Tatauierungen kommen nur bei einem Teil der Eskimo vor.]

+Hochzeitsgebräuche+ kennen die Eskimo nicht; die Ehe ist bei ihnen

eine ganz nüchterne Sache. Braucht ein Mann eine Frau, so holt

er sich einfach eine, die nun ihm gegenüber die eheliche Pflicht

erfüllt; besondere Förmlichkeiten finden nicht statt. Wenn der Mann

mit seiner Frau nicht zufrieden ist, so schickt er sie wieder nach

Hause und versucht es mit einer anderen, oder er behält sie wohl auch

bei sich, nimmt aber neben ihr eine zweite Frau. In diesem Falle

erhält die zweite die Stellung einer Konkubine, rückt aber, falls die

erste Frau sterben sollte, an deren Platz. -- +Polygamie+ ist nichts

Ungewöhnliches. Auch ein Austausch von Frauen kommt vor. Als genügende

+Mitgift+ gilt es, wenn die Frau ihre Kleidung, eine Lampe und ein

Messer mitbringt. Trotz der geschilderten leichten Art, Ehebündnisse

zu schließen, legen die Eskimo großen Wert auf Verwandtschaft.

-- Das +Los+ der Eskimofrau ist kein freudevolles, denn in ihrer

häuslichen Beschäftigung steckt recht viel Arbeit. So muß sie die Felle

zubereiten, um daraus Kleider zu machen. Die abgezogenen Seehundsfelle

werden zu diesem Zweck zunächst mit dem Weibermesser und Schabern

bearbeitet, gegerbt, gewalkt und geschmeidig gemacht, wobei die Frauen

sie nicht selten mit den Zähnen kauen. Behandeln die Frauen das schwer

zu bearbeitende Material, wie es oft vorkommt, andauernd auf diese

Weise, so werden die Zähne vielfach bis auf das Zahnfleisch abgenutzt.

Darauf werden die Felle zu Kleidern zurechtgeschnitten, und diese mit

Knochennadeln und Seehunddarmstreifen zusammengenäht.

[Illustration:

Mit Erl. der Mährischen Mission.

Abb. 161. Ein einsames Grabmal.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 101 / 203 题