Die Leiern der Wollust

In kleinen Cafés, hinter farbigen Scheiben, ist ein Treiben von

Kastagnetten und Tamburinengeklingel

Und vom Getingel der Silber- und Glasperlenketten an fetten, üppigen

Frauen,

Die sich aufgestellt, wie fleischige Pflanzen, die sich im Blauen

aufbauen

Und sorglos und ohne Gedanken für die vier Winde tanzen.

Von ihren Gesichtern fiel Schleier und Binde, und doch sind sie nur

wie lächelnde Blinde

Und stehen da zur irdischen Feier fürs Blut und sind der Wollust Leier

Und tun den Fingern der Männer gut, die, ohne nach Herzen zu fragen,

Versteckt wie die Wilddiebe, lüstern und schonungslos jagen.

Wie den Hengsten die Nüstern zittern, wenn sie die Stuten wittern,

So drängen sich unter Flüstern, zwischen roten düstern Feuern, zwischen

Häuserschatten und Mond,

Die Männer, in Massen, hin in den Gassen und zwischen Gemäuern.

Es ist ein Kichern und Fassen, und gelassen in den Fensterbogen wogen

die Busen der Frauen,

Und auf den Treppen, an jedem Haus, sitzt, in hellen Kleidern, Schar

bei Schar,

Sieht unverlegen und klar hinaus und hält geöffnet zur Wollust Busen

und Haar.

Das Schönste von Max Dauthendey · 第 32 / 74 题