RITTERNARR

Zu eng ward ihm der Raum der Daseinsfristung:

So stieg er auf sein Roß und ritt die Erde,

Der finstre Ritter in der grellen Rüstung --

Gefolgt von einer dürren Menschenherde.

Er ritt und ritt und suchte die Gefahr

Voll Angst und Qual, voll Mut und hellen Flügen.

Das ekle Dasein, das so heimlich war,

Wollt' er mit seinem eigenen bekriegen.

Er nahm sein Schwert und hieb es in die Luft

Mit solcher Wucht und starrem Widerwillen,

Daß in der Welt vor ihm sich eine Kluft

Zu öffnen schien, um seinen Haß zu stillen.

Und als er lang genug das All durchquert

Und sah, es werde wohl vergeblich sein, --

Da hielt er an, und stieg von seinem Pferd,

Und setzte sich auf einen nackten Stein.

Und stierte in den blinden Dünsteraum,

Als wollt' er dem Lebendigsein entsagen;

Und stierte in den düstern Wolkenschaum,

Als wär' nichts mehr zu sagen noch zu fragen.

Die Wolken tanzten silberschwarz wie Särge

In seinen Augen, die voll krankem Schauer

In schwüle Luft anschwollen: so viel Berge,

Sie lagen ihn zu töten auf der Lauer.

Die Leute hoben ihn in einen Karren

Und fuhren ihren Held aus seinen Schmerzen

Zum Thron. Dort zündeten ihm seine Narren

Vor Glück die spitzen Finger an wie Kerzen.

Der unendliche Mensch: Gedichte · 第 20 / 79 题