Auf meine Ehre, mein vortrefflicher Freund, Sie irren sich. Ich will ein
Schelm sein, wenn die Schlacht von Jena, wie Sie zu glauben scheinen,
meine politischen Grundsätze verändert hat. Lassen Sie uns wieder einmal
nach dem Beispiel des schönen Sommers von 1806 ein patriotisches
Convivium veranstalten (bei Sala schlag ich vor,[35] er hat frische
Austern bekommen und sein Burgunder ist vom Beßten), so sollen Sie
sehen, daß ich noch ein ebenso enthousiastischer Anhänger der Deutschen
bin wie vormals. Zwar der Schein, ich gestehe es, ist wider mich. Der
König hat mich nach dem Frieden bei Tilsit auf die Verwendung des
Reichsmarschalls Herzogs von Auerstädt,[36] dem ich einige Dienste zu
leisten Gelegenheit [hatte],[37] zum Obristen avancirt. Man hat mir das
Kreutz der Ehrenlegion zugeschickt, eine Auszeichnung, mit welchem ich,
wie Sie selbst einsehen, öffentlich zu erscheinen, nicht unterlassen
kann; ich würde den König, dem ich diene, auf eine zwecklose Weise
dadurch compromittiren.
Aber was folgt daraus? Meinen Sie, daß diese Armseeligkeiten mich
bestimmen werden, die große Sache, für die die Deutschen fechten, aus
den Augen zu verlieren? Nimmermehr! Lassen Sie nur den Erzherzog Carl,
der jetzt ins Reich vorgerückt ist, siegen, und die Deutschen, sowie er
es von ihnen verlangt hat, ^en masse^ aufstehen, so sollen Sie sehen,
wie ich mich alsdann entscheiden werde.[38]
Muß man denn den Abschied nehmen und zu den Fahnen der Oesterreicher
übergehen, um dem Vaterlande diesen Augenblick nützlich zu sein? Mit
nichten! Ein Deutscher, der es redlich meint, kann seinen Landsleuten in
dem Lager der Franzosen selbst, ja in dem Hauptquartier des Napoleon,
die wichtigsten Dienste thun. Wie mancher kann der Requisition an
Fleisch oder Fourage vorbeugen; wie manches Elend der Einquartirung
mildern?
Ich bin mit wahrer Freundschafft u. s. w.