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Urteile der Presse:
Der echte, gemütvolle Humor ist eine besondere Gabe. Aber gerade
diejenigen Menschen besitzen sie oft am wenigsten, die sie zu besitzen
glauben, und unter ihnen sind namentlich viele Leute von der Feder.
Was für Vorstellungen von Humor man häufig in der schriftstellernden
Welt hat, das geht schon ins Aschgraue; jedem gesuchten und lahmen Witz
wird die Etikette: Humor aufgeklebt. Man wird es daher begreiflich
finden, wenn der vorsichtige Kritiker nach jedem als »humoristisch«
deklarierten Buche mit einem gewissen Zagen greift, denn in neun von
zehn Fällen ist das Federprodukt gar nicht humoristisch, sondern
erzfade und langweilig. Nach diesem Präambulum wird nun der Leser
sicher eine Beurteilung des »Gänsedoktor« erwarten. Glücklicherweise
irrt er sich aber, denn diese Novelle, die ja den Lesern des »D. H.«
längst nicht mehr unbekannt ist, gehört wirklich und wahrhaftig zu
jenen literarischen Gebilden, in denen man Goldkörner des Humors findet
und zwar nicht sporadisch, sondern zahlreich und gediegen. Ja, man darf
den »Gänsedoktor« kurzweg zu den vorzüglichsten humoristischen Novellen
der Neuzeit rechnen. Da ist kein gemachter, kein gekünstelter Humor,
sondern alles fließt so echt und lauter, wie ein heller Waldbach aus
dem Gestein. Die Handlung geht rasch vorwärts und auf das Ziel zu, die
Personen, die ihre Hand im Spiele haben, sind prächtig gezeichnet,
vor allem ist der kleine Fritz, dieser allerliebste Unheilstifter,
eine wahre Kabinettsfigur. Der »Gänsedoktor« selbst stellt das Muster
eines gemütlichen Humoristen dar, und Tante Amalia, die überspannte
Tragödin aus Amerika, wird auch den griesgrämigsten Hypochonder zum
Lachen bringen. Kurz, »Der Gänsedoktor« ist, literarisch gemessen,
eine sehr erfreuliche Erscheinung, die dem Talent der noch jungen
Verfasserin ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Wir hoffen ihr noch oft
auf dem Gebiete zu begegnen, auf dem sie ihren ersten größeren Erfolg
eingeheimst hat.
O. v. Sch.
(Deutscher Hausschatz 1905, 16.)
Alle, welche mit Volksbibliotheken zu tun gehabt haben, wissen, daß
die Nachfrage nach humoristischen Erzählungen immer viel größer ist,
als das Anbot. Alle möchten so gerne ein wenig lachen, die modernen
Humoristen aber kennen fast nur Ironie und beißende Satire, der Humor
ist den meisten abhanden gekommen. Die vorliegende Erzählung, die
auf Verwechslungen beruht, die zwar nicht hochgradig originell sind,
aber doch recht unterhaltend und erheiternd wirken, entspricht dem
vorhandenen Bedürfnisse nach harmlosen, humoristischen Erzählungen. Daß
der Gänsedoktor ein allerliebstes Gänschen heiratet, ist die Lösung
der Verwicklung, die dadurch entsteht, daß ein Tierarzt sich für einen
Doktor der Medizin ausgibt. Wenn die Sammlung für Herz und Haus noch
viele so gelungene Nummern bringt, ist ihr eine große Verbreitung zu
wünschen. Je mehr derartige gesunde Pflanzen die Giftschwämme auf
literarischem Gebiete verdrängen, umso besser.
(Vaterland, Wien 1905, 268.)
Im 18. Bande der Familienbibliothek »Für Herz und Haus«, Verlag von J.
