Zwölf Geschichten aus Nacht und Schatten

Mit Umschlagzeichnung von L. Durm Geheftet 2 M. 50 Pf. In Halbleinenband 3

M. 50 Pf.

_Paul Zech im »Berliner Tageblatt«:_ »Zu den wenigen jüngeren

Schriftstellern, die das Erbe Edgar Poes mit dem richtigen Instinkt

aufnahmen und damit wucherten, gehört A. M. Frey. Er stellt sich mit seinem

Erstling gleich in die vorderste Reihe der Erzähler dieser exponierten

Gattung von Belletristik. Er holt seine Stoffe nicht aus unkontrollierbaren

Bezirken. Der Alltag, der in seiner bunten Vielgestaltigkeit auch diese

Abseitigkeit trägt, ist für Frey eine unerschöpfliche Fundgrube. Man wird

in unerklärliche Situationen befördert, ohne die Fahrt zu spüren. Man ist

plötzlich in einem unentrinnbaren Labyrinth und wie von Polypenarmen

umstrickt. Fast jede der zwölf Geschichten bohrt ein Extrem an, das die

festen Enden der Nerven berührt und aufpeitscht zu unerhörten Sensationen,

das Märchenhafte ins Grausige, Exzentrische, phantastisch Verstiegene und

übermenschlich Visionäre umwandelt. Man wird das Buch nicht mit einem

einmaligen Lesen abgetan haben. Es kribbelt in den Nerven weiter und setzt

Blutkreise in Bewegung, die in der Schalheit vieler Stofflichkeiten, die

den Augenblick bewegen, nur selten zirkulieren.«

_Eugen Reinbold in d. »Württemberger Zeitung«:_ »Neben der großenteils

originellen Erfindung bewundern wir die sichere Gestaltung, die geradezu

fesselnde Sprachkunst, die die Dinge mit persönlichem Leben zu erfüllen

weiß und sie philosophierend in Zusammenhang mit allgemein Menschlichem zu

bringen sucht. So möge, wer eine wirklich interessante und doch nicht rein

oberflächlich unterhaltende Lektüre liebt, nach diesem Werkchen greifen.«

_L. E. Kemmer in der »Badischen Landeszeitung«:_ »Mit einer knappen

Anschaulichkeit, die oft den Eindruck einer wohlgetroffenen Farbenskizze

macht, verbindet er eine Geschlossenheit der Form, wie wir sie nur bei den

bedeutendsten Novellisten finden, und die jede einzelne der zwölf

Erzählungen zu einem kunstvoll geschliffenen Edelstein gestaltet hat.«

Severins Gang in die Finsternis: Ein Prager Gespensterroman · 第 46 / 54 题