An die entfernte Geliebte

Nun flattern Eisenbahnen um mich her

Und wirbeln ihren Rauch in mich hinein,

Und um mich brandet donnernd Meer an Meer,

Und um mich prallt zerbrechend Sein an Sein.

Nun fliegen Kurszettel durch meine Träume

Und Zahlen schreiten, schwarz -- emporgereckt

Durch nüchterner Kontore weite Räume,

Von harten, kalten Stimmen aufgeschreckt.

Nun taumeln in Kupees von Stadtbahnzügen

Der Lichtreklamen Strahlen-Helligkeit

Und Nacht und Straßen, Menschen, Mond und Lügen

Vorbei an meiner müden Traurigkeit.

Nun bist du ganz Phantom und ganz schon Geist

Und ganz entschwebtes Glück, ungreifbar fern,

Und nicht mehr Wille, der zu Sternen weist,

Und bist selbst nicht mehr Heimat, nicht mehr Stern.

Nun zuckt nur noch in seltnen Augenblicken

Erinnern an dein Lächeln, an dein Kleid,

An deines Gangs unirdische Heiterkeit

Durch mich, ohne mich so nah zu beglücken,

Wie früher es das Jauchzen aller Quellen

Und aller Tänze hingerissene Lust

Und alle Macht von goldenen Wasserfällen

Einschwellen ließ ins Toben meiner Brust.

Nun ist die zuckende Flamme, die mich zwang,

Verse zu schreiben voll von deiner Süße,

Tönend vom leichten Schreiten deiner Füße

Und deines Haares sonnigem Gesang,

Verlöscht und Funken nur aus Asche glühen,

Wo sonst ein Feuer lodernd aufwärts schlug,

Um über Unkraut und verdorrten Trug

Helle und Seligkeit ins All zu sprühen . . .

Und doch weiß ich, daß, wenn dein Blick in Flammen

Purpurn nur einmal wieder auf mir brennte,

Aufstiege Segen aller Elemente

Und strahlend schlüge über mir zusammen.

Gedichte(#41353) · 第 20 / 25 题