264 S. 8^o. gebd. in Leinen. Preis 1 Mk.

[Illustration]

Urteile der Presse:

Der echte, gemütvolle Humor ist eine besondere Gabe. Aber gerade

diejenigen Menschen besitzen sie oft am wenigsten, die sie zu besitzen

glauben, und unter ihnen sind namentlich viele Leute von der Feder.

Was für Vorstellungen von Humor man häufig in der schriftstellernden

Welt hat, das geht schon ins Aschgraue; jedem gesuchten und lahmen Witz

wird die Etikette: Humor aufgeklebt. Man wird es daher begreiflich

finden, wenn der vorsichtige Kritiker nach jedem als »humoristisch«

deklarierten Buche mit einem gewissen Zagen greift, denn in neun von

zehn Fällen ist das Federprodukt gar nicht humoristisch, sondern

erzfade und langweilig. Nach diesem Präambulum wird nun der Leser

sicher eine Beurteilung des »Gänsedoktor« erwarten. Glücklicherweise

irrt er sich aber, denn diese Novelle, die ja den Lesern des »D. H.«

längst nicht mehr unbekannt ist, gehört wirklich und wahrhaftig zu

jenen literarischen Gebilden, in denen man Goldkörner des Humors findet

und zwar nicht sporadisch, sondern zahlreich und gediegen. Ja, man darf

den »Gänsedoktor« kurzweg zu den vorzüglichsten humoristischen Novellen

der Neuzeit rechnen. Da ist kein gemachter, kein gekünstelter Humor,

sondern alles fließt so echt und lauter, wie ein heller Waldbach aus

dem Gestein. Die Handlung geht rasch vorwärts und auf das Ziel zu, die

Personen, die ihre Hand im Spiele haben, sind prächtig gezeichnet,

vor allem ist der kleine Fritz, dieser allerliebste Unheilstifter,

eine wahre Kabinettsfigur. Der »Gänsedoktor« selbst stellt das Muster

eines gemütlichen Humoristen dar, und Tante Amalia, die überspannte

Tragödin aus Amerika, wird auch den griesgrämigsten Hypochonder zum

Lachen bringen. Kurz, »Der Gänsedoktor« ist, literarisch gemessen,

eine sehr erfreuliche Erscheinung, die dem Talent der noch jungen

Verfasserin ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Wir hoffen ihr noch oft

auf dem Gebiete zu begegnen, auf dem sie ihren ersten größeren Erfolg

eingeheimst hat.

O. v. Sch.

(Deutscher Hausschatz 1905, 16.)

Alle, welche mit Volksbibliotheken zu tun gehabt haben, wissen, daß

die Nachfrage nach humoristischen Erzählungen immer viel größer ist,

als das Anbot. Alle möchten so gerne ein wenig lachen, die modernen

Humoristen aber kennen fast nur Ironie und beißende Satire, der Humor

ist den meisten abhanden gekommen. Die vorliegende Erzählung, die

auf Verwechslungen beruht, die zwar nicht hochgradig originell sind,

aber doch recht unterhaltend und erheiternd wirken, entspricht dem

vorhandenen Bedürfnisse nach harmlosen, humoristischen Erzählungen. Daß

der Gänsedoktor ein allerliebstes Gänschen heiratet, ist die Lösung

der Verwicklung, die dadurch entsteht, daß ein Tierarzt sich für einen

Doktor der Medizin ausgibt. Wenn die Sammlung für Herz und Haus noch

viele so gelungene Nummern bringt, ist ihr eine große Verbreitung zu

wünschen. Je mehr derartige gesunde Pflanzen die Giftschwämme auf

literarischem Gebiete verdrängen, umso besser.

(Vaterland, Wien 1905, 268.)

Im 18. Bande der Familienbibliothek »Für Herz und Haus«, Verlag von J.

