Herr Dr. Bürstenfeger fuhr auf, er glaubte, Carlos erlaube sich einen
Scherz. Dann aber erkannte er seine Verwirrung.
Er stand auf, ging entrüstet nach der Tür und öffnete.
Es war Tia Lolita gewesen, die schnell entschlüpft war, ohne daß Herr
Dr. Bürstenfeger sie gesehen hatte.
Der Unterricht wurde fortgesetzt.
Zum Schluß kam das Freiturnen, der Gesang wurde ausgelassen.
Herr Dr. Bürstenfeger öffnete die Luke, damit frische Luft herein käme,
und es wurde mit der Kniebeuge begonnen, zuerst er und Carlos allein,
weil zu wenig Raum in der Kabine war.
Carlos dachte: Wir bewegen uns auf und ab wie die Kolben unten in der
Maschine. Er empfand es aber nicht als einen Witz, weil er zu erbittert
war ...
In der Nacht schliefen Carlos und Nicolás lange nicht ein vor Aufregung;
am Morgen würden sie ihr Landgut passieren, noch nie waren sie im Schiff
daran vorbeigefahren. Außerdem hatten sie einige Tage vor ihrer Abfahrt
einen Brief an den Verwalter geschrieben, unter welchen die Mama ihre
Unterschrift gesetzt hatte. Darin stand, daß, wer Zeit hätte: der
Capataz, Ramon der Stallknecht, Juanita die Tochter des Schafhirten,
Juan der Sohn des Capataz, sich, sobald das Schiff in Sicht wäre, ans
Ufer begeben sollte, weil Carlos und Nicolás mit dem Taschentuch winken
wollten.
Die Knaben baten den Kapitän, sich möglichst nahe an der Küste zu
halten, und gaben ihm den Grund an.
Der Kapitän, der ihnen scheinbar das Fischen gar nicht übelgenommen
hatte, erklärte sich bereit, und wirklich fuhr er so nahe daran vorbei,
als er konnte.
Von allem Gesinde aber waren nur Ramon der Stallknecht und Miguel der
Koch anwesend.
Carlos und Nicolás waren ganz außer sich vor Freude, winkten und
schrieen, man konnte aber nichts verstehen.
In gestrecktem Galopp kam plötzlich Juan auf Carlos' Pony, das er ihm
für die Zeit seiner Abwesenheit geliehen hatte, dahergeritten.
Um zu zeigen, daß er so schnell als das Schiff sei, ritt er in Karriere
mit diesem parallel und hieb unbarmherzig auf das Pferd ein; mit seinem
dicken Bauch und seinem kurzen Halse glich es einer dahinstürmenden
Wildsau.
Carlos hatte sich anfangs gefreut, dann aber begann er, sich über Juan
zu ärgern.
»Hau nicht so! Hau mein Pferd nicht so!« schrie er, »sonst hau ich
dich!«
Juan aber kehrte sich nicht daran, erstens weil er nichts hörte, und
zweitens, weil Carlos ihn doch nicht hauen konnte.