Ein Wind ist diese weite stumme Nacht,
Und diese Straße, diese Wüste schwebt,
Die ich so lange schon in mich hineingedacht.
Ist Denken denn ein Trieb, der uns erhebt?
Er tötet alles, was in einer Brust
Lebendig war und blühend unbewußt.
In welchen Kampf will ich mich schlagen?
Erfolg und Macht -- es ist doch alles leer.
Und Opfer sein? Wo nehm' ich Götter her?
Vielleicht die Menschen aufwärtstragen?
Ich Narr! Ist Höherkommen denn schon je geglückt,
Da stets Unendlichkeit uns niederdrückt?
Euch Menschen helfen, die ihr elend seid,
Wär' Wahnsinn. Helfen hilft nur falschem Schein,
Denn wo ein neues Glück, ist auch ein neues Leid.
Stets in sein Selbst, wie an den Pfahl gebunden,
Bohrt sich dem Menschen neues Sehnen ein,
Wenn er Beglückung irgendwie gefunden.
Ich aber fühle Leere im Gesicht,
Zu müde wird es mir, als daß ein Glück
Noch jemals Kraft erlange meinem Blick.
Ich will nicht traurig sein und glücklich kann ich nicht,
So bin ich nichts -- und fühle manchmal nur
Die kleine Lust zu einem Nachtgedicht.
Und wie an einer Schnur
Geh ich den Schmerz entlang,
Der diese Welt ist und ihr Müßiggang.