Seiner

_Apostolischen Majestät_

dem Kaiser und Könige

_Franz Josef I._

in tiefster Ehrfurcht gewidmet

vom

Verfasser.

Vorwort.

Mein Scherflein zu dem großen Werke der Erschließung und Durchforschung

Afrika's beitragen zu können, war mein seit früher Jugend gehegter und

stets genährter Wunsch. Als ich während meiner Studienjahre bei der

Lectüre der Reisewerke über den dunklen Erdtheil so selten den Namen

österreichischer Reisenden begegnete, traten die Umrisse meines

Reiseplanes immer schärfer hervor und als ich im Jahre 1872 an der

Schwelle der Verwirklichung meines sehnlichsten Wunsches stand, war mein

Entschluß gefaßt. Süd-Afrika war das Feld, auf dem ich der Wissenschaft

und meinem Vaterlande ersprießliche Dienste zu leisten hoffen durfte.

Wie wechselvoll auch die Schicksale waren, welche mich während meines

siebenjährigen Aufenthaltes in Süd-Afrika trafen, ich behielt unverwandt

die mir selbstgestellte Aufgabe im Auge und was die beschränkte Kraft

und die Mittel eines Einzelnen vermochten, habe ich zu leisten redlich

mich bemüht. Dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen einer Reihe

hochherziger Männer gelang es mir, manches Hinderniß glücklich zu

besiegen, meine Sammlungen durch manches werthvolle Object zu

vervollständigen.

Zum dritten Male aus dem Innern Süd-Afrika's in die Diamantenfelder

zurückgekehrt, wurde ich wiederholt von meinen südafrikanischen Freunden

um die Veröffentlichung meiner Reise-Erlebnisse ersucht. Da ich mich

jedoch mit aller Kraft der Ausübung meiner ärztlichen Praxis zuwenden

mußte, um die Mittel für meine Rückkehr nach Europa zu gewinnen, war es

mir nicht möglich, die Bearbeitung meines Materials für das Erscheinen

in Buchform in Angriff zu nehmen. Ich mußte mich vielmehr darauf

beschränken, in mehreren südafrikanischen Zeitungen fragmentarische

Mittheilungen über die bereisten Gegenden zu veröffentlichen.

Nach Europa zurückgekehrt, wurde ich schon in London um die Publication

meiner Arbeiten angegangen und so war es meine Absicht--nachdem ich die

Heimat wiedergesehen--meine Gesammt-Erfahrungen, sowohl die

Reise-Erlebnisse als auch die wissenschaftlichen Resultate (letztere

unter Beihilfe von Fachmännern) herauszugeben, wobei mir die Form des

Werkes über die Novara-Reise als Richtschnur vorschwebte.

Um jedoch diesen Plan selbst in beschränkterem Umfange durchzuführen,

hätte es eines mindestens dreijährigen Aufenthaltes in Europa bedurft,

während ich mich aus mehrfachen Gründen veranlaßt sehe, noch im Laufe

dieses Jahres nach Afrika zurückzukehren und meine Forschungen

fortzusetzen. Dies bewog mich, den Wünschen zahlreicher Freunde

nachzugeben, die wichtigeren Erlebnisse während meines siebenjährigen

Aufenthaltes in Süd-Afrika in diesem Buche dem Leser vorzuführen und

dabei nur hie und da wissenschaftliche Gebiete zu berühren, während die

specielle Bearbeitung des in diese gehörigen reichen Materials im

Vereine mit hervorragenden Fachmännern erfolgen soll.

Ich kann es nicht unterlassen, _meinem geschätzten Verleger_ an dieser

Stelle für die eben so reiche und würdige Ausstattung meines Buches und

die dafür gebrachten Opfer meinen wärmsten Dank zu zollen. Auch halte

ich es für meine Pflicht, meinem lieben Freunde Dr. _Chavanne_ für seine

Mitwirkung, sowie Herrn _Ronniger_ für die meinem Werke gewidmete

Sorgfalt auf das Herzlichste zu danken.

An den Wunsch, daß mein Werk dazu beitragen möge, das Interesse für die

Erforschung und Erschließung des »schwarzen Continents« in Europa zu

mehren, knüpfe ich die Hoffnung, daß es mir gegönnt sein werde, nach

Jahren dem Leser weitere Schilderungen aus Süd-Afrika, wie auch Neues

über diesen »Continent der Zukunft« zu bieten.

Wien, Pavillon des Amateurs, September 1880.

Emil Holub.

Inhalt.

Sieben Jahre in Süd-Afrika. Erster Band. Erlebnisse, Forschungen und Jagden auf meinen Reisen von den Diamantenfeldern zum Zambesi (1872-1879). · 第 2 / 37 题