I.

Immer bin ich dir nah, Geliebte, ob ich des Abends

Müde mich in gütige Decken wickle

Oder am Morgen von hüllendem Bett aufstehe,

Ob ich, noch halb verschlafen, am Kaffeetisch sitze,

Zitternd vor böser Schule marternder Dumpfheit,

Ob ich auf Straßen gehe, wo Menschen schwirren,

Grinsende Worte mich ekeln, gute mir schmeicheln,

Oder ob ich vor grausamer Arbeit verzweifle:

Immer schwebst du vor mir, besternt und bestrahlt,

Himmel am Abend, goldener Widerschein

Purpurner Sonnen im Meere, leichtes Gewölk,

Duft und Zerfließen, schattiger Wald im Glühen

Drückender Wärmen, unendliche Melodie,

Aufsteigend, schmetternd, rasend und dann vergehend,

Schmeichelnd, peitschend, Seelenatem zerreißend,

Lächelnde Blumen auf brennendes Denken streuend.

Deine Seele, die in verborgene Tiefen

Nur ihr Letztes ausstrahlt, und die ich nicht kenne,

Die sich mir nie enthüllte, liegt dann ganz oben,

Ausgebreitet dem suchenden Blick. Und die Reinheit

Glanzvoller Tage blendet mich, daß ich erbebe

Und Verzückung einatme und seliges Rauschen

Aller strahlenden Flüsse und schimmernden Meere

In mir erklingt und Triumph und funkelnde Glorie

Wie Raketen zu brennenden Höhen steigen

Und die Schwärze zerfliegt und himmlische Fahnen

Wehen, Fanfaren donnern und singende Engel

Leuchtend vom Himmel zur Erde herniedertanzen.

Gedichte(#41353) · 第 8 / 25 题