Eine Barolongin Reconvalescent nach Verkühlung d. Nässe
einer Pneumonie
Jan, ein Barolonge Abscesse am linken Verwundung durch
Fussrücken, einen eingetriebenen
Cariöse Knochen Dorn
Ein Weißer Händler 4 tägiges Intermittens, Fieber häufig unter
Kanja Leberverhärtung, den Weißen
Hydrothorax Hydropericardium
19) Zu den unwirschesten Gesellen der afrikanischen Katzenwelt gehört
unstreitig der Caracal (Caracal melanotis) von den Boers det Roikat
genannt. Dicht bebuschte Felsenpartien, dichtbelaubte, hohe Bäume an
schwer zugänglichen Flußufern sind seine Lieblings-Aufenthaltsorte, an
denen er zusammengekauert, anscheinend schlummernd, doch die Umgebung
ringsum wohlbeachtend, den Tag zubringt. Kleines Wild wird von dem
Caracal mit Tatzenhieben erschlagen oder betäubt. Seine Muskelkraft ist
bedeutend größer als man bei der Größe des Thieres vermuthen würde. Ob
seines röthlichen Felles weiß er sich leichter dem Auge des Menschen zu
entziehen als der Thari und gelingt es selten, ihn zu erlegen. Sein Fell
wird zu sehr gesuchten Carossen verarbeitet, doch da es zu lange währt,
bis ein Betschuana so viele Felle erwirbt, um eine ordentliche Carosse
verfertigen zu können, kommen nur kleine, acht bis zehn Felle
enthaltende Roikat-Carossen in den Handel. Ich brachte einen Caracal
nach Europa mit, er befindet sich gegenwärtig in dem Zoologischen Garten
zu London. Er hatte an dem Fish-River-Rand, einen dicht bebuschten sich
zum Fish-River neigenden Abhang zwischen Grahamstown und Cradock seine
Heimat und war ein Geschenk des Rev. Dean Williams von Grahamstown.
20) Ich möchte unter den Ruinen von Mosilili's Stadt namentlich die
gewölbten Innenbauten hervorheben und dabei schon auf den Unterschied
zwischen den Bauarten der Barolongen und Batlapinen hinweisen. Die Wände
der Häuptlingswohnung und der übrigen Hütten waren 3-5 Fuß hoch, die
Wanddicke an der Basis 5, oben 4-4¾ Zoll. Sie bestanden aus einer
Innenlage und einer Umhüllung, welche die erstere deckte. Die letztere
bestand aus einem aus Thon und Sand gearbeiteten Cement und der Innenbau
aus einer Reihe von in die Erde eingetriebenen und nur an und
nebeneinander befestigten Stäben, Ruthen, Schilfrohr, doch auch
trockenem Zuckerrohr und Kafirkornstengeln, auf welche der Cement
aufgetragen wurde. Die Bauten waren so elastisch, daß wir eine ganze
Rundwand durchschütteln konnten, ohne daß Sprünge entstanden oder die
Mauer vielleicht eingestürzt wäre. An einigen Hütten fand ich, daß man
den Cement auf die innere Holzlage dünn aufgetragen hatte, dann ihn
trocknen ließ und eine zweite Lage anbrachte und so weiter. Wir konnten
sechs deutlich unterscheidbare Lagen wahrnehmen, wobei die Basis der
Mauer 12 Zoll, die obere Kante 6 Zoll breit war. An manchen der
Gehöftsmauern fanden wir kleine aus größeren Steinen oder Dornenästen
aufgeführte zwei bis vier Fuß hohe Umzäunungen, welche als Ställe
dienten. Der Boden in dem Höfchen war festgestampft, oder wir fanden ihn
mit Cement, oder auch mit Rinder-Ererementen überdeckt, in einigen
wenigen mit ungebrannten, in dem des Königs mit gebrannten Ziegelsteinen
gepflastert. In vielen Gehöften war dies mit Steinplatten geschehen und
in manchen eine Cementlage auf die Steinplatten aufgetragen worden. In
einem Höfchen beobachtete ich ein erhöhtes, mit Topfscherben ausgelegtes
Trottoir. Neben der inneren Mauer lief in einem andern Gehöfte eine um
drei bis vier Zoll erhöhte, cementirte Stufe, welche wohl den hier
Versammelten als Sitz zu dienen hatte. Der Durchmesser der Häuschen war
6-12 Fuß. Bei den meisten war das Dach durch die Verwitterung der Aeste
(Pfähle), bei manchen durch Feuer zerstört. Ich fand nur zwei gedeckt
und in dem einen ein Betschuanaskelett. Es mochte wohl ein alter Mann
gewesen sein, den man mitzunehmen nicht werth gefunden und der hier
Hungers gestorben war, oder ein Wanderer, der in der Hütte ein
Nachtlager gesucht und von einer Schlange gebissen, hier verschmachten
mußte. Dem Schädel nach schien es mir ein Banquaketse zu sein; ich
räumte ihm eine Stelle unter meinen anatomischen Präparaten ein.
Topfscherben, Ueberreste von hölzernen Stampfblöcken, Schüsseln, Löffeln
waren überall zu sehen, auch jene glatten Steine, zwischen denen der
Rauchtabak zu Schnupftabak zerstäubt wird. Was mir besonders auffiel,
war der verschiedenfach geformte Eingang in diese Häuschen, einmal
viereckig, dann oben spitzig zulaufend oder abgerundet, oder aber unten
eng und oben breiter, gewöhnlich 1¼-1½ Fuß breit und 1¾-3 Fuß hoch. Die
Räume der Wohnung des Häuptlings waren die umfangreichsten, doch das
auffälligste in der Ruinenstadt waren die kegelförmigen, aus zwei bis
drei Absätzen bestehenden den Schmelzöfen nicht unähnlichen, gedeckten,
aus eisenhaltigem Thon ausgeführten und in die obbeschriebenen
gewöhnlichen Wohnungen eingebauten Kammern. Diese Kammern waren noch
einmal so hoch, als die sie ringförmig (concentrisch) umgebende Mauer
des Häuschens, allein das Dach des letzteren deckte auch den inneren
Bau, indem seine Spitze auf der Kuppe des letzteren aufruhte. Ich fand
diese Innenbauten auch bei den Bakwena's, ohne mich jedoch vergewissert
zu haben, ob sie Pilani dorthin übertragen hat, was ich jedoch
bezweifeln möchte, schöner und geräumiger auch bei den am zentralen
Zambesi wohnenden Marutse im Gebrauch.