Zweite Auflage. Geheftet 3 Mark, in Leinen 4 Mark.
Aus kümmerlichster Existenz, ohne fremde Hilfe, mit eigener Kraft, die
durch alle Hemmungen sich sieghaft bewährt, ringt sich eine Frau zu
eigener geistiger Freiheit und zu selbständigem Menschentum. Nur wenige
Schimmer zagen Glücks mischen sich in dies unsäglich schwere Werden, aus
dem wie ein Triumph weiblicher Hoheit das Ende aufstrahlt: da in dieser
einfachen Frau von selbst die Religion des Lebens aufdämmert, das sie bis
in die letzten Tiefen gütig versteht. Aus schmerzlichem, wehem Erleben
wächst hier eine innere Klarheit, die das Leben überwand, um es sich
neu zu schaffen. Dies Buch redet in seiner Schlichtheit die ergreifendste
Sprache, die seit langer langer Zeit eine Frau für das gefunden hat, was
sie erlebte, was sie litt.
(Badische Neueste Nachrichten, Mannheim)
Die ganze Geschichte ist eingetaucht in die Kraft des vollen Erlebnisses.
Man liest mit großer Bewegung ein schweres und an Zartheiten und
Schönheiten reiches Stück Frauenleben, das nicht am Schreibtisch erfunden
sein kann, sondern zum mindesten auf genauer Kenntnis nicht einfacher
Lebensgänge beruht. Es ist ein edel empfundenes, schönes Buch, eben
deshalb, weil es beweist, daß der Realismus durchaus nicht den Hochsinn
seelischer Empfindungen verhindert.
(Kölnische Zeitung)
Dies Buch ist gewiß nicht typisch. Ein Mensch mit so starker
künstlerischer Anlage, so reicher Phantasie und solchem Drang nach
Erkenntnis des Lebens dürfte sich unter den einfachen Dienstmädchen, wie
es die Verfasserin war, nicht allzu häufig finden, so wenig häufig wie
irgendeine andere ausgeprägte geistige Besonderheit. Aber mit ergreifender
Gewalt packt uns dabei doch wieder der Gedanke, wie unendliche seelische
Kräfte, welche Fülle heißen Lebensverlangens in der stumpfen
Einförmigkeit des Daseins für die Mehrzahl der Menschen ungenutzt
verdorren mögen.
(Sozialistische Monatshefte, Berlin)