ihre Theorie, Herstellung, Behandlung und Verwendung. · 第 18 / 66 题