Habbel, Regensburg, bietet die Wiener Schriftstellerin A. Gaus-Bachmann

eine allerliebste humoristische Novelle: Der Gänsedoktor. Keine

großartigen, unwahrscheinlichen Abenteuer, kein hochdramatischer Aufbau

wird geboten: es ist eine frische und erfrischende Erzählung schlichter

Vorgänge in schlichtem Bürgerhause. Aber gerade mit einfachen

Familienszenen versteht es die Verfasserin die heitersten Verwicklungen

und die gelungensten Situationen zu erzielen, von denen die eine

die andere Schlag auf Schlag, bisweilen mit frappierender Wirkung

ablösen. Hauptmissetäter ist zumeist der köstlich gezeichnete Junge

Fritz, ein wirkliches =enfant terrible=, das dem hoch hinaus wollenden

Papa Kienholz die urkomischen Verlegenheiten, die dieser sich selber

bereitet, noch reichlich vermehrt. Die Familienbibliothek »Für Herz und

Haus« hat mit diesem Bändchen eine besonders glückliche Bereicherung

erfahren. Die sehr empfehlenswerte und gut ausgestattete Sammlung

findet damit sicher noch weitere zahlreiche Freunde.

(Sächs. Volkszeitung Dresden 1905, 186.)

Die junge Wiener Schriftstellerin schenkt uns hier eine vom

köstlichsten Humor durchwehte Familiengeschichte eines Mannes, der

hoch hinaus will und eben dadurch sich in allerlei Ungelegenheiten

bringt. Sein Bube, das kleine Fritzchen, ist eine so ergötzliche Figur,

daß man beim Lesen förmlich nach seinen Streichen und Worten hascht.

Hoffentlich gibt uns die Verfasserin noch öfters einen so prächtigen

Niederschlag ihres gesunden Humors.

(Literarischer Handweiser 1905, Nr. 21.)

... Ein feiner Humor, lieb wie Sonnengold, strahlt aus der

humoristischen Novelle »Der Gänsedoktor« von A. Gaus-Bachmann. Die

gelungenste Figur ist unstreitig das =enfant terrible= der Familie, der

kleine Fritz.

(Schweiz. kath. Frauenztg. 1905, 45.)

Das dürftig beackerte Gebiet der humoristischen Novelle dürfte wenige

Erscheinungen zeigen, die in der Erfindung so ungekünstelt, in der

Darstellung so flott und unterhaltend, in der Zeichnung der Personen

so zutreffend sind wie das vorliegende Werk. Hoffentlich wird uns die

junge Verfasserin noch mit manchen ähnlichen Schöpfungen erfreuen.

(Büchermarkt 1905, 9.)

Echter Humor sprudelt in dem Büchlein. Es enthält keine

Unwahrscheinlichkeiten und unmöglichen Situationen, es geht so

natürlich darin zu, wie es eben nur in einer hausbackenen deutschen

Bürgersfamilie, in einer solchen spielt sich die Handlung ab, zugehen

kann. Trotzdem ist das Werkchen reich an ergötzlichen Szenen, die

Handlung schreitet frisch vorwärts. Wer z. B. an dem Allerweltsfratzen

Fritz, dem »dritten Bruder von Max und Moritz«, nicht seine helle

Freude hat, der muß schon ein Griesgram erster Güte sein. Die

Charaktere der handelnden Personen sind recht lebenswahr gezeichnet

und die noch junge Verfasserin versteht es, für ihre Helden zu

interessiern. Das Buch vermeidet fade Witzeleien und verbrauchte

Spässe, aber wer Freund eines gesunden, fröhlichen Humors ist, wird

es immer wieder mit Befriedigung zur Hand nehmen. Schade ist, daß der

Schluß etwas abfällt und da die Wiener Gemütlichkeit auch der Wiener

Süßlichkeit Konzessionen macht. Der Gesamteindruck wird allerdings

dadurch in keiner Weise verwischt und es wird gewiß niemand reuen, das

prächtig geschriebene Werkchen seiner Bibliothek einverleibt zu haben.

