Tier im Menschen, Mensch im Tiere,
Eingeschnürt in Nacht-Visiere,
Ewig Grausein, ewig Schlechtsein,
Ewig dumpfes Ungerechtsein,
Kraut im Feld und Rauch im All,
Schlamm auf Straßen, Sturz und Fall,
Staub und Asche, Stank im Blut,
Niedergang und dürrer Mut,
Eure Güte noch ist Haß,
Härte ohne Ziel und Maß.
Eure Nächte erst sind Tag,
Euer Leuchten ist mein Dunkel,
Sein Erlöschen mein Gefunkel,
Wenn ihr schlaft erst bin ich wach.
Ekel spritzt vor euch zur Erde,
O ihr Tiere! O ihr Herde!
Falsch erworbener Stärke Nützer,
Haß- und Niedertracht-Verspritzer,
Allen Schwachen Tyrannei,
Schlägt die Güte ihr entzwei.
Herz! O Herz! Du dennoch Sieger,
Ob ihr spottet, wenn ich mahne,
Ewigdürren Feldes Pflüger
Als des Lebens schlechtste Krieger,
Über Pranger eures Eifers
Bösbehaglichen Gegeifers,
Über euch und euren Hohn,
Über Gott und Gottes Thron
Donnern meine Wort-Orkane,
Wirbelt meiner Güte Fahne.
Lied des müden,
abgearbeiteten Großstädters
Was habe ich vom Grün des Sommers denn?
Von Helle und Spaziergängen an Seen!
Wenn Bäume sanft und leicht nach vorne wehn,
Wenn weiße Kinder lachend spielen, wenn
Das Goldene auf dem Blau des Himmels liegt.
Wie sehn' ich mich, das Lichte zu umfassen,
Wenn Sonnen-Schein des Morgens auf den Straßen
Die Welt in neues tiefes Fühlen wiegt.
Was habe ich von schneeigen Wintertagen,
Wenn Ihr, in Kraft und Frische aufgereckt,
Von seltsam-mutigem Gefühl bedeckt,
Durch Kälte hinmarschiert und Wohlbehagen?
Was habe ich von Sichergehn in Gärten
Und Pärken an des Abends weicher Hand?
O schmerzliches Vorbeiwehn an begehrten
Frauen und Weiß und Sternen-Strand.
O schmerzliches Vorbei an Tennisplätzen
Und Neid auf schöne Menschen, die da spielen,
O schmerzliches Einstürmen von Gefühlen,
Die meiner Seele letzten Trost zerfetzen!
O Neid auf Reiter, die durch Morgentau
Und braunen Sand und wunderbare Kühlen
Und wunderbare Frische von Gefühlen
Hinstürmen wie im Lächeln einer Frau.
O Herz! O dunkles Herz! O Durst und Sehnen
Nach Tagen, selig hingespielt im Glanz
Des Nichtstuns, wilder junger Freuden Tanz
Und innigem Genießen alles Schönen.
Schweben durch Pärke, die dich mild umarmen,
Schwimmen durch Seen, die dich sanft umkosen,
Schwelgen im blauen Dufte aller warmen
Süßen, von Purpurschein durchglänzten Rosen.
Baden in Mädchen, die so weich und gut sind
Und die Geliebte stundenlang betrachten
Nicht mehr vergebens -- irre nach ihr schmachten
In Betten, die eiskalt und die voll Blut sind.
Und Nächte, die zerbrechen von Gefühlen
Und meiner Seele Berge übersausen.
O Explosion! O Steigerung! O Brausen
Durch Lauben, die mein Denken grün umspülen.
Kein Abgespannt sich in die Stadtbahn werfen,
Nicht mehr stillsitzen auf den hohen Stühlen,
Keine Gehässigkeit, kein Schwarz, kein Wühlen
Im Schmerze meiner überreizten Nerven.
Nur Tage, die in Licht und Hauch versinken,
Nur Nächte, die zergehn in Lustgefühlen,
Und nur durch Taumel schimmerndes Sich spülen
Und nur aus Liebe wieder Liebe trinken.