LIED DER POLEN AN EUROPA

Nicht Liebe sei es, daß Ihr unser Land befreit:

zweiundzwanzig Millionen,

die im Steinbruch ihrer Städte, im flachen Land geschart um Ströme

wohnen,

ein Volk schreit

Euch zu: Gerechtigkeit!

Satt von Blut, unter der Schwere

Volkes keuchend, zerspalten, geschweißt von Leid

liegt ein Land -- aber der Schatten schwankt der Heere.

Wir haben nur ein Wort bereit:

Gerechtigkeit!

Die Flüsse schlank durchpeitschen ihr Bette

im gleichen Maße der ewigen Zeit.

Mit spitzen Dächern starren die Städte.

Heute will jeder Stein, jeder Brocken Landes weit

ein Verlangen: Gerechtigkeit!

Wenn in Polen die Schranken

fallen, wenn den Polen Freiheit

gegnadet würde -- wir haben nicht einmal zu danken.

Es ist die Zeit, es ist die Pflicht. Nicht uns -- Ihr seid

es selbst, und schuldet Euch: Gerechtigkeit!

Polnische Gedichte · 第 2 / 33 题