VERNUNFT

Zerrissen ist das Tiefste, das wir sind,

Und dennoch nur mit seinem Selbst vereint.

Solch Leid hat keine Tränen ... wie ein Kind,

Das am Ersticken ist, bevor es weint.

Das Niedrige ist nichts, das Große ist zu groß,

Die Weisheit sagt: Hoffen ist hoffnungslos.

Wir sind des Lichts umnachtete Begleiter.

Ist nicht das Leben wie ein Gnadenbrot?

Ob Ja, ob Nein: Es reißt und peitscht uns weiter,

Das All des Glücks versagt sich unsrer Not.

Und ob wir weinen oder traurig lachen:

Wir können uns nicht ungeboren machen.

Auch kühnste Trunkenheit ist nicht Erfüllung.

Was nutzt das bißchen Zuversicht der Brust?

Der höchste Himmel selbst ist nur Umhüllung

Von fahlen Dingen, keine Götterlust.

Die Schöpfung ist ein Zirkel, irr umkreist,

Ein Schattentanz, der keinen Ausweg weist.

Der unendliche Mensch: Gedichte · 第 41 / 79 题