Abends

Eben las ich zum drittenmal Vallys Brief, der fast nur von dem kleinen

Wilhelm handelt. Wie schön ist es doch, wenn ein Mensch dem andern durch

feinste, beleuchtendste Züge versäumte Gegenwarten ersetzen möchte!

Neulich, während eines heftigen Sturms, läuft der Knabe im Garten von

Staude zu Staude, greift schließlich in eine Buchshecke hinein, wo der

Wind gerade am stärksten wühlt, preßt die Hand fest zusammen und rennt

zur Mutter: »Jetzt hab ich den Wind gefangen«, schreit er in atemlosem

Entzücken, indem er vorsichtig die Faust öffnet, und ist sehr erstaunt,

weil da nichts zu sehen ist, als ein paar Blätter und Stengel.

Rumänisches Tagebuch · 第 4 / 64 题