Habbel, Regensburg, bietet die Wiener Schriftstellerin A. Gaus-Bachmann
eine allerliebste humoristische Novelle: Der Gänsedoktor. Keine
großartigen, unwahrscheinlichen Abenteuer, kein hochdramatischer Aufbau
wird geboten: es ist eine frische und erfrischende Erzählung schlichter
Vorgänge in schlichtem Bürgerhause. Aber gerade mit einfachen
Familienszenen versteht es die Verfasserin die heitersten Verwicklungen
und die gelungensten Situationen zu erzielen, von denen die eine
die andere Schlag auf Schlag, bisweilen mit frappierender Wirkung
ablösen. Hauptmissetäter ist zumeist der köstlich gezeichnete Junge
Fritz, ein wirkliches =enfant terrible=, das dem hoch hinaus wollenden
Papa Kienholz die urkomischen Verlegenheiten, die dieser sich selber
bereitet, noch reichlich vermehrt. Die Familienbibliothek »Für Herz und
Haus« hat mit diesem Bändchen eine besonders glückliche Bereicherung
erfahren. Die sehr empfehlenswerte und gut ausgestattete Sammlung
findet damit sicher noch weitere zahlreiche Freunde.
(Sächs. Volkszeitung Dresden 1905, 186.)
Die junge Wiener Schriftstellerin schenkt uns hier eine vom
köstlichsten Humor durchwehte Familiengeschichte eines Mannes, der
hoch hinaus will und eben dadurch sich in allerlei Ungelegenheiten
bringt. Sein Bube, das kleine Fritzchen, ist eine so ergötzliche Figur,
daß man beim Lesen förmlich nach seinen Streichen und Worten hascht.
Hoffentlich gibt uns die Verfasserin noch öfters einen so prächtigen
Niederschlag ihres gesunden Humors.
(Literarischer Handweiser 1905, Nr. 21.)
... Ein feiner Humor, lieb wie Sonnengold, strahlt aus der
humoristischen Novelle »Der Gänsedoktor« von A. Gaus-Bachmann. Die
gelungenste Figur ist unstreitig das =enfant terrible= der Familie, der
kleine Fritz.
(Schweiz. kath. Frauenztg. 1905, 45.)
Das dürftig beackerte Gebiet der humoristischen Novelle dürfte wenige
Erscheinungen zeigen, die in der Erfindung so ungekünstelt, in der
Darstellung so flott und unterhaltend, in der Zeichnung der Personen
so zutreffend sind wie das vorliegende Werk. Hoffentlich wird uns die
junge Verfasserin noch mit manchen ähnlichen Schöpfungen erfreuen.
(Büchermarkt 1905, 9.)
Echter Humor sprudelt in dem Büchlein. Es enthält keine
Unwahrscheinlichkeiten und unmöglichen Situationen, es geht so
natürlich darin zu, wie es eben nur in einer hausbackenen deutschen
Bürgersfamilie, in einer solchen spielt sich die Handlung ab, zugehen
kann. Trotzdem ist das Werkchen reich an ergötzlichen Szenen, die
Handlung schreitet frisch vorwärts. Wer z. B. an dem Allerweltsfratzen
Fritz, dem »dritten Bruder von Max und Moritz«, nicht seine helle
Freude hat, der muß schon ein Griesgram erster Güte sein. Die
Charaktere der handelnden Personen sind recht lebenswahr gezeichnet
und die noch junge Verfasserin versteht es, für ihre Helden zu
interessiern. Das Buch vermeidet fade Witzeleien und verbrauchte
Spässe, aber wer Freund eines gesunden, fröhlichen Humors ist, wird
es immer wieder mit Befriedigung zur Hand nehmen. Schade ist, daß der
Schluß etwas abfällt und da die Wiener Gemütlichkeit auch der Wiener
Süßlichkeit Konzessionen macht. Der Gesamteindruck wird allerdings
dadurch in keiner Weise verwischt und es wird gewiß niemand reuen, das
prächtig geschriebene Werkchen seiner Bibliothek einverleibt zu haben.
