DEM ENGEL DER ERDE

Noch rührt' ich nicht an deine Blütenhände,

Dein Bildnis zieht in flimmernden Gestalten --

Ich aber geh' die Stube und die Wände

Und kann den Schritt an keiner Stelle halten.

Denn alles ist wie aufwärts ausgegraben;

Wie Schlangen greif' ich in die Gegenstände

Auf meinem Tisch, und will doch gar nichts haben --

Denn der Gedanke sucht nur deine Hände.

Ihr Liebenden der Welt, wo soll ich hin?

Oh, daß die Jugend noch ein Jubel werde,

Die Mitternacht gekrönt und heller Sinn! --

Wie Muscheln schallt die dumpfe Zaubererde.

Ich glaube, darf ich je die Hände küssen,

Die deine Unschuld so unendlich wahrt:

Da, glaub' ich, bin ich wie vom Glück zerrissen,

Ein seliges Opfer nach der weiten Fahrt.

Der unendliche Mensch: Gedichte · 第 55 / 79 题