Es wird bald recht abgegriffen aussehen!

(Amberger Volkszeitung 1905, 208.)

Die Verfasserin dieser Novelle, die Wiener Schriftstellerin A.

Gaus-Bachmann, zeigt sich hier als anmutiges Erzählertalent von

köstlichem Humor und wohltuender Frische. In schlichten Worten

schildert Gaus-Bachmann die Vorgänge und Ereignisse in einer einfachen,

kerngesunden Bürgersfamilie, aber mit welchem erfrischenden und

erquickenden Humor, mit welcher lobenden Heiterkeit und sprudelnder

Komik! Mit großem Geschick und Lebenswahrheit zeichnet die Verfasserin

verschiedene Szenen aus dem Leben dieser Bürgersfamilie und versteht

es, allen Vorgängen und Situationen die heitersten Töne abzugewinnen.

Held der Handlung, welche glatt und spannend dahinfließt, ist der

Junge Fritz, ein wirkliches =enfant terrible=, welcher dem hoch

hinaus wollenden Papa Kienholz die komischesten Verlegenheiten

bereitet. Die Missetaten, welche er verübt, sind von der begabten

Verfasserin mit beißender Ironie und gewinnendem Humor beschrieben.

Die von Gaus-Bachmann vorgeführte Gestalt des »Gänsedoktors« ist

ebenfalls erheiternd. Denn dieser »Gänsedoktor« ist selbst ein

gemütlicher Humorist von manchmal überwältigender Komik. Auch die

anderen handelnden Personen der Novelle sind köstlich gezeichnet

und geeignet, in jedem Leser die heiterste Stimmung zu wecken. Man

braucht nur der Tante Amalia, dieser sonderbaren »Künstlerin« aus

Amerika, zuzuhören, um in aufrichtige Heiterkeit zu verfallen. Nebst

dem echten, unverfälschten Humor, von welchem die ganze Novelle von A.

Gaus-Bachmann durchtränkt ist, sind es noch die frischen, lebhaften und

erquickenden Farben, welche der Novelle »Der Gänsedoktor« besonderen

Reiz und Anmut verleihen. Freunden lustiger Lektüre wird die köstliche

und erfrischende Erzählung der noch jugendlichen Wiener Verfasserin

unstillbare Lachsalven entlocken. Den scheinbar nichtigsten Episoden

gewinnt A. Gaus-Bachmann die heitersten Seiten ab und entlockt ihnen

humorvolle Töne, welche ergötzen und belustigen.

(Neue Freie Presse Wien. 17. Dez. 1905.)

Die Verfasserin hat es darin verstanden, in schlichtem Gewande eine

einzigartige Novelle zu schreiben, deren Milieu dem Leben abgelauscht,

deren Handlung flott und fesselnd und deren Personen Menschen von

Fleisch und Blut. Und dann erst der gesunde, frische Humor, der sich

wie ein goldenes Band durch das Ganze zieht. Jeder hat seine Freude an

der Novelle!

(Düsseldorfer Tageblatt 1905, 350.)

Der Teufelsschlosser.

Dramatisches Gedicht in 3 Aufzügen

mit Anlehnung an die Wiener Stock-im-Eisen-Sage

von

A. Gaus-Bachmann.

Zweite, umgearbeitete Auflage. 80 S. 8^o. Preis 1 Mk.

[Illustration]

Stimmen der Presse:

»~Der Teufelsschlosser~«, dramatisches Gedicht in drei Aufzügen, mit

Anlehnung an die Wiener Stock-im-Eisen-Sage von A. ~Gaus-Bachmann~.

