Zwei Boten treten auf. Die Vorigen.
Rheingraf (nimmt zwei Briefe aus dem Kollett). Diese beiden Briefe
nehmt ihr--diesen du, diesen du; und tragt sie--diesen hier du an den
Dominikanerprior Hatto, verstehst du? Ich würd Glock sieben gegen
Abend kommen, und Absolution in seinem Kloster empfangen. Diesen
hier du an Peter Quanz, Haushofmeister in der Burg zu Thurneck;
Schlag zwölf um Mitternacht stünd ich mit meinem Kriegshaufen vor dem
Schloß, und bräche ein. Du gehst nicht eher in die Burg, du, bis es
finster ist, und lässest dich vor keinem Menschen sehen; verstehst du
mich?--Du brauchst das Tageslicht nicht zu scheuen.--Habt ihr mich
verstanden?
Die Boten. Gut.
Rheingraf (nimmt ihnen die Briefe wieder aus der Hand). Die Briefe
sind doch nicht verwechselt?
Friedrich. Nein, nein.
Rheingraf. Nicht?--Himmel und Erde!
Eginhardt. Was gibts?
Rheingraf. Wer versiegelte sie?
Friedrich. Die Briefe?
Rheingraf. Ja!
Friedrich. Tod und Verderben! Du versiegeltest sie selbst!
Rheingraf (gibt den Boten die Briefe wieder). Ganz recht! hier,
nehmt! Auf der Mühle, beim Sturzbach, werd ich euch erwarten!--Kommt
meine Freunde!
(Alle ab.)