VERSUCHUNGEN

O die Versuchungen, die grün

Im Dunkel meiner Seele aufgeschlossen

Mit ihren Blättern, die mein Ich durchglühn

Wie Flammen, und mit ihren Sprossen, --

Der dunklen Äste dunklen Zierden,

Die in des Bösen Mondenschein

Mit ihren keimenden Begierden

Herbstliche Schatten um sich streu'n!

Die unter ihrer Schleimhaut Schale

Und ihrer Fieberschwären Blühn

Das Mondlicht überziehn, das fahle,

Mit ihres trüben Reifes Grün.

Und ihre frevle Fruchtbarkeit

Geheime Süchte offenbart,

So düster wie das Herzeleid

Von Kranken, welche Schnee umstarrt.

Von ihrer Trauer überflort,

Seh' ich in Wunden voller Blutes

Der Wollust blaues Schwert gebohrt

Ins rote Fleisch des Übermutes.

O Herr, die Träume dieser Welt,

Wann sterben sie in meinem Herzen?

Gib, dass Dein Himmelsglanz erhellt

Das schlimme Treibhaus meiner Schmerzen

Und das Vergessen, das ich nimmer fand!

Und ihrer Fieber dürre Haide!

Die Sterne zwischen ihrer Lippen Rand

Und ihrer Sünden Eingeweide!

Gedichte(#67399) · 第 7 / 63 题