Um auf die schon genannten Bori zurückzukommen, so gibt der Haussa, der
Anhänger des Islams ist, wohl zu, daß Allah über allem stehe und die
Bori ohne seine Erlaubnis nichts ausrichten können; trotzdem glaubt
er auf der anderen Seite wieder recht häufig, daß Gebete an sie von
mehr Erfolg begleitet seien als an Allah unmittelbar. Die Bambara
glauben auch an einen allerhöchsten Gott, Allah, den Schöpfer und
Beherrscher der ganzen Welt, dann weiter noch an Engel und schließlich
noch an Gnena oder Dschinn, die in ganz derselben Weise wie die
Menschen leben, sich freuen und leiden. Sie sind Allah untertan und
können ebensowenig wie die Bori ohne seinen Willen etwas unternehmen;
dessenungeachtet gelten sie in anderer Hinsicht doch auch wieder für
allmächtig, weswegen die Bambara ihre Bittgesuche unmittelbar an sie
richten. Endlich kennt derselbe Volksstamm noch die Gna oder Boli; es
sind dies sehr böse Geister, die in beständigem offenen Widerspruch zu
Allah stehen, weswegen dieser sie zum Flammentod verurteilt hat. Man
stellt sie sich als ganz schwarz und häßlich sowie mit Hörnern versehen
vor. Diesen bösen Geistern werden Hühner und Ziegen als Opfergaben
dargebracht, und außerdem wird aus solchem Anlaß Bier in Unmenge
vertilgt.
[Illustration:
Aus „Kolonie und Heimat“.