Der Graf vom Strahl. Folgt! Folgt! Es ist ein Forellenbach, weder
breit noch tief! So recht! So recht! Laßt uns das Gesindel völlig
in die Pfanne hauen! (Ab mit dem Troß.)
Käthchen. Herr Graf vom Strahl! Herr Graf vom Strahl!
Gottschalk (wendet mit dem Pferde um). Ja, was lärmst und schreist
du?--Was hast du hier im Getümmel zu suchen? Warum läufst du hinter
uns drein?
Käthchen (hält sich an einem Stamm). Himmel!
Gottschalk (indem er absteigt). Komm! Schürz und schwinge dich!
Ich will das Pferd an die Hand nehmen, und dich hindurch führen.
Der Graf vom Strahl (hinter der Szene). Gottschalk!
Gottschalk. Gleich, gnädiger Herr, gleich! Was befehlt Ihr?
Der Graf vom Strahl. Meine Lanze will ich haben!
Gottschalk (hilft das Käthchen in den Steigbügel). Ich bringe sie
schon!
Käthchen. Das Pferd ist scheu.
Gottschalk (reißt das Pferd in den Zügel). Steh, Mordmähre!--So zieh
dir Schuh und Strümpfe aus!
Käthchen (setzt sich auf einen Stein). Geschwind!
Der Graf vom Strahl (außerhalb). Gottschalk!
Gottschalk. Gleich, gleich! Ich bringe die Lanze schon.--Was hast
du denn da in der Hand?
Käthchen (indem sie sich auszieht). Das Futteral, Lieber, das
gestern--nun!
Gottschalk. Was! Das im Feuer zurück blieb?
Käthchen. Freilich! Um das ich gescholten ward. Früh morgens, im
Schutt, heut sucht ich nach und durch Gottes Fügung--nun, so! (Sie
zerrt sich am Strumpf.)
Gottschalk. Je, was der Teufel! (Er nimmt es ihr aus der Hand.) Und
unversehrt, bei meiner Treu, als wärs Stein!--Was steckt denn drin?
Käthchen. Ich weiß nicht.
Gottschalk (nimmt ein Blatt heraus). "Akte, die Schenkung, Stauffen
betreffend, von Friedrich Grafen vom Strahl"--Je, verflucht!
Der Graf vom Strahl (draußen). Gottschalk!
Gottschalk. Gleich, gnädiger Herr, gleich!
Käthchen (steht auf). Nun bin ich fertig!
Gottschalk. Nun, das mußt du dem Grafen geben! (Er gibt ihr das
Futtral wieder.) Komm, reich mir die Hand, und folg mir! (Er führt
sie und das Pferd durch den Bach.)
Käthchen (mit dem ersten Schritt ins Wasser). Ah!
Gottschalk. Du mußt dich ein wenig schürzen.