— Die Sage vom Stock im Eisen ist kein Neuling auf der Wiener

Bühne. Immer war sie aber mehr oder weniger Vorwand für allerhand

Ausstattungswunder, fast nie wurde nach ihrem eigentlichen dramatischem

Kern geschürft. Ihm auf die Spur ist erst der Autor dieses Werkes

gekommen. Er holt die Konflikte aus dem religiösen Empfinden der

handelnden Gestalten heraus und entwickelt dabei doch so viel

praktischen Bühnensinn, daß auch das historische Milieu zu seinem

Rechte kommt. So gibt es denn nicht bloß eine Reihe von Szenen,

die ihre Wirkung einzig dem Dekorationsmaler und Theaterschneider

verdanken, sondern eine in sich abgeschlossene Charaktertragödie,

die zwar der Schaulust entgegenkommt, nicht aber ihre Poesie in der

Ausstattung sucht. Der fromme Zug, der durch das ganze Werk geht, trägt

zwar etwas von dem Weihrauchduft der katholischen Kirche mit herein,

allein er artet nirgends in leere Frömmelei aus.

(Ostdeutsche Rundschau.)

~Der Teufelsschlosser~, dramatisches Gedicht in drei Aufzügen von A.

~Gaus-Bachmann~, lehnt sich an die Wiener Stock-im-Eisen-Sage an.

Martin Mux, der den Teufel oft im Munde führt, schließt mit diesem

einen Pakt und gewinnt den Preis, der auf die Anfertigung eines

kunstvollen Schlosses gesetzt ist. Nach 30 Jahren ist er dem Teufel

verfallen, der Pakt soll aber nichtig sein, wenn er die Liebe aus

seinem Leben zu streichen weiß. Um seinem Schicksal zu entgehen,

verhärtet er sein Herz, bis er schließlich erkennt, daß der Teufel ihn

betrogen, da ein einzig Liebeswerk ihn aus seinen Klauen befreit hätte.

Im Sterben klammert er sich an das Gebet der Liebe, das der kleine

Martin, der verstoßenen Tochter Kind, täglich für den Großvater zum

Himmel gesandt hat. Das Drama erinnert mit seinen Traumerscheinungen

an die Tage, da Raimund mit seinen Zauberpossen die Wiener Bühne

beherrschte.

(Köln. Volksztg. Lit. Beil. 54.)

~Der Teufelsschlosser.~ Dramatisches Gedicht in drei Aufzügen von A.

~Gaus-Bachmann~. Die Neuzeit hat eine Menge dramatischer Dichtungen

hervorgebracht und zwar sind es meist soziale moderne Stoffe. A.

Gaus-Bachmann hat dagegen den Stoff dem fünfzehnten Jahrhundert

entnommen und die alte Wiener Sage vom Stock im Eisen dramatisch

dargestellt, und zeigt unserm nach Reichtum und Ehre hastenden

Geschlecht, daß irdische Güter ohne Herzensfrieden nicht zu beglücken

vermögen. Das Gedicht ist den Bühnen gegenüber als Manuskript gedruckt.

Einzelne Partien können, wenn nötig, leicht gekürzt und könnte

~größere~ Einheit der Zeit hergestellt werden; deshalb können es auch

Vereine und Gesellschaften leicht aufführen; denn bezüglich äußerer

Ausstattung macht dasselbe nicht große Ansprüche.

(Kath. Schweizerblätter.)

~Bürgertheater.~ Das dramatische Gedicht »Der Teufelsschlosser« von

A. Gaus-Bachmann, das Samstag nachmittags zur Erstaufführung kam, ist

nicht mißraten. Die Altwiener Sage vom Stock im Eisen hat hier eine

~ganz prächtige Verwertung~ gefunden und die zahlreiche Kinderschar,

die da geladen war, kargte mit ihrem Beifall ebenso wenig, wie

die Großen. Die Regie tat das ihrige, um die Wirkung der Dichtung

zu ergänzen und ebenso die Darstellung. Für die Dichterin und dem

Regisseur brachte die erfolgreiche Aufführung Anerkennung und Blumen in

Menge.

(Reichspost.)

Demnächst erscheint:

Gegen das Schicksal.

Der Teufelsschlosser · 第 52 / 53 题