Es wird bald recht abgegriffen aussehen!
(Amberger Volkszeitung 1905, 208.)
Die Verfasserin dieser Novelle, die Wiener Schriftstellerin A.
Gaus-Bachmann, zeigt sich hier als anmutiges Erzählertalent von
köstlichem Humor und wohltuender Frische. In schlichten Worten
schildert Gaus-Bachmann die Vorgänge und Ereignisse in einer einfachen,
kerngesunden Bürgersfamilie, aber mit welchem erfrischenden und
erquickenden Humor, mit welcher lobenden Heiterkeit und sprudelnder
Komik! Mit großem Geschick und Lebenswahrheit zeichnet die Verfasserin
verschiedene Szenen aus dem Leben dieser Bürgersfamilie und versteht
es, allen Vorgängen und Situationen die heitersten Töne abzugewinnen.
Held der Handlung, welche glatt und spannend dahinfließt, ist der
Junge Fritz, ein wirkliches =enfant terrible=, welcher dem hoch
hinaus wollenden Papa Kienholz die komischesten Verlegenheiten
bereitet. Die Missetaten, welche er verübt, sind von der begabten
Verfasserin mit beißender Ironie und gewinnendem Humor beschrieben.
Die von Gaus-Bachmann vorgeführte Gestalt des »Gänsedoktors« ist
ebenfalls erheiternd. Denn dieser »Gänsedoktor« ist selbst ein
gemütlicher Humorist von manchmal überwältigender Komik. Auch die
anderen handelnden Personen der Novelle sind köstlich gezeichnet
und geeignet, in jedem Leser die heiterste Stimmung zu wecken. Man
braucht nur der Tante Amalia, dieser sonderbaren »Künstlerin« aus
Amerika, zuzuhören, um in aufrichtige Heiterkeit zu verfallen. Nebst
dem echten, unverfälschten Humor, von welchem die ganze Novelle von A.
Gaus-Bachmann durchtränkt ist, sind es noch die frischen, lebhaften und
erquickenden Farben, welche der Novelle »Der Gänsedoktor« besonderen
Reiz und Anmut verleihen. Freunden lustiger Lektüre wird die köstliche
und erfrischende Erzählung der noch jugendlichen Wiener Verfasserin
unstillbare Lachsalven entlocken. Den scheinbar nichtigsten Episoden
gewinnt A. Gaus-Bachmann die heitersten Seiten ab und entlockt ihnen
humorvolle Töne, welche ergötzen und belustigen.
(Neue Freie Presse Wien. 17. Dez. 1905.)
Die Verfasserin hat es darin verstanden, in schlichtem Gewande eine
einzigartige Novelle zu schreiben, deren Milieu dem Leben abgelauscht,
deren Handlung flott und fesselnd und deren Personen Menschen von
Fleisch und Blut. Und dann erst der gesunde, frische Humor, der sich
wie ein goldenes Band durch das Ganze zieht. Jeder hat seine Freude an
der Novelle!
(Düsseldorfer Tageblatt 1905, 350.)
Der Teufelsschlosser.
Dramatisches Gedicht in 3 Aufzügen
mit Anlehnung an die Wiener Stock-im-Eisen-Sage
von
A. Gaus-Bachmann.
Zweite, umgearbeitete Auflage. 80 S. 8^o. Preis 1 Mk.
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Stimmen der Presse:
»~Der Teufelsschlosser~«, dramatisches Gedicht in drei Aufzügen, mit
Anlehnung an die Wiener Stock-im-Eisen-Sage von A. ~Gaus-Bachmann~.
