DER GÜTIGE MENSCH

Guter Mensch; du rührst an deiner Saite,

Die wie ein Licht leidend in dir glüht,

Wie eine Bitte, um die du bittest,

Leise und singend träumerisch,

Rührst du die Güte einer ganzen Weite.

Und wo dein Fühlen erblich

Vor Schreck, als du das Nichts im All

Schaudernd erlittest:

Da blieb kein Wall,

Der das Ergießen der Traurigkeit

Noch hemmen könnte.

Dein Auge aber ist so schön

Vom Glanz der dunklen traurigen Macht,

Daß der Raum zittert wie Vogelstimme

Vor Lust für dein Leid --

Daß er zittert, als wollt' er zerbrechen.

Du weißt, auch das Unglück muß,

Muß wie ein bestraftes Kind.

Und deine Lippen, blühend bleich,

Ohne zu küssen, ohne zu sprechen,

Sind Klage und Kuß.

Du siehst den Fremdling an

In flehender Geduld;

Tief verwundert, verwundet dich sein Lachen.

Und du möchtest dann,

Als sei alles, was ist, Schuld, deine Schuld,

Noch das Gute wieder gutmachen.

Der unendliche Mensch: Gedichte · 第 34 / 79 题