(tutu. quecksilber.)
quecksilber. Jetzt wollen wir ein bissel eine Abrechnung
halten.--Wo haben denn Sie und Ihre Mamsell Tochter
die Lebensart gelernt, ehrlichen Leuten ihre
Kostbarkeiten zu stehlen? Bin ich deswegen in Ihr Land
gekommen?
tutu. Wer hat Ihnens gschafft, daß Sie kommen sollen?
Wären Sie weggeblieben.
quecksilber. Ist das der Dank, daß ich Ihnen alle
Vogelhäuseln, alle Hühnersteigen vergolden hab wollen,
alle Seekarpfen in Goldfisch verwandeln, damit Sie s
hätten versetzen können, wann Ihnen s Geld
ausgegangen wär?
tutu. Warum machen Sie denn mich aus? Was geht denn mich
Ihr Staberl an? Geben Sie besser acht auf Ihre Sachen;
warum haben Sie so herumgeschlagen damit, daß man
seines Lebens nicht sicher war, wenn man neben Ihnen
gestanden ist.
quecksilber. Warum haben Sie ihrs nicht weggenommen?--
Hätten Sie s besser erzogen!
tutu. Was kann ich mehr tun? Sie hat drei Gouvernanten
ghabt, die ich verschrieben hab, eine von Paris, die
andere von Lyon und eine vom Breitenfeld. Sie ist sehr
gut erzogen, darum darf ich ihr auch nichts sagen, sonst
macht sie mich aus.
quecksilber. Kurzum, Sie sind ein undankbarer Mensch, und
ich nehme Ihre Tochter nicht mehr.
tutu. So sind Sie ein schmutziger Mann!
quecksilber. Oh, Sie touchieren mich nicht. Ich kann gar
nicht schmutzig sein, denn ich bin ein reicher Mensch und
folglich ein Kerl, der sich gewaschen hat. Wo soll da ein
Schmutz herkommen?
tutu. Sie sind auf meine Insel gekommen, Sie haben nicht
einmal ein Paß gehabt.
quecksilber. Das macht alles nichts. Wenn ich auch keinen
Baß und keinen Tenor hab, eine schönere Stimme habe
ich doch als Sie.
tutu. Ja, da bilden Sie sich halt was darauf ein, wenn ein
solcher Stutzer einen alten Mann, wie ich bin, ein
Klampfel anhängen kann. Meine Tochter ist unschuldig
an dem Betrug, Sie sein schuld, warum haben S just ein
goldenes Staberl mitgebracht; hätten S mit ein Haslinger
so herumgschlagen, kein Mensch hätte ihn verlangt. Und
müssen S denn just aufs Stubenmädel so
hinüberblinzeln? Da muß sie ja eifersüchtig werden. Das
müssen Sie sich abgewöhnen, das ist nicht schön. Glauben
Sie mir, ich habs auch so gemacht. Meine arme Zoraide
ist vor Lieb zu Ihnen völlig damisch. Ich weiß nicht, was
sie an Ihnen schön findt! Ich muß Ihnen aufrichtig sagen,
ich möchte Ihnen nicht, es ist nichts Gschenkts an Ihnen.
quecksilber. Nun, Ihre Schönheit dürfen Sie auch schon unter
der Hand verkaufen. Sonst bringen Sie s nicht mehr an.