Ein _Heuboden_ -- _Melchior_ liegt auf dem Rücken im frischen Heu.
_Wendla_ kommt die Leiter herauf.
=Wendla=
_Hier_ hast du dich verkrochen? -- Alles sucht dich. Der Wagen ist
wieder hinaus. Du mußt helfen. Es ist ein Gewitter im Anzug.
=Melchior=
Weg von mir! -- Weg von mir!
=Wendla=
Was ist dir denn? -- Was verbirgst du dein Gesicht?
=Melchior=
Fort, fort! -- Ich werfe dich in die Tenne hinunter.
=Wendla=
Nun geh’ ich erst recht nicht. -- (Kniet neben ihm nieder) Warum kommst
du nicht mit auf die Matte hinaus, Melchior? -- Hier ist es schwül und
düster. Werden wir auch naß bis auf die Haut, was macht _uns_ das!
=Melchior=
Das Heu duftet so herrlich. -- Der Himmel draußen muß schwarz wie ein
Bahrtuch sein. -- Ich sehe nur noch den leuchtenden Mohn an deiner
Brust -- und dein Herz hör’ ich schlagen --
=Wendla=
-- -- Nicht küssen, Melchior! -- Nicht küssen!
=Melchior=
-- dein Herz -- hör’ ich schlagen --
=Wendla=
-- Man liebt sich -- wenn man küßt -- -- -- -- Nicht, nicht! -- --
=Melchior=
O glaub mir, es gibt keine _Liebe_! -- Alles Eigennutz, alles Egoismus!
-- Ich liebe dich so wenig, wie du mich liebst. --
=Wendla=
-- -- Nicht! -- -- -- -- -- -- -- Nicht, Melchior! -- --
=Melchior=
-- -- -- Wendla!
=Wendla=