für die Jugend.
Vierte Auflage.
Mit einem Lebensabriß Faraday’s,
herausgegeben von
~Dr.~ Richard Meyer,
Professor an der Technischen Hochschule in Braunschweig.
Nebst einem Bildnis Faraday’s
und 35 Holzstichen.
[Illustration]
Dresden
Hans Schultze, Verlagsbuchhandlung
1905.
Druck von Wilhelm Baensch in Dresden.
Vorbemerkung zur zweiten Auflage.
_Michael Faraday’s_ »_Naturgeschichte einer Kerze_« wird hiermit der
jungen Leserwelt in einer neuen Auflage übergeben. Gern willigte
der Unterzeichnete ein, die ihm von der Verlagshandlung angetragene
Herausgabe zu übernehmen, welche der ursprüngliche Übersetzer zu
besorgen nicht in der Lage war. Selbstverständlich wurde der Text
einer sorgfältigen Durchsicht, insbesondere einer Vergleichung mit dem
englischen Original unterworfen, wobei ziemlich vielfache Abänderungen
nötig waren. Die frische, lebendige und, man darf wohl sagen naive
Darstellungsweise _Faraday’s_ suchte man überall so getreu als möglich
wiederzugeben. Ganz streng ließ sich freilich die Anlehnung an das
Original nicht immer durchführen. _Faraday_ hat seine Vorträge nicht
niedergeschrieben, sondern frei gehalten, und das Büchlein verdankt
seine Entstehung den raschen Aufzeichnungen eines Zuhörers. Dieser
Ursprung gibt sich vielfach sehr vorteilhaft zu erkennen; zuweilen aber
hatte er auch offenbare Unklarheiten zur Folge, und in solchen Fällen
hielt es der Herausgeber für seine Pflicht, die verbessernde Hand an
das ihm sonst als unverletzlich geltende Original zu legen. Hier und da
wurde auch eine knappe erläuternde Anmerkung angebracht.
Das vorangestellte kurze Lebensbild _Faraday’s_ wird von den
jugendlichen Lesern, für welche ja immer das Persönliche von
besonderem Interesse ist, nicht ungern entgegengenommen werden. Die
seltenen Charaktereigenschaften des Mannes, welche seiner hohen
wissenschaftlichen Bedeutung würdig zur Seite stehen, machen ihn
zu einem wahren Vorbilde für die Jugend, und die Mitteilung seines
Entwickelungsganges erschien daher auch vom pädagogischen Standpunkte
aus gerechtfertigt. Als Quelle dienten hauptsächlich die pietätvollen
Aufzeichnungen über _Faraday_, welche von seinem jüngeren Freunde
_Tyndall_ herausgegeben worden sind[1], und welche außer einer Fülle
von persönlichen Erinnerungen einen wahren Schatz von brieflichen
Aufzeichnungen aus der Feder des großen Mannes selbst enthalten. –
Auch das Bildnis _Faraday’s_, dessen ausdrucksvolle Züge das innere
Feuer und die wahre Herzensgüte, welche in seiner Seele neben einander
wohnten, so getreulich widerspiegeln, ist eine Bereicherung der neuen
Auflage.
Übrigens sei das Büchlein nicht nur der Jugend, sondern auch den
Eltern und ganz besonders den Lehrern empfohlen. Die letzteren werden
sowohl in der Darstellung als auch in den oft mit so einfachen Mitteln
angestellten Versuchen manchen wertvollen Fingerzeig finden.
_Chur_, im September 1883.
=Richard Meyer.=
Vorbemerkung zur dritten Auflage.
Die dritte Auflage unterscheidet sich nur wenig von der zweiten. In
dem Lebensabrisse mußten einige kleine Änderungen und Zusätze gemacht
werden, um der neueren Entwicklung der Elektrotechnik und Elektrochemie
Rechnung zu tragen; am Texte war kaum etwas zu ändern, und nur die
Anmerkungen haben einige geringfügige Zusätze erhalten.
_Braunschweig_, November 1901.
=Richard Meyer.=
Inhalt.