— Die Sage vom Stock im Eisen ist kein Neuling auf der Wiener
Bühne. Immer war sie aber mehr oder weniger Vorwand für allerhand
Ausstattungswunder, fast nie wurde nach ihrem eigentlichen dramatischem
Kern geschürft. Ihm auf die Spur ist erst der Autor dieses Werkes
gekommen. Er holt die Konflikte aus dem religiösen Empfinden der
handelnden Gestalten heraus und entwickelt dabei doch so viel
praktischen Bühnensinn, daß auch das historische Milieu zu seinem
Rechte kommt. So gibt es denn nicht bloß eine Reihe von Szenen,
die ihre Wirkung einzig dem Dekorationsmaler und Theaterschneider
verdanken, sondern eine in sich abgeschlossene Charaktertragödie,
die zwar der Schaulust entgegenkommt, nicht aber ihre Poesie in der
Ausstattung sucht. Der fromme Zug, der durch das ganze Werk geht, trägt
zwar etwas von dem Weihrauchduft der katholischen Kirche mit herein,
allein er artet nirgends in leere Frömmelei aus.
(Ostdeutsche Rundschau.)
~Der Teufelsschlosser~, dramatisches Gedicht in drei Aufzügen von A.
~Gaus-Bachmann~, lehnt sich an die Wiener Stock-im-Eisen-Sage an.
Martin Mux, der den Teufel oft im Munde führt, schließt mit diesem
einen Pakt und gewinnt den Preis, der auf die Anfertigung eines
kunstvollen Schlosses gesetzt ist. Nach 30 Jahren ist er dem Teufel
verfallen, der Pakt soll aber nichtig sein, wenn er die Liebe aus
seinem Leben zu streichen weiß. Um seinem Schicksal zu entgehen,
verhärtet er sein Herz, bis er schließlich erkennt, daß der Teufel ihn
betrogen, da ein einzig Liebeswerk ihn aus seinen Klauen befreit hätte.
Im Sterben klammert er sich an das Gebet der Liebe, das der kleine
Martin, der verstoßenen Tochter Kind, täglich für den Großvater zum
Himmel gesandt hat. Das Drama erinnert mit seinen Traumerscheinungen
an die Tage, da Raimund mit seinen Zauberpossen die Wiener Bühne
beherrschte.
(Köln. Volksztg. Lit. Beil. 54.)
~Der Teufelsschlosser.~ Dramatisches Gedicht in drei Aufzügen von A.
~Gaus-Bachmann~. Die Neuzeit hat eine Menge dramatischer Dichtungen
hervorgebracht und zwar sind es meist soziale moderne Stoffe. A.
Gaus-Bachmann hat dagegen den Stoff dem fünfzehnten Jahrhundert
entnommen und die alte Wiener Sage vom Stock im Eisen dramatisch
dargestellt, und zeigt unserm nach Reichtum und Ehre hastenden
Geschlecht, daß irdische Güter ohne Herzensfrieden nicht zu beglücken
vermögen. Das Gedicht ist den Bühnen gegenüber als Manuskript gedruckt.
Einzelne Partien können, wenn nötig, leicht gekürzt und könnte
~größere~ Einheit der Zeit hergestellt werden; deshalb können es auch
Vereine und Gesellschaften leicht aufführen; denn bezüglich äußerer
Ausstattung macht dasselbe nicht große Ansprüche.
(Kath. Schweizerblätter.)
~Bürgertheater.~ Das dramatische Gedicht »Der Teufelsschlosser« von
A. Gaus-Bachmann, das Samstag nachmittags zur Erstaufführung kam, ist
nicht mißraten. Die Altwiener Sage vom Stock im Eisen hat hier eine
~ganz prächtige Verwertung~ gefunden und die zahlreiche Kinderschar,
die da geladen war, kargte mit ihrem Beifall ebenso wenig, wie
die Großen. Die Regie tat das ihrige, um die Wirkung der Dichtung
zu ergänzen und ebenso die Darstellung. Für die Dichterin und dem
Regisseur brachte die erfolgreiche Aufführung Anerkennung und Blumen in
Menge.
(Reichspost.)
Demnächst erscheint:
Gegen das Schicksal.