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Große Fahrt in Oberamtmann Eichroths Wagen nach Laufenburg, wo gerade
Jahrmarkt war und wir Gelegenheit hatten, das bunteste Treiben von
Menschen zu beobachten -- Hauensteiner, Schweizer und sonst noch der
ländlichen Trachten mehr. Wir hatten aber nur Zeit zu einem Frühstück.
Unser Ziel war Waldshut. Dort winkten uns die Freunde der Eltern,
Turbans und Holzmanns, schon aus den Fenstern entgegen. Therese, Lotte
und Hermann wohnten bei den letzteren, Caton und ich im gastlichen
Turbanshaus. Ach, welche Tage verlebten wir hier an Traulichkeit und
wieder unnennbarem Entzücken im Beschauen der paradiesischen Aussicht
-- vom Rhein, den Dörfern und Bergen und weiterhin, jenseits des Ufers,
der eisigen Jungfrau und des majestätischen Rigi.
Des Abends versammelte sich die Waldshuter Jugend bei Turbans; es
wurden Gesellschaftsspiele gemacht, deklamiert, gesungen, und ich hatte
nicht selten Gelegenheit, zwei Finger gegen Caton zu erheben, wenn die
Hofmacherei ein wenig gar zu lebhaft wurde.
Herrn Turbans Güte und Unternehmungsgeist verdanken wir den schönsten,
jedenfalls interessantesten Teil unserer Reise. Den herrlichen
Rheinfall bei Schaffhausen durften wir sehen, gleichsam die Krone
unserer Erlebnisse.
Auf dem Wege dahin beschauten wir die dortige Schmelze, einen tief in
die Erde gegrabenen Feuerofen, aus dem eine gräßliche Brunst in allen
möglichen Farben hoch und wild aufloderte. Unwillkürlich mußten wir an
Schillers »Fridolin« denken.
Auf dem Fußpfade längs des Rheinufers, der uns zum Wasserfall bringen
sollte, bildeten sich Brandungen, die von der Gewalt des Sturzes
brausend gegen das Ufer schlugen. Noch ein paar Schritte, und der
mächtige Rheinfall stürzte von seiner Höhe herab ins wirbelnd
aufzischende Wasser. Wir bestiegen einen Kahn und glitten, gefährlich
auf und nieder gewiegt, auf dunkelblauer Wogenflut dem tosenden Sturz
immer näher -- zaghaft und still, von heiligem Schauer durchbebt. Am
jenseitigen Ufer, am waldigen Felsberg, auf dem das Schloß Laufen
steht, landeten wir und fielen uns voll Dankbarkeit, einer so großen
Gefahr entronnen zu sein, freudig in die Arme. Nur Hermann lachte und
verbat sich jeden Kuß. Wir stiegen auf einem mit Geländer versehenen
Fußpfade höher und höher, tief hineinschauend in das schäumende
Wogenmeer, dessen urgewaltige Stimme jeden Laut ringsumher verschlang.
»Schöneres werden wir nie wieder sehen«, sagte Therese und weinte ein
wenig.