Dieselbe Szene und Anordnung wie im ersten Akte. Syphax, Nicomedes und
Pharnaces unterhalten sich rechts.
SYPHAX: Und wie gefällt Dir diese Huldigung? Ihr Schluß besonders:
Der Schenk, der kümmert nicht den Zecher,
Doch ist der Schenk Candaules,
So reich' ich gerne ihm den Becher.
NICOMEDES: Ja, ja, Deine Verse sind ganz nett, aber ich sehe nicht,
worin sie sich an Candaules mehr wenden als an irgendwen.
PHARNACES: Und ich seh nicht ein, was Dich das geniert. Was wir an einem
Menschen rühmen, sind die Eigenschaften, die ihm nicht eigentlich
gehören. Was wir an Candaules lieben, ist sein Reichtum ... (Die Anderen
widersprechen.) und seine Freigebigkeit natürlich. Wäre er nicht
freigebig, so hätten wir nichts von seinem Reichtum, aber wäre er nicht
reich, was hätten wir dann von seiner Freigebigkeit?