Abb. 9. Ein Häuptling vom Yakunstamme (Benuebezirk).]

Um auf die schon genannten Bori zurückzukommen, so gibt der Haussa, der

Anhänger des Islams ist, wohl zu, daß Allah über allem stehe und die

Bori ohne seine Erlaubnis nichts ausrichten können; trotzdem glaubt

er auf der anderen Seite wieder recht häufig, daß Gebete an sie von

mehr Erfolg begleitet seien als an Allah unmittelbar. Die Bambara

glauben auch an einen allerhöchsten Gott, Allah, den Schöpfer und

Beherrscher der ganzen Welt, dann weiter noch an Engel und schließlich

noch an Gnena oder Dschinn, die in ganz derselben Weise wie die

Menschen leben, sich freuen und leiden. Sie sind Allah untertan und

können ebensowenig wie die Bori ohne seinen Willen etwas unternehmen;

dessenungeachtet gelten sie in anderer Hinsicht doch auch wieder für

allmächtig, weswegen die Bambara ihre Bittgesuche unmittelbar an sie

richten. Endlich kennt derselbe Volksstamm noch die Gna oder Boli; es

sind dies sehr böse Geister, die in beständigem offenen Widerspruch zu

Allah stehen, weswegen dieser sie zum Flammentod verurteilt hat. Man

stellt sie sich als ganz schwarz und häßlich sowie mit Hörnern versehen

vor. Diesen bösen Geistern werden Hühner und Ziegen als Opfergaben

dargebracht, und außerdem wird aus solchem Anlaß Bier in Unmenge

vertilgt.

[Illustration:

Aus „Kolonie und Heimat“.

Die Sitten der Völker, Dritter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 47 / 203 题