vom 3. April 1917.
Wir können unseren Lesern heute von einem unerhörten Wagestück deutscher
Seeleute berichten. Kapitän Sörensen und die beiden Matrosen Iversen und
Toft von dem in Batavia internierten deutschen Dampfer »Marie«
beschlossen zu fliehen und zu versuchen, auf dem Wege über die
Philippinen die Heimat zu erreichen. Mit den beiden Seeleuten Wells und
Willer unternahmen sie es, die 1500 Seemeilen lange Fahrt nach Mindanao
in einem nur sieben Meter langen offenen Segelboot anzutreten. Sechzig
Tage lang kämpften die tapferen Männer mit Sturm und schwerem Seegang,
der ihr gebrechliches Fahrzeug jeden Augenblick zu vernichten drohte,
und während der ganzen sechzig Tage stand das Wasser stets knietief in
dem Boote. In den beiden letzten Wochen gingen die Lebensmittelvorräte
aus, so daß die Deutschen, als sie endlich in Celebes ankamen, dem
Hungertode nahe waren. Trotzdem hielt es sie nicht. Nach einigen Wochen
Erholung in Celebes wagten sie im gleichen kleinen seeuntüchtigen Boote
die Weiterfahrt nach den Philippinen, und das Unglaubliche gelang. Nach
unendlichen Mühseligkeiten glückte auch dieses Wagestück, und unversehrt
liefen die wackeren Seeleute gestern in Manila ein.
[Illustration: Uebersichtskarte der Fahrt des Dampfers »Marie«]
[Illustration: Deutsch-Ostafrika mit der Sudi-Bucht, dem Landungsplatz
des Dampfers »Marie«]