Und er fragt sie: »Wie heisst Du eigentlich?«

Sie rührt sich nicht, denkt aber: das Fieber, und fühlt eine grosse

Erleichterung, aber zugleich ist ihr traurig, als ob ihr etwas wieder

genommen würde, etwas kaum Geschenktes.

Und er sagt: »Ja, ich habe Dich nie beim Namen genannt. Ich hab' ihn

vergessen.«

Eine Weile hört sie ihr Herz und wieder ihn. »Ich weiss jetzt: Edith

heisst Du --« Und wenn es doch das Fieber ist, denkt sie und horcht.

»Aber wie haben Dich die genannt, die ... die ... die Du lieb gehabt

hast?«

Sie weiss kaum, dass sie antwortet und mit einer anderen, jungen Stimme:

»Edel.«

Und er nimmt den Namen und liebkost ihn: »Edel -- ja, so musst Du

heissen. Edel: das ist weiss, ganz weiss ... Aber Du hast ja immer noch

das alte Kleid, das Kleid von gestern und vorgestern, das schwarze

Kleid, das kranke Kleid ... Du bist ja nicht weiss. Du hast Deinen Namen

verraten. Du darfst ihn nicht mehr verleugnen jetzt; geh, hol' Dir Dein

weisses Kleid!« Sie klammert sich an den schwarzen Kasten der Uhr.

»Geh!«

»Morgen!...«

Er hört nicht. »Worauf sollen wir warten? Schönheit will über uns

kommen.«

Und seine Worte drängen sie zur Thür, aber sie zögert noch.

»Eil' Dich! Mach' Dich schön und komm bald. Indessen wird hier alles

festlich sein. Alle Kerzen, alle Lampen werden brennen, wenn Du

wiederkommst, weisse Edel!« Und da macht er eine Bewegung, als ob er

sich erheben wollte. Und sie will hin zu ihm, will es verhindern, will

mütterlich sein. Aber er steht schon da, stark, gross, die Arme wie

Flügel und lacht ihr zu.

Und jetzt gehorcht sie und geht.

Und selig sieht er ihr nach. Und lächelt.

Aber das Lächeln hat nicht Halt auf seinen schmalen Lippen. Wie die Uhr

sich regt, fällt es ihm ab, und erschrocken deckt er sein leeres

Gesicht mit den Händen zu. Und fühlt sie kalt. Und er ist allein, und

das Dunkel ist gross und drückt ihn in den Stuhl zurück, in dem er stumm

versinkt.

So bleibt er, vielleicht lange.

Denn als er zu sich kommt, ist Nacht.

Seine Augen sind der schwarzen, schweren Dinge entwöhnt und gehen bang

in der Stille umher. Plötzlich werden sie gross. Eine Thür bewegt sich

und es kommt heraus, als ob Mondlicht ginge. Und vor dem Fenster sieht

man: es ist eine Frau, ganz weiss ...

Da wehrt sich Harald mit den hageren Armen und schreit, hässlich vor

Angst, heiser: »Noch ... nicht! Walpurga!«

Jemand hat Licht gemacht.

Harald sitzt entstellt in den Kissen, den Kopf noch vorgestreckt, mit

herabhängenden Händen. Und vor ihm steht Frau Malcorn, welk, in Atlas,

mit Handschuhen. Und sie sehen sich mit fremdem Entsetzen in die toten

Augen.

=Ende.=

GEDRUCKT BEI I. S. PREUSS,

BERLIN S.W., KOMMANDANTENSTR. 14,

IM NOVEMBER 1901.

[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei

jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile

steht.

Schloss, bitte, und diese Stadt und Ihre Haide da waren das nicht

Schloss, bitte, und diese Stadt und Ihre Haide da, waren das nicht

Du bist doch dabei, Bang?« Und er wartet die Antwort gar nicht ab.

»Du bist doch dabei, Bang?« Und er wartet die Antwort gar nicht ab.

Harald -- ja, auch Harald.

Harald -- ja, auch Harald.«

Marie. »Aber, wollen wir das nicht gleich durchsehen?«..«

Marie. »Aber, wollen wir das nicht gleich durchsehen?..«

Vorantritt gestorben sind -- es sei denn, sie lebten noch?«...«

Vorantritt gestorben sind -- es sei denn, sie lebten noch?...«

keinen Erfolg auf keiner Seite. Ich will einfach: Schönheit ...

keinen Erfolg auf keiner Seite. Ich will einfach: Schönheit ...«

]

Die Letzten · 第 21